Angesichts der potenziell gravierenden Langzeiteinschränkungen nach einer Sepsis beginnt die Nachsorge unmittelbar bei der Verlegung von Intensiv- auf die Normalstation. Das Versorgungskonzept setzt frühzeitig auf eine interdisziplinäre Anschlussversorgung und individuelle Nachsorge, einschließlich Physiotherapie, Ernährungsberatung, psychischer Unterstützung und sozialrechtlicher Beratung, um eine optimale Genesung und Teilhabe am Alltag zu fördern.
Nachsorge beginnt bei uns direkt nach der Verlegung von der Intensivstation auf die Normalstation. Unmittelbar danach bleiben Sie durch unsere Physiotherapeut:innen kontinuierlich betreut.
Unser Ernährungsteam prüft einen möglichen bestehenden Mangelernährungszustand nach dem intensivmedizinischen Aufenthalt und gibt individuelle Empfehlung für eine optimierte Ernährung, damit Sie rasch zu Kräften kommen.
In einem ersten Gespräch durch unser psychiatrisches Team wird geprüft, ob mögliche psychische Belastungen nach der akuten Erkrankung bestehen, damit entsprechende Unterstützungsangebote frühzeitig eingeleitet werden können.
Unser Patientenservicecenter (PSC) berät Sie sozialrechtlich im Zusammenhang mit der schweren Erkrankung und bemüht sich um eine Anschlussheilbehandlung.
Zusätzlich erhalten Sie umfangreiches Informationsmaterial zum Thema Sepsis und zu Sepsis-Folgen.
Das pflegerische Bindeglied zwischen Intensivstation, Normalstation und der Anschlussversorgung bildet die Sepsis-Nurse. Ein zentraler Bestandteil ihrer Aufgabe ist die Qualitätssicherung an vulnerablen Schnittstellen, um sichere Übergänge und eine optimale Weiterbehandlung zu gewährleisten.
Sie ist die Lotsin durch den Entlassprozess, sorgt für einen reibungslosen Übergang in die Anschlussversorgung und bereitet die Ambulanztermine vor.
Ungefähr acht Wochen nach Ihrem stationären Aufenthalt laden wir Sie herzlich in unsere speziell für diesen Zweck eingerichtete Post-Sepsis-Ambulanz ein. Unser gemeinsames Ziel ist es, frühzeitig mögliche Langzeitfolgen nach einer überlebten Sepsis (körperlich, psychisch, kognitiv) zu erkennen und Ihnen passende Unterstützungsangebote aufzuzeigen.
Zu Beginn erhalten Sie einige Fragebögen. In einem anschließenden, ausführlichen Gespräch werten wir diese gemeinsam aus und sprechen über Ihre Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt sowie mögliche fortbestehende Einschränkungen. Wir möchten Sie dabei auch über Sepsis-Frühwarnsymptome informieren und Ihnen hilfreiche Präventionsmaßnahmen aufzeigen.
Für den Termin benötigen Sie eine Überweisung Ihres Hausarztes für die Post-Sepsis-Ambulanz. Bringen Sie auch sehr gerne eine Begleitperson sowie Ihren aktuellen Medikationsplan und Ihren Impfausweis mit. Sollten Sie bereits einen Bericht aus einer Rehaeinrichtung haben, können Sie diesen ebenfalls gerne zum Termin mitbringen. Die Ambulanz befindet sich im Erdgeschoss des B-Gebäudes (grüner Bereich) zwischen den Aufzügen bei den Ambulanzen.
In unseren Kleingruppen bieten wir Ihnen ein gezieltes Gerätetraining an, das exakt auf Ihre individuelle Belastbarkeit abgestimmt ist. Da unsere Physiotherapeut:innen täglich auf unseren Intensivstationen arbeiten, kennen sie Ihre Vorgeschichte und die spezifischen Bedürfnisse Ihres Körpers nach einer kritischen Erkrankung genau. Gemeinsam arbeiten wir sicher und in Ihrem Tempo an Ihrer Rückkehr in einen kraftvollen Alltag.
Physiotherapeutisches Leistungsspektrum
Die gezielte physiotherapeutische Nachsorge unterstützt den Wiederaufbau Ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit, um Ihnen eine sichere Rückkehr in den Alltag zu ermöglichen.
• Krafttraining
• Funktionelles Training
• Ausdauertraining
• Gleichgewichtstraining
• Atemtherapie
• Training der Alltagsaktivitäten (ADL)
• Anleitung zu Eigenübungen