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OP Kardiologie

Kardiologie

In der Klinik für Kardiologie und Angiologie der Helios Kliniken Schwerin untersuchen und behandeln wir Erkrankungen von Herz und Gefäßen – vom Herzultraschall über den Herzkatheter bis zum Herzklappenersatz per Katheter. Jedes Jahr sind mehr als 7.000 Patientinnen und Patienten stationär bei uns in Behandlung.

Leitung
Wir begleiten Sie von der ersten Untersuchung bis zur Behandlung. Welche Therapie für Sie passt, besprechen wir gemeinsam mit Ihnen – bei Bedarf im Herz-Team mit der Herzchirurgie unseres Hauses.
Alexander Staudt
Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie
Ihr Termin in unserer Klinik

Termine vereinbaren Sie telefonisch über unser Sekretariat oder online über das Patientenportal.

 

Sekretariat: 0385 520-2550

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24/7 Hotline Herzinsuffizienz: 0385 520-7550

Unsere Leistungen

Für unsere Arbeit haben wir sechs Zertifizierungen und Anerkennungen erhalten, unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) als TAVI- und Mitralklappen-Zentrum. Untersuchung und Behandlung planen wir für jeden Menschen einzeln. Für die Nachsorge arbeiten wir eng mit den niedergelassenen Kardiologinnen und Kardiologen zusammen.

Viele Herzerkrankungen lassen sich ohne Herzkatheter erkennen. Dafür bieten wir Ihnen an:

 

  • EKG und Belastungs-EKG (Ergometrie): Unter Belastung zeigen sich Durchblutungsstörungen des Herzens oft früher als in Ruhe. Bei der Spiroergometrie messen wir zusätzlich Ihre Atmung.
  • Herzultraschall (Echokardiographie): Damit beurteilen wir die Pumpleistung und die Herzklappen, ohne Strahlenbelastung. Möglich sind auch ein Ultraschall mit Kontrastmittel, ein Ultraschall unter Belastung (Stressechokardiographie, z. B. mit Medikamenten) und ein Ultraschall über die Speiseröhre („Schluckecho“, transösophageale Echokardiographie), auch in 3-D.
  • Kardio-CT und Kardio-MRT: Schnittbilder des Herzens erstellen wir gemeinsam mit der Radiologie.
  • Nuklearmedizin: Myokardszintigraphie und PET-CT erfolgen in der Nuklearmedizin.

Bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) sind die Herzkranzgefäße verengt. Eine typische Folge sind Brustschmerzen bei Belastung (Angina pectoris).

 

Die Herzkatheter-Untersuchung

Nach einer örtlichen Betäubung in der Leiste oder am Handgelenk führen wir einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) bis zum Herzen. Mit Kontrastmittel werden Engstellen im Röntgenbild sichtbar. Eine Engstelle können wir in derselben Sitzung behandeln: Wir weiten sie mit einem kleinen Ballon und setzen in der Regel eine Gefäßstütze (Stent) ein.

 

Das Röntgenbild allein zeigt nicht immer, ob eine Engstelle die Durchblutung stört. Deshalb nutzen wir in der täglichen Routine diese Messverfahren:

 

  • Druckmessung (FFR): Ein etwa 0,3 mm dünner Draht misst den Blutdruck hinter der Engstelle. Fällt er auf unter 80 % des Drucks in der Hauptschlagader, ist ein Stent nötig. So vermeiden wir unnötige Stents.
  • Ultraschall von innen (intravaskulärer Ultraschall, IVUS): Er zeigt das Gefäß im Querschnitt. Wir vermessen damit Engstellen und Ablagerungen und prüfen, ob der Stent richtig sitzt.
  • Optische Kohärenztomographie (OCT): Sie erzeugt mit Infrarotlicht ein sehr genaues Bild der Gefäßwand. Damit erkennen wir, ob eine Ablagerung vor allem aus Cholesterin oder aus Kalk besteht, und sehen jede einzelne Strebe des Stents.

 

Bei akuten Brustschmerzen versorgen wir Sie in unserer Chest Pain Unit. Sie ist von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zertifiziert.

Manche Engstellen lassen sich mit einem Ballon allein nicht behandeln. Dafür setzen wir spezielle Verfahren ein:

 

  • Rotablation: Bei sehr harten, verkalkten Engstellen trägt ein feiner Bohrkopf mit Diamantsplittern (1,25 bis 2,5 mm) den Kalk ab. Danach können wir das Gefäß weiten und einen Stent einsetzen.
  • Stoßwellen-Behandlung (intravaskuläre Lithotripsie, IVL): Ein spezieller Ballon lockert harte Verkalkungen mit Druckwellen, ähnlich wie bei der Behandlung von Nierensteinen. Das Verfahren ergänzt oder ersetzt die Rotablation.
  • Wiedereröffnung chronisch verschlossener Gefäße (CTO): Ist ein Herzkranzgefäß seit Längerem vollständig verschlossen, können wir es mit speziellen Kathetertechniken wieder öffnen [ERKL]. Diese speziellen Eingriffe führt bei uns unter anderem unser Leitender Oberarzt Dr. med. Karsten Pomsel durch.

 

Sinus-Reducer

Manche Menschen haben weiter Brustschmerzen, obwohl Medikamente, Stents oder eine Bypass-Operation ausgeschöpft sind. Für sie gibt es den Sinus-Reducer. Wir setzen ihn per Katheter in die große Herzvene (Sinus coronarius) ein und verengen sie dadurch gezielt. Das soll die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels verbessern und die Beschwerden lindern [ERKL]. Nach vier bis sechs Wochen ist der Reducer eingeheilt. Er kommt auch infrage, wenn die kleinsten Gefäße des Herzens gestört sind (koronare mikrovaskuläre Dysfunktion). Diese Störung erkennen wir unter anderem mit einer Kardio-MRT.

Erkrankte Herzklappen behandeln wir in vielen Fällen per Katheter, ohne den Brustkorb zu öffnen und ohne Herz-Lungen-Maschine. Welches Verfahren für Sie passt, besprechen Herzchirurg:innen, Kardioanästhesist:innen und Kardiolog:innen gemeinsam im Herz-Team. Wir sind von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) als TAVI-Zentrum und als Mitralklappen-Zentrum zertifiziert.

 

  • Aortenklappe (TAVI): Seit 2010 ersetzen wir eine verengte Aortenklappe durch eine neue, biologische Klappe, die wir per Katheter einsetzen. Meist geht das über die Leiste, in Einzelfällen über die Herzspitze. Das Verfahren eignet sich vor allem für Menschen mit hohem Operationsrisiko, etwa durch hohes Alter, Erkrankungen von Lunge oder Nieren oder eine frühere Bypass-Operation. Vorher untersuchen wir Sie mit Herzkatheter, Herzultraschall und meist einer Computertomographie. Die Eingriffe führen unter anderem Chefarzt Prof. Dr. Alexander Staudt und der Leitende Oberarzt Dr. Jens Papenfuß durch.
  • Mitralklappe (TEER, Reparatur per Clip): Schließt die Mitralklappe nicht mehr richtig, kann ein Clip sie abdichten. Wir setzen ihn über die Leistenvene ein, in Narkose. Wir verwenden dafür das MitraClip-System (Abbott) in der fünften Generation und das PASCAL-System. Eine weitere Möglichkeit ist die Carillon-Spange: Sie wird über eine Herzvene eingesetzt und rafft die Klappe zusammen, damit sie besser schließt. Diese Eingriffe führen unter anderem Prof. Dr. Staudt und der Leitende Oberarzt Robin Harris durch.
  • Trikuspidalklappe (TriClip): Auch die Klappe der rechten Herzkammer können wir per Katheter mit einem oder mehreren Clips reparieren. Das kommt vor allem für ältere Menschen mit mehreren Erkrankungen und hohem Operationsrisiko infrage.
  • Ballon-Aufdehnung (Valvuloplastie): Wird eine verengte Aorten- oder Mitralklappe sehr spät erkannt, können wir sie zur Überbrückung oder im Notfall mit einem Ballon aufdehnen.
  • Probleme mit einer operierten Klappe: Arbeitet eine schon operierte Herzklappe nicht mehr richtig oder ist sie am Rand undicht, können wir oft per Katheter eine neue Klappe in die alte einsetzen oder die undichte Stelle verschließen. Eine erneute Operation ist dann nicht nötig.

Manche Menschen haben ein Loch in der Trennwand zwischen den Herzvorhöfen oder den Herzkammern, meist von Geburt an. Solche Defekte können wir per Herzkatheter verschließen:

 

  • Vorhofseptumdefekt (ASD): Wir verschließen ihn, wenn er groß ist und das Herz überlastet.
  • Offenes Foramen ovale (PFO): Ein Verschluss kann sinnvoll sein, wenn ein Schlaganfall keine andere erkennbare Ursache hat. Ein PFO wird meist mit dem Schluckecho während eines Aufenthalts in der Neurologie entdeckt. Vor dem Eingriff sprechen wir ausführlich mit Ihnen.
  • Ventrikelseptumdefekt (VSD): Auch Defekte in der Trennwand der Herzkammern lassen sich per Katheter behandeln. Sie sind meist angeboren, können aber auch nach einem Herzinfarkt entstehen.

 

Erwachsene mit angeborenem Herzfehler betreuen wir ambulant und stationär. Dafür arbeiten wir mit dem Helios EMAH-Zentrum des Herzzentrums Leipzig zusammen.

Bei einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) pumpt das Herz nicht mehr genug Blut durch den Körper.

 

Unsere Heart Failure Unit (HFU)

In den Zimmern 1 bis 7 der Station E1 betreuen wir Patientinnen und Patienten mit akuter, chronischer und fortgeschrittener Herzschwäche. Nach der Aufnahme stellen wir Sie umgehend einer Spezialistin oder einem Spezialisten für Herzschwäche vor. Zum festen Team gehören Fachleute aus Kardiologie und Herzchirurgie, eine spezialisierte Herzinsuffizienz-Assistenz und Physiotherapeut:innen. Dasselbe Team übernimmt auch die Nachsorge. Die Station ist technisch für eine intensivmedizinische Betreuung ausgestattet.

 

Untersuchung bei Herzschwäche

Neben EKG, Herzultraschall, Spiroergometrie, CT, MRT und nuklearmedizinischen Untersuchungen nutzen wir den Links- und Rechtsherzkatheter, spezielle Laboruntersuchungen und bei Bedarf eine Gewebeprobe aus dem Herzmuskel (Biopsie).

 

Behandlung bei Herzschwäche

Je nach Stadium behandeln wir mit Medikamenten, mit einem Schrittmacher oder mit Eingriffen an den Herzklappen. Operationen wie Bypass, Rekonstruktion oder Ersatz einer Herzklappe übernimmt die Herzchirurgie unseres Hauses.

 

Bei schwerster Herzschwäche können wir den Kreislauf vorübergehend mit Unterstützungssystemen wie Impella oder ECMO entlasten. Ist ein dauerhaftes Herzunterstützungssystem (VAD) oder eine Herztransplantation nötig, arbeiten wir mit der Herzchirurgie der Universität Rostock (VAD) und dem Herzzentrum Leipzig (Transplantation) zusammen.

Hotline Herzinsuffizienz

Bei plötzlicher Luftnot, bei Verdacht auf Herzschwäche oder bei bekannter Herzschwäche erreichen Sie uns rund um die Uhr unter 0385 520-7550.

Bei der hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie (HOCM) ist die Trennwand zwischen den Herzkammern verdickt. Sie behindert den Blutfluss aus dem Herzen. Für die Diagnose nutzen wir neben EKG und Herzultraschall die Kardio-MRT und den Herzkatheter, bei Bedarf auch eine Gewebeprobe aus dem Herzmuskel oder eine genetische Untersuchung.

 

Zuerst behandeln wir meist mit Medikamenten. Reicht das nicht, ist ein Eingriff per Katheter möglich, die Alkoholverödung (transkoronare Ablation der Septumhypertrophie, TASH). Dabei geben wir über den Herzkatheter gezielt Alkohol in kleine Gefäße der verdickten Herzwand. Das verdickte Gewebe bildet sich dadurch zurück, und das Blut kann wieder besser aus dem Herzen fließen.

In einem eigenen Herzkatheterlabor für Rhythmusstörungen untersuchen und behandeln wir zu schnelle, zu langsame und unregelmäßige Herzschläge. Das Team leitet Dr. med. Jörg Ruppert. Die DGK hat uns als Vorhofflimmern-Zentrum zertifiziert und als Stätte der Zusatzqualifikation „Spezielle Rhythmologie“ anerkannt.

 

  • Elektrophysiologische Untersuchung (EPU): Unter örtlicher Betäubung führen wir über die Leistenvenen spezielle Katheter zum Herzen. So finden wir heraus, wo eine Rhythmusstörung entsteht und wie sie verläuft.
  • Verödung (Ablation): Meist veröden wir das auslösende Gewebe in derselben Sitzung, mit Kälte (Kryo-Ablation) oder mit Hitze (Hochfrequenzstrom).
  • 3-D-Navigation: Mit dem Navigationssystem EnSite X (Abbott) erstellen wir dreidimensionale Landkarten der Herzhöhlen. Darauf sehen und steuern wir die Katheter ohne Röntgendurchleuchtung, auch bei komplexen Rhythmusstörungen.

 

Bei Vorhofflimmern bilden sich Blutgerinnsel meist im Vorhofohr, einer kleinen Ausbuchtung des linken Vorhofs. Blutverdünnende Medikamente senken das Risiko für einen Schlaganfall, können aber schwere Blutungen verursachen.

 

Für Menschen, die eine Blutverdünnung nicht vertragen, etwa nach einer schweren Blutung, verschließen wir das Vorhofohr seit 10 Jahren per Herzkatheter. Eine offene Operation ist nicht nötig. Dabei setzen wir ein beschichtetes Drahtgeflecht in das Vorhofohr ein. Nach einer Einheilzeit von wenigen Monaten können die meisten Patientinnen und Patienten auf die starke Blutverdünnung verzichten.

Bei einer schweren Lungenembolie verstopft ein Blutgerinnsel die Lungenarterien, und die rechte Herzhälfte droht zu versagen. Dann lösen wir das Gerinnsel meist mit Medikamenten über die Vene auf (Lysetherapie). Dabei steigt das Risiko für Blutungen.

 

Für Patientinnen und Patienten mit hohem Blutungsrisiko kommt deshalb eine Katheterbehandlung infrage: Über eine etwa drei Millimeter große Öffnung in der Leiste saugen wir das Gerinnsel direkt aus der Lungenarterie ab (kathetergesteuerte Thrombektomie). Ob das Verfahren für Sie geeignet ist, prüfen wir vorher sorgfältig.

Lässt sich ein hoher Blutdruck mit Medikamenten nicht ausreichend senken, bieten wir die renale Denervation an. Bei diesem kleinen Eingriff unter örtlicher Betäubung veröden wir per Katheter Nervenfasern an den Nieren, die den Blutdruck mitsteuern. Wir nutzen dafür Radiofrequenz-Energie.

Gemeinsam mit den anderen Kliniken unseres Gefäßzentrums untersuchen und behandeln wir Erkrankungen der Blutgefäße. Wir untersuchen unter anderem mit Gefäß-Ultraschall (Duplexsonographie) und mit einer Gefäßdarstellung mit Kontrastmittel (Angiographie). Verengte Gefäße weiten wir mit einem Ballonkatheter (PTA).

 

Erkrankungen der Hauptschlagader (Aorta), etwa eine Aussackung, behandeln wir zusammen mit der Radiologie und der Klinik für Gefäßchirurgie. Dabei setzen wir eine Gefäßprothese per Katheter ein: TEVAR im Brustbereich, EVAR im Bauchbereich. Ihr Ansprechpartner aus der Kardiologie ist Oberarzt Christian Jacob.

Blick über die Schulter einer Person auf ihren Laptopbildschirm. Person ruft auf ihrem Laptop das Bildportal mit ihren Röntgenbildern ab.

Helios Bilddatenportal

Ihre medizinischen Bilder immer griffbereit

In unserem Bilddatenportal können Sie einfach und sicher Ihre medizinischen Bilddaten wie Röntgen, MRT- oder CT-Daten einsehen, hoch- und herunterladen. Sollten Fragen auftreten, finden Sie auf unserer Supportseite Unterstützung.

Einblicke in unsere Klinik

Sehen Sie sich auch unseren Hybrid-OP an, in dem wir unter anderem Herzklappen per Katheter einsetzen.

Zusammenarbeit rund ums Herz

Für Ihre Behandlung arbeiten wir eng mit anderen Fachbereichen der Helios Kliniken Schwerin zusammen. Welche Therapie für Sie passt, besprechen wir bei Bedarf im Herz-Team mit der Herzchirurgie unseres Hauses. Für Kinder und Jugendliche mit Herzerkrankungen bietet unsere Klinik für Kinder- und Jugendmedizin eine spezielle Kinderkardiologie an.

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