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Leistungsspektrum


Stereotaktische Strahlentherapie:

Als Stereotaktische Strahlentherapie (kurz: Stereotaxie) bezeichnet man eine sehr aufwendige Hochpräzisionsbestrahlung in der Strahlentherapie. Kleine Tumorherde, wie z. B. in der Lunge oder im Gehirn lassen sich dadurch hochdosiert, kurz (1 bis 10 Bestrahlungssitzungen) und nebenwirkungsarm gezielt behandeln.

Im Allgemeinen wird die Stereotaxie in der Strahlentherapie in zwei Bereiche eingeteilt:

 

Intracranielle Stereotaxie (innerhalb des Schädels)    

 

Die intrakranielle Stereotaxie wird u.a. bei

 

  • Hirnmetastasen
  • Meningeome
  • Akustikusneurinome angewendet.

 

Einer Sonderform der Kopfstereotaxie stellt die Radiochirurgie (RC oder RS – vom Englischen „radiosurgery“ abgekürzt) dar.

 

Die Radiochirurgie ist sozusagen eine „Operation ohne Messer“.  Dazu wird in einer einzigen Fraktion (Bestrahlungssitzung) eine sehr hohe Dosis im Tumor appliziert. Um den Tumor aus verschiedenen Einstrahlrichtungen genau zu treffen gibt es spezielle Masken zur Immobilisierung der Patienten.

 

Neben einer sehr modernen technischen Infrastruktur und der genauen dosimetrischen Planung existieren weitere Kriterien für die Durchführung einer Radiochirurgie bzw. einer hypofraktionierten stereotaktischen Radiotherapie im Kopfbereich. Dabei sind Größe, Ort und Beschaffenheit der bösartigen und gutartigen Tumore, Metastasen oder Gefässveränderungen ausschlaggebend.

 

 

Extracranielle Stereotaxie (außerhalb des Schädels)

 

Die extrakranielle Stereotaxie wird u.a. bei

  • Tumoren der Lunge
  • Tumoren der Lunge
  • Knochenmetastsen
  • Lymphknotenmetastasen
  • Nebennierenmetastasen angewendet.

 

Durch die hohen Strahlendosen verkürzt sich in der Regel die gesamte Behandlungszeit von einem einzigen Termin bis zu 10 Terminen.

Durch atemgesteuerter CT Bildgebung, können solche Beweglichkeiten direkt erfasst und mit in der Bestrahlungsplanung berücksichtigt werden.

 

 

4D-CT

Lungentumore und Tumore des Abdomens unterliegen bei normaler Atmung einer Bewegung. Werden Tumore in der Lunge oder in der Nähe des Zwerchfells bestrahlt, haben wir die Möglichkeit, ein dynamisches CT anzufertigen; das sogenannte vierdimensionale CT (4D-CT – mit der Zeit als vierte Dimension). Das Resultat ist ein CT in der die Bewegung der Organe und des Tumors zeigt. Mit einem 4D-CT kann man genau sehen, wie sich der Tumor während der Atmung bewegt, so dass man die die Bestrahlung an die Bewegung des Tumors anpassen kann.

 

 

Atem-Gating – z.B. zur Herzschonung bei  der Strahlentherapie des Mammakarzinoms

 

Jeder Patientin mit einem linksseitigen Mammakarzinom bieten wir zur Herzschonung Atemgating an. Beim Atemgating wird ausschließlich in tiefer Einatmung bestrahlt. So wandert das Herz größtenteils aus dem Bestrahlungsfeld heraus und kann somit bestmöglich geschont werden. Auch andere Tumorentitäten , wie z.B. Lymphome oder Lungentumore profitieren von dieser Technik.

 

 

Intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT) und volumetrisch modulierte Arctherapie ( VMAT)

 

IMRT (eng. intensity-modulated radiotherapy) bedeutet intensitätsmodulierte Radiotherapie und ist eine Bezeichnung für die Art, in der die Strahlung von außen im Körper appliziert wird. Von jedem Winkel des Strahlerkopfes wird entsprechend der Form und der Größe des Tumors, und möglicher Nähe bzw. Durchdringen der Risikoorgane, die Menge der Strahlung angepasst. Diese s.g. Modulation der Intensität des Bestrahlungsfeldes wird mittels dünnen beweglichen Lamellen im Strahlerkopf, der MLC (eng. Multileaf Collimator) durchgeführt. Wenn sich eine Lamelle im Strahlengang befindet, wird die Strahlung abgeschirmt. Es gibt Stehfelder (Strahlerkopf bewegt sich während der Bestrahlung nicht) und Rotationsfelder, auch Arcs genannt (VMAT - volumetrisch modulierte Arctherapie).

 

 

PET-CT gestützte Bestrahlungsplanung

 

In enger Kooperation mit der Nuklearmedizin führen wir bei bestimmten Fragestellungen auch PET-CTs in Bestrahlungsposition durch. Vor allem bei Lungentumoren kann diese funktionelle Bildgebung wichtige Informationen über das Bestrahlungsvolumen und damit auch für die Therapieplanung geben.

 

 

Interventionelle Radioonkologie/Brachytherapie

 

Die Brachytherapie ist eine der Spezialmethode in der Strahlentherapie. Wir bieten an unserer Klinik ein breites Spektrum an HDR-Brachytherapie an. Die Bezeichnung kommt ursprünglich aus dem Griechischen und weist auf die kurzen Distanzen von Bestrahlungsquelle zu Bestrahlungszielvolumen hin, die für diese Therapie kennzeichnend sind. Hierdurch kann eine bestmögliche Schonung des gesunden Gewebes erreicht werden. Die Bestrahlungsquelle besteht aus Iridium (Ir-192), dass für die Strahlentherapie nur wenige Sekunden bis Minuten eingebracht wird.  Die Strahlenquelle kann mit Hilfe spezieller Applikatoren in ein Hohlorgan wie :

 

  • die Speiseröhre,
  • die Bronchien
  • die Vagina
  • den Gebärmutterhalskanal eingebracht werden.

 

Wenn dies nicht möglich ist, können bei bestimmten Erkrankungen unter lokaler Betäubung oder Narkose auch Hohlnadeln oder sterile und flexible Plastikkatheter in das Gewebe eingebracht werden, über die dann die Bestrahlung erfolgt.

 

Möglich ist dies z.B. bei

 

  • Tumoren im Kopf-Hals-Bereich
  • bei Lymphknotenmetastasen
  • bei Hautmetastasen

 

Gerade nach einer Vorbestrahlung kann die erneute Strahlentherapie mittels Brachytherapie so schonend gute Ergebnisse ermöglichen.

 

Weitere Möglichkeiten bestehen in der Behandlung von:

 

  • Lebermetastasen oder
  • Knochenmetastasen, auch in Kombination mit Zementaugmentation

 

In enger Kooperation mit der Abteilung für Radiologie finden beide o.g. Therapien statt. Die Helios Kliniken Schwerin verfügen hier über eine große Expertise. Es handelt sich hierbei um minimal-invasive Verfahren zur Behandlung von Knochenschmerzen bei Metastasen.  Die bei der CT-gestützten Vertebroplastie eingebrachte Hohlnadel wird unmittelbar vor dem Einbringen des Zement zur Bestrahlung mittels HDR-Brachytherapie genutzt. Ziel ist die Abtötung aller hier vorhandenen Tumorzellen. Direkt im Anschluss wird dann der Knochenzement über die Hohlnadel in den Wirbelkörper gespritzt. Der Schmerzlinderungsefffekt stellt sich in aller Regel unmittelbar ein. 

 

Für diese Therapien ist ein stationärer Aufenthalt von nur wenigen Tagen nötig.

 

 

Radio-Chemotherapien/Radio-Immuntherapien

 

Die Kombination aus medikamentöser Therapie und Strahlentherapie führt während der Therapie zu einer Verstärkung der örtlichen Strahlenwirkung und damit zur Verbesserung der Heilungschance im Vergleich zur Strahlentherapie allein. Dies erhöht die abtötende Wirkung auf den Tumor, indem auf verschiedenen Wegen der Tumor angegriffen wird.

 

Was bedeutet Radiochemotherapie?

Je nach Tumor kommen verschiedene zeitliche Strategien zum Einsatz. Eine Radiochemotherapie kann dementsprechend entweder die alleinige Behandlungsvariante darstellen vor einer Operation stattfinden oder nach einer OP durchgeführt werden. Des Weiteren kann mit einer Chemotherapie vor der Einleitung der Strahlenchemotherapie die Tumorlast verringert werden (sog. Induktionschemotherapie), oder eine Chemotherapie nach der kombinierten Strahlenchemotherapie die Ergebnisse weiter verbessern (sequentielle Chemotherapie). Jede Variante hat ihren spezifischen Zweck bezogen auf die jeweilige Erkrankung.

 

Eine weitere Möglichkeit der Kombinationstherapie ist die Radioimmuntherapie mit Antikörpern, die im Schlüssel-Schloß-Prinzip gegen bestimmte Krebsmerkmale gerichtet sind, oder das körpereigene Immunsystem unterstützen. In den letzten Jahren hat sich hier eine große Entwicklung in der Behandlung von Melanomen, Bronchialkarzinomen und Kopf-Hals-Karzinomen ergeben.

 

Bestimmte Wechselwirkungen mit der Strahlentherapie sind hier, wie auch bei der Radiochemotherapie zu beachten.

 

Alle Varianten werden Ihnen von uns aus einer Hand angeboten.

 

Wie läuft die Radiochemotherapie ab?

Für die Durchführung der Chemotherapie ist eine Anlage eines zentralvenösen Zugangs (Portsystems[DM1] , PICC-Line Katheter oder ZVK) notwendig. Für die Durchführung der Chemotherapie und die Gabe unterstützender Medikamente ist ist ein stationärer Aufenthalt notwendig.

 

Abhängig von der Tumorart erfolgt die Chemotherapie über mehrere hintereinander folgende Tage oder einmal pro Woche.

 

 

Strahlentherapie gutartiger Erkrankungen

 

Bei Verschleißerscheinungen und Entzündungen von Gelenken und Weichteilen führen wir mit dem Röntgentherapiegerät Reizbestrahlungen durch. Diese Form der Schmerztherapie kommt in erster Linie zum Einsatz, wenn andere Schmerztherapien, wie Krankengymnastik oder Medikamente, keinen Erfolg gebracht haben. Die lokal eingesetzten und niedrigdosierten Röntgenstrahlen hemmen die Entzündungen und reduzieren die Schmerzen.