Sprunggelenksarthrose

Sprunggelenksarthrose

Das Sprunggelenk verbindet den Unterschenkel rechtwinklig mit dem Fuß für den aufrechten Stand. Dabei teilt sich das Sprunggelenk in das obere und das untere Sprunggelenk (OSG bzw. USG): Schienbein und Wadenbein setzen auf dem Sprungbein (des Fußes) auf und bilden hier das OSG. Durch starke Bänder gesichert, ermöglicht das OSG das Anheben und Absenken der Fußspitze. Es handelt sich um ein Scharniergelenk. Nach unten bildet das Sprungbein mit den Fußknochen das zweikammerige USG, das aber funktionell eine Einheit bildet. Die Bewegungen hier sind das Heben und Senken der Fußinnen- bzw. -außenkante. Im Sprunggelenk entwickeln sich Abnutzungserscheinungen des Knorpels (Arthrose) fast nur sekundär als Spätfolgen früherer Verletzungen wie Knöchelbrüche, -verrenkungen oder Band- und Kapselverletzungen. In der Therapie wird zuerst mit einer konservativen Behandlung begonnen. Sind bei der Arthrose diese Möglichkeiten erschöpft, gibt es im Wesentlichen zwei operative Therapieoptionen: Das OSG wird versteift oder durch eine Endoprothese ersetzt (siehe Operationsmethode).

Bei einer schweren Arthrose im Sprunggelenk war die Versteifung des Gelenks seit langer Zeit das Mittel der Wahl. Da "stillgelegte" Gelenke allerdings zu Belastungsveränderungen an andern Gelenken führen, kommt es dort häufig zu sogenannten Begleitarthrosen. Als schonendere Alternative hat sich in jüngster Zeit die Endoprothese beim oberen Sprunggelenk (OSG) als Oberflächenersatz bewährt: Sie ermöglicht, dass das OSG beweglich bleibt und schont damit die anderen Gelenke - vor allem das untere Sprunggelenk. Das Implantat wird dazu zementfrei und wie beim Knie überkronend eingesetzt: Knorpel und Knochenanteil vom Schienbein (am Unterschenkel) und von der Gelenkfläche (Sprungbein des Fußes) werden abgetrennt. Das Implantat wird auf beiden Knochen als "Krone" (wie die Zahnkrone beim Zahnarzt) aufgesetzt. Anschließend wachsen die Knochenzellen in die Implantate ein und stabilisieren es. In dieser Phase darf das Gelenk für mindestens sechs Wochen nur in einem speziellen Verbandsschuh belastet werden.

Bei der Standardprothese am oberen Sprunggelenk (zwischen Sprungbein und Schienbein des Unterschenkels) versuche ich, möglichst viel vom Knochenmaterial zu erhalten. Dazu werden beide Gelenkflächen von Schien- und Sprungbein des oberen Sprunggelenks überkront. Die "Kronen" werden dabei zementfrei (zu Knochenzement siehe zementierte Hüfte) auf den vom Knorpel befreiten Knochen gesetzt und dabei stabil verklemmt. Die Knochenzellen können auf diese Weise gut ins Implantat einwachsen und es verfestigen. Um die Stabilität zu gewährleisten, ist es wichtig, dass das Gelenk in dieser Wachstumsphase des Knochens für sechs Wochen nur in einem speziellen Verbandsschuh belastet wird.