Menü
Schließen

Was tun bei einem Ganglion?

Ein Ganglion – auch Überbein genannt – entsteht oft am Handrücken, es kann aber auch an der Beugeseite der Hand und an den Fingergelenken auftreten. Welche Beschwerden ein Ganglion macht und wie es behandelt wird, erklären wir Ihnen hier.

16.06.2026 Lesedauer: - Min.
Medizinisch geprüft von Hans-Georg Damert
Female hand with a hygroma. Pain. Wrist ganglion cyst. Computer mouse
Inhaltsverzeichnis

Ganglion: Das Wichtigste auf einen Blick

  1. Ein Ganglion ist meist harmlos, aber wird als optisch störend empfunden.
  2. Nicht jedes Ganglion verursacht Beschwerden, diese entstehen meist nur, wenn es auf Nerven oder Blutgefäße drückt.
  3. Typische Beschwerden sind Schmerzen, Druckgefühl, Missempfindungen oder eingeschränkte Beweglichkeit.
  4. Die Diagnose erfolgt meist durch eine Tastuntersuchung und bei Bedarf bildgebende Verfahren.
  5. Bei Beschwerden ist ein operative Entfernen des Ganglions sinnvoll.

Was ist ein Ganglion?

„Ein Ganglion ist eine harte, mit Flüssigkeit gefüllte Geschwulst am Handgelenk oder Handrücken. Es tritt vor allem bei jungen Erwachsenen zwischen 20 und 40 Jahren auf. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer“, sagt Dr. Hans-Georg Damert, Chefarzt der Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie.

Ganglien können sehr groß werden und einen Durchmesser von über acht Zentimetern erreichen.

Wo tritt ein Ganglion auf?

Typische Stellen, an denen sich ein Ganglion bemerkbar macht, sind die Hohlhandseite des Handgelenks sowie die Handrückenseite des Handgelenks. Es kann auch am Fingerendgelenk auftreten, dann spricht man von einer Mukoidzyste.

Ursache eines Ganglions

Die genaue Ursache eines Ganglions ist nicht bekannt. Vermutlich entstehen sie, wenn die Kapsel des Gelenks eine Schwachstelle hat und gleichzeitig der Druck im Gelenkspalt erhöht ist. Die weichen inneren Gelenkhäute stülpen sich nach außen und es bildet sich eine Zyste – ein mit flüssigkeitsgefüllter Hohlraum. Die Zyste ist mit dem Gelenkspalt verbunden und wird darüber mit Gelenkflüssigkeit gefüllt.

Es kann sich auch als Begleiterscheinung von Rheuma, Gelenkverletzungen oder Arthrose bilden. Sie können aber auch von den Sehnenscheiden ausgehen. Das nennt man Sehnenscheidenhygrom.

Welche Beschwerden macht ein Ganglion?

Die meisten Ganglien verursachen keine Beschwerden, sondern werden vor allem als optisch störend empfunden. Wenn sie ungünstig liegen und dabei auf einen Nerv oder ein Blutgefäß drücken, kann es zu Beschwerden wie Schmerzen, Schwäche, Bewegungseinschränkungen oder Missempfindungen kommen.

In manchen Fällen kann auch ohne äußerlich sichtbare Schwellung ein sogenanntes okkultes (verstecktes) Ganglion Schmerzen am Handgelenk auslösen. Diese treten am ehesten beim Überstrecken des Gelenkes auf, wenn das Ganglion im Bereich der Gelenkkapsel eingeklemmt ist.

Termin buchen

Helios Bördeklinik

Chefarzt Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie

Ein Ganglion ist eine harte, mit Flüssigkeit gefüllte Geschwulst am Handgelenk oder Handrücken. Es tritt vor allem bei jungen Erwachsenen zwischen 20 und 40 Jahren auf. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Wie wird ein Ganglion diagnostiziert?

Neben der klinischen Untersuchung durch die Ärztin oder den Arzt lässt sich das Ganglion insbesondere mithilfe eines Ultraschalls (Sonographie) gut darstellen.

Bei Unklarheiten oder dem Verdacht auf ein okkultes Ganglion kann auch eine hochauflösende Magnetresonanztomographie (MRT) des Handgelenkes hilfreich sein.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Ein Ganglion kann konservativ behandelt oder durch einen chirurgischen Eingriff entfernt werden.

Konservative Therapie

„Wenn keine Beschwerden oder kosmetische Beeinträchtigungen bestehen, ist eine Behandlung meist nicht nötig“, sagt der Chefarzt. Ganglien können spontan verschwinden, zum Beispiel wenn sie versehentlich angestoßen werden und danach platzen. Früher stellte daher das absichtlich herbeigeführte Zerplatzen des Ganglions eine gängige Therapie dar.

Das Abpunktieren des Ganglions, bei dem nur die Flüssigkeit abgesaugt wird, führt in über 50 Prozent der Fälle zum erneuten Auftreten des Ganglions. Aus diesem Grund wird bei funktionellen Beschwerden eher die operative Therapie empfohlen.

Operative Therapie

Eine Operation wird nur angeraten bei Beschwerden wie Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen. Bei Mukoidzysten kann auch eine starke Ausdünnung der Haut eine Operation notwendig machen. Das gilt vor allem, wenn das Ganglion droht aufzuplatzen und das Risiko für eine Infektion besteht.

Ein operativer Eingriff aus rein optischen Gründen sollte sorgfältig geprüft werden und gegen die möglichen Risiken abgewogen werden.

Dr. Hans-Georg Damert: „Die Entfernung des Ganglions kann durch eine offene Operation erfolgen. In manchen Fällen bietet sich alternativ die minimalinvasive, arthroskopische Gelenkspiegelung an, bei der das Ganglion entfernt wird. Dies hängt allerdings von der Lage des Ganglions ab.“

image
Kliniken, Arztpraxen und Expert:innen finden

Welche Operationsrisiken gibt es?

Neben den allgemeinen Operationsrisiken kann es zu narbigen Verklebungen mit Bewegungseinschränkungen kommen. Da sich in der Nähe des Ganglions feine Nerven befinden können, kann es bei einer Verletzung zu einer vorübergehenden Überempfindlichkeit oder Taubheit führen.

Das Wiederauftreten (Rezidiv) des Ganglions nach vollständiger operativer Entfernung wird mit etwa fünf Prozent angegeben.

Nachbehandlung: Wie geht es nach der Operation weiter?

Je nach Umfang der Operation kann das Handgelenk oder der Finger kurzzeitig mithilfe einer Schiene ruhiggestellt werden.

Einfache Tätigkeiten mit der Hand sind nach der Wundheilung, etwa zwei Wochen nach der Operation, meist wieder möglich. Schwere manuelle Tätigkeiten sind oft nach vier bis sechs Wochen möglich. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, worauf Sie achten sollten.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

Insgesamt kann zwar das Wiederauftreten eines Ganglions nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden.

Die Aussichten, dass sich die Beschwerden bessern, sind jedoch sehr gut, sodass die Operation bei passender medizinischer Indikation empfohlen werden kann.

FAQ

Wenn Sie Schmerzen haben, es schnell wächst, die Beweglichkeit eingeschränkt ist oder Kribbeln und Taubheitsgefühle auftreten, sollten Sie zunächst Ihre hausärztliche Praxis aufsuchen.

 

Eine Sicht- und Tastuntersuchung sowie ergänzende bildgebende Verfahren können klären, ob es sich um ein Ganglion oder eine andere Ursache der Schwellung handelt.

Ein Ganglion ist meist eine rundliche oder kugelige Schwellung unter der Haut. Es tritt besonders häufig am Handgelenk, an den Fingern oder auch am Fuß auf. Je nach Lage kann es zudem mit Symptomen wie Schmerzen oder einem Druckgefühl sowie einer Bewegungseinschränkung einhergehen. 

Nein, ein Ganglion ist in der Regel nicht gefährlich. Es handelt sich um eine gutartige Veränderung des Weichteilgewebes (Weichteiltumor). Vielmehr wird es von Betroffenen als optisch störend empfunden. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen entwickelt sich das Ganglion spontan zurück.

 

Es kann jedoch Beschwerden verursachen, wie Schmerzen, ein Druckgefühl oder Bewegungseinschränkungen. 

Nein, in den meisten Fällen wird ein Ganglion nur operiert, wenn es Beschwerden verursacht: bei starken Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder wenn das Ganglion auf Nerven drückt. Es kann entweder durch eine Punktion, bei der Flüssigkeit abgelassen wird, oder – wenn das Ganglion häufig erneut auftritt – operativ behandelt werden. 

Der Begriff „Überbein“ wird im Bereich der Hand meist umgangssprachlich für den medizinischen Fachbegriff „Ganglion“ verwendet. Es beschreibt jedoch dasselbe. 

Grundsätzlich gibt es keine Garantie, dass Sie einem Ganglion vorbeugen können, da die genauen Ursachen nicht bekannt sind. Da Überlastungen eine mögliche Ursache sind, können Sie das Risiko senken, indem Sie folgende Tipps beachten:

 

  • regelmäßige Entspannungsübungen für die Gelenke der Hand und Finger
  • ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz
  • regelmäßige Dehn- und Streckübungen zur Lockerung der Muskulatur
  • Sport- und Unfallverletzungen richtig auskurieren

Die erste Abklärung erfolgt oft in der hausärztlichen Praxis. Zur weiteren Behandlung oder bei einer benötigten Operation erhalten Sie eine Überweisung an die Orthopädie oder Handchirurgie.

Termin buchen