Dr. Benoit Krämer-Relius und Mathias Lehmann führen die Klinik für Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin am Helios Klinikum Krefeld im chefärztlichen Kollegialsystem. Die beiden Fachärzte für Innere Medizin und Pneumologie teilen seit über 10 Jahren ihr starkes Engagement für die Lungenheilkunde und sind eng mit dem Haus verbunden. „Krefeld und das Klinikum sind für uns längst mehr als nur ein Arbeitsplatz. Herr Dr. Streuter hat uns mit seinem Enthusiasmus stets gefördert und uns die nötigen Freiheiten gegeben, um uns fachlich und persönlich so entfalten zu können“, beschreibt Mathias Lehmann die gemeinsame Entwicklung - angefangen mit einer exzellenten, breit gefächerten Ausbildung in der Inneren Medizin, Pneumologie und Intensivmedizin bis hin zum Rüstzeug, das Lungenzentrum auf höchstem Niveau in die Zukunft zu führen. Die Stationen betreuen sie zusammen und decken im Team die gesamte Bandbreite der Lungenheilkunde ab.
Komplementär stark im Zusammenspiel
Durch ihre jeweiligen Spezialisierungen ergänzen sie sich optimal: Dr. Benoit Krämer-Relius fokussiert sich auf die komplexe Thoraxonkologie, leitet die ambulante spezialfachärztliche Versorgung für Bronchialkarzinome und die interdisziplinäre Tumorkonferenz. Mathias Lehmann ist spezialisiert auf Intensiv- und Beatmungsmedizin sowie Entwöhnung von der Beatmung. Er verantwortet die Weaning- und Lebensluft-Stationen am Lutherplatz sowie die Intensivstation in Uerdingen. „Unser Ziel ist, Patientinnen und Patienten zurück ins Leben zu führen. Dazu setzen wir modernste Technik ein, verbinden menschliche Nähe und hohe Motivation mit Durchhaltevermögen gegen die Abhängigkeit von Beatmungsmaschinen und für mehr Lebensqualität.“
Bahnbrechende Veränderung der Lungenkrebs-Diagnostik
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Diagnostik und Behandlung von Lungenkrebs. Hier transformiert neuste Technik die Untersuchung bei Verdacht auf einen malignen Tumor - ein Durchbruch in der Früherkennung einer der tödlichsten Krebserkrankungen. Seit Anfang April kommt das innovative roboterassistierte Bronchoskopie-System Ion am Helios Klinikum Krefeld Patientinnen und Patienten der Helios Lungenzentren in Duisburg und Krefeld zugute. Es ermöglicht dem Ärzteteam eine hochpräzise Diagnose. „Die moderne navigationsbronchoskopische Sicherung kleiner und schwer erreichbarer Lungenrundherde kann Sicherheit schaffen und helfen, weiterführende Eingriffe zur Diagnostik zu vermeiden“, erklärt Chefarzt Dr. Krämer-Relius, zugleich Ärztlicher Koordinator des DKG-zertifizierten Lungenkrebszentrums.
Navigieren durch die Lunge
Das Ion Endoluminalsystem ist ein roboterassistiertes Bronchoskopie-System für die endoskopische Lungenspiegelung. Vor dem Eingriff erstellt ein Computertomograph ein detailliertes 3D-Bild der Lunge. Die Software des Systems erzeugt daraus einen „digitalen Zwilling“ der Atemwege und berechnet den sichersten Weg zur verdächtigen Stelle – vergleichbar mit einem Auto-Navigationssystem. Unter Narkose wird dann ein sehr dünner, biegsamer Katheter mit Sensor und Kamera über einen Beatmungsschlauch in die Bronchien eingeführt. Mithilfe einer Steuerungskonsole navigieren die Pneumologen den Katheter zu den Rundherden.
Während des Eingriffs wird die Zielposition zusätzlich mit einem hochmodernen, sogenannten Cone-Beam-CT-Scan überprüft. So ist bis ins tiefste Lungengewebe eine millimetergenaue Probenentnahme verdächtiger Gewebeverdichtungen möglich. Das System ist sehr genau, das Komplikationsrisiko niedriger als bei bisherigen Verfahren. In einer Sitzung können mehrere Herde abgeklärt werden. Bestätigt sich nach dem Eingriff der Verdacht auf ein Bronchialkarzinom, führt der Weg über das interdisziplinäre Tumorboard schnell und individuell zur Therapie.
„Das starke Team des Krefelder Lungenzentrums hat mit dem erfolgreichen Modellprojekt bundesweit wegweisende Impulse für die bestmögliche Patientenversorgung gesetzt. Daran haben Herr Dr. Krämer-Relius und Herr Lehmann großen Anteil. Die gemeinsame Bewerbung für die Chefarztposition ist ein Kompliment für das Erreichte und zeigt: Qualität ist eine Investition, gute Medizin das Ergebnis konsequenter Zusammenarbeit und gemeinsamer Visionen“, unterstreicht Birger Meßthaler die chefärztliche Nachfolge aus den eigenen Reihen.