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Behandlung der erektilen Dysfunktion

Diagnose und Behandlung von vaskulären Ursachen bei erektiler Dysfunktion

Die erektile Dysfunktion (ED) betrifft Männer in jedem Lebensalter. Die Ursachen sind vielfältig, die Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden sich entsprechend. Zunehmend deutlicher werden Hinweise darauf, dass bei etwa 50 bis 70 Prozent der Betroffenen Gefäßveränderungen eine Rolle spielen. Diese Veränderungen  lassen sich grob in arterielle und venöse Ursachen unterteilen.


Liegen arteriosklerotisch bedingte Gefäßverengungen in den inneren Beckenarterien oder den Penisarterien vor, so kommt es zu einem verzögerten bzw. verringerten Zustrom des Blutes in die Schwellkörper. Bei einer sogenannten venösen Leckage strömt das Blut verfrüht aus den Schwellkörpern ab. 

 

Behandlung arteriosklerotischer Gefäßstenosen

Liegen Gefäßverengungen der inneren Beckenarterien oder der Penisarterien vor, kann das die Blutversorgung beeinträchtigen – ähnlich wie bei Durchblutungsstörungen in Beinen oder im Gehirn. Eine Möglichkeit der Behandlung ist das Aufweiten der verengten Stellen mit einem Ballon und ggf. das Einsetzen einer Gefäßstütze (Stent), damit wieder mehr Blut zu den Schwellkörpern fließen kann.

 

Bei diesem minimalinvasiven Eingriff wird unter örtlicher Betäubung ein Gefäßzugang in der Leiste gelegt. Über diesen Zugang schiebt der Arzt feine Instrumente (Katheter) bis zur verengten Stelle. Dort werden der Ballon und bei Bedarf der Stent platziert und freigesetzt, um das Gefäß offenzuhalten.  

 

Was ist eine venöse Leckage und wie kann man sie behandeln?

Eine erektile Dysfunktion kann auch dann auftreten, wenn die Becken- und Penisarterien frei durchgängig sind. Entscheidend ist oft der venöse Abfluss: Wenn dieser zu stark ist, kommt eine Erektion nur verkürzt oder gar nicht zustande. Das kann verursacht werden durch Verbindungen (sog. Shunts) zwischen dem arteriellen und venösen Kreislauf oder durch ungewöhnliche, pathologische Venen.

In einem solchen Fall besteht die Möglichkeit, das betroffene Gefäß durch einen minimalinvasiven Eingriff zu verschließen. Dadurch wird der verfrühte venöse Abfluss unterbunden, was die Erektion in der Regel länger aufrechterhalten lässt. Der Eingriff dauert rund 30 Minuten und erfolgt unter örtlicher Betäubung.

 

Wie erkennt man eine arterielle Verengung bzw. eine venöse Leckage?

Bei Männern mit erektiler Dysfunktion unklarer Ursache, bei der die Behandlung mit Medikamenten nicht oder nicht ausreichend wirkt, muss auch an eine vaskuläre Ursache gedacht werden. In diesem Fall führen wir eine Ultraschall-Untersuchung durch. Kurz vor der Untersuchung wird ein Medikament in die Schwellkörper injiziert, um eine künstliche Erektion zu erzeugen. Im Ultraschall kann nun der Blutfluss gemessen und analysiert werden. Aus den gemessenen Flussmustern lässt sich erkennen, ob eher eine arterielle Verengung oder eine venöse Leckage vorliegt.

 

Liegen Hinweise auf eine arterielle Ursache vor, erfolgt eine CT-Untersuchung zur weiteren Abklärung. Dabei werden die Becken- und Penisarterien sichtbar gemacht (CT-Angiographie).
Liegen Hinweise auf eine venöse Ursache vor, wird eine sogenannte CT-Cavernosographie durchgeführt. Auch hier wird eine künstliche Erektion erzeugt, und anschließend wird der Schwellkörper bzw. der venöse Abfluss durch Kontrastmittel dargestellt.