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Mit Eigenblut chronische Wunden behandeln: die PRP-Therapie am Helios Klinikum Krefeld

Chronische Wunden stellen Betroffene und behandelnde Teams oft vor große Herausforderungen. Die Dermatologische Klinik am Helios Klinikum Krefeld setzt bei schwer heilenden und diabetischen Wunden deshalb auf die sogenannte PRP-Therapie: Dabei unterstützen hochkonzentrierte Bestandteile des eigenen Körpers die Wundheilung. Die Klinik gehört damit zu den wenigen spezialisierten Einrichtungen in Deutschland, die das innovative Verfahren gezielt in der Wundbehandlung einsetzen.

01.09.2026 Lesedauer: - Min.
Wundversorgung im OP-Saal der Dermatologie in Krefeld

Wenn Wunden über Wochen oder Monate nicht heilen, erleben Betroffene oft große Belastungen. Besonders Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko, dass Wunden langsamer oder nicht mehr vollständig abheilen. Langandauernde Wunden können zu Infektionen und weiteren zum Teil lebensbedrohlichen Problemen (Sepsis) führen. In schweren Fällen kann dies eine Amputation erforderlich machen. Am zertifizierten Wundzentrum des Helios Klinikums Krefeld, zu dem auch eine zertifizierte Fußambulanz gehört, wird deshalb ein Verfahren genutzt, das auf einen besonderen Helfer setzt: das eigene Blut. 

PRP: Wie eigenes Blut die Heilung unterstützen kann

PRP steht für „Platelet Rich Plasma“, also plättchenreiches Plasma. Für die Behandlung wird den Patientinnen und Patienten eine nur kleine Menge Blut entnommen und zentrifugiert. Das so gewonnene Konzentrat enthält eine hohe Dichte an Blutplättchen und körpereigenen Wachstumsfaktoren. Direkt in die betroffenen Stellen eingebracht, stimulieren sie die natürlichen Heilungsprozesse, die Gewebeneubildung und die Zellregeneration. Was in zahlreichen wissenschaftlichen Studien untermauert wird, ist am Helios Klinikum Krefeld fester Bestandteil eines umfassenden, individuellen Behandlungs- und Präventionskonzepts. 

„Chronische Wunden bedeuten für Betroffene einen enormen Leidensdruck und einen Verlust an Lebensqualität. Deshalb ist eine evidenzbasierte, schonende Therapie in Kombination mit einer modernen Wundversorgung und regelmäßiger interdisziplinärer Nachsorge besonders wichtig“, erklärt Dr. Ahmad Tabrisi, Plastischer Chirurg und Sektionsleiter der Dermatochirurgie. „Da wir körpereigenes Material verwenden, ist die PRP-Therapie gut verträglich und gut in den Behandlungsplan integrierbar. Für viele unserer Patientinnen und Patienten ist diese Methode ein wichtiger Baustein, um die Heilung zu beschleunigen, Komplikationen zu vermeiden und den Alltag wieder besser zu bewältigen.“ Man könnte von einem „natürlichen Heilungsbooster“ sprechen, führt Dr. Tabrisi weiter aus. 

Zusammenarbeit für eine sichere Wundheilung


Chronische Wunden sind komplexe Erkrankungen, die eine fachübergreifende Expertise und ein sorgfältiges Wundmanagement erfordern. Entscheidend ist es, ihre Ursachen sowie die zugrunde liegenden körperlichen Zusammenhänge präzise zu diagnostizieren und gezielt zu behandeln. Dafür arbeiten Spezialistinnen und Spezialisten aus Dermatologie, Angiologie, Gefäßchirurgie, plastischer Chirurgie sowie diabetischer Fußambulanz eng zusammen. Um jeden Fall ganzheitlich zu erfassen, besprechen sie im Wundboard die individuellen Herausforderungen der Wundheilung und legen die nächsten Behandlungsschritte fest. Die Wundexperten - spezialisierte Pflegefachkräfte für die Versorgung akuter und chronischer Wunden - steuern die Abläufe und setzen Therapien gezielt um.