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Schulterarthrose erkennen & behandeln

Starke Schmerzen, vor allem beim Anheben des Armes, können auf eine Schulterarthrose hinweisen. Erfahren Sie, wie sie entsteht und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

02.07.2026 Lesedauer: - Min.
Medizinisch geprüft von Jörg Neumann
Schulterarthrose
Inhaltsverzeichnis

Schulterarthrose: Wichtiges auf einen Blick

  • Eine Schulterarthrose entsteht durch den Verschleiß des Gelenkknorpels.
  • Typische Beschwerden sind Schmerzen und Bewegungseinschränkungen beim Anheben und Drehen des Armes.
  • Konservative Maßnahmen umfassen unter anderem Medikamente, Injektionen und Physiotherapie.
  • Ein Gelenkersatz kommt infrage, wenn die konservativen Verfahren keine Linderung mehr bringen.

Schultergelenk: Aufbau und Funktion

"Das Schultergelenk, auch Glenohumeralgelenk genannt, ist ein komplexes Kugelgelenk. Es besteht aus dem Oberarmkopf und der Gelenkpfanne, beide sind jeweils mit Knorpelgewebe überzogen", sagt Dr. Jörg Neumann, Leitender Arzt in der Gelenkchirurgie in der Helios ENDO-Klinik Hamburg.

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers. Die Arme lassen sich nach vorne und hinten schwingen, abspreizen und heranführen, aber auch nach innen und außen drehen.

Zusammen mit folgenden Strukturen bildet es die Schulter:

  • Schulternebengelenke
  • Schlüsselbein (Clavikula)
  • Schulterblatt (Scapula)
  • Muskulatur, Sehnen, Bänder und angrenzende Schleimbeutel

Was ist eine Schulterarthrose?

Der verschleißbedingte Knorpelabbau im Schultergelenk wird als Schultergelenkarthrose (Omarthrose) bezeichnet. Sie ist deutlich seltener als die Arthrose des Hüft- und Kniegelenkes. Bei der Omarthrose reiben die Knochen aufeinander und das umliegende Gewebe kann sich entzünden. Die Folge sind Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Man unterscheidet zwischen einer primären und einer sekundären Form der Schulterarthrose. Bei beiden Formen verschleißt der Gelenkknorpel zunehmend.

Primäre Schulterarthrose:

Bei dieser Form liegt meist eine genetische Veranlagung und/oder Überbeanspruchung für den Verschleiß vor. Die Schädigung des Gelenkknorpels ist auf ein Ungleichgewicht zwischen knorpelaufbauenden und -abbauenden Prozessen zurückzuführen. Sie tritt bei rund 33 Prozent der über 60-Jährigen ohne eine vorherige Verletzung auf.

Sekundäre Schulterarthrose:

Die sekundäre Schulterarthrose kann auch bei jüngeren Menschen auftreten. Sie ist häufig die Folge von Überlastungen, Schäden an der Rotatorenmanschette (Muskel-Sehnen-Platte), Entzündungen (Rheuma) oder Unfällen.

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Helios ENDO-Klinik Hamburg

Leitender Arzt

Das Schultergelenk, auch Glenohumeralgelenk genannt, ist ein komplexes Kugelgelenk. Es besteht aus dem Oberarmkopf und der Gelenkpfanne, beide sind jeweils mit Knorpelgewebe überzogen.

Symptome einer Omarthrose

Typische Beschwerden sind unspezifische Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkungen. Im weiteren Verlauf können die Symptome auch in Ruhe und besonders nachts auftreten.

Zu Beginn der Omarthrose treten die Beschwerden bei Drehbewegungen und dem seitlichen Abspreizen des Armes auf. Im Verlauf sind sämtliche Bewegungen schmerzhaft und die Bewegungseinschränkung nimmt zu. Auch Reiben und Knirschen im Gelenk ist möglich.

Diagnose einer Schulterarthrose

Im ersten Schritt findet ein ausführliches Gespräch zu Art und Dauer der Beschwerden sowie zu bisherigen Behandlungen und Einschränkungen im Alltag statt. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung kann unter anderem das Bewegungsausmaß bewertet werden.

Zur Standarddiagnostik gehört eine Röntgenaufnahme. In den Röntgenbildern lassen sich eine Gelenkspaltverschmälerung, knöcherne Anbauten (Osteophyten) und der Pfannenverschleiß beurteilen.

Zudem können folgende Untersuchungsmethoden herangezogen werden:

  • Ultraschall u. a. zur Beurteilung der Rotatorenmanschette
  • Magnetresonanztomographie (MRT) u. a. zur Beurteilung der Rotatorenmanschette und Sehnenqualität
  • Computertomographie zur Beurteilung der Gelenkpfannenorientierung

Behandlung einer Schulterarthrose

Zur Behandlung stehen verschiedene Therapiekonzepte zur Verfügung.

Konservative Therapie

Befindet sich der Schultergelenkverschleiß noch in einem frühen Stadium, kommen verschiedene konservative Behandlungsmöglichkeiten infrage.

Ziele der nicht-operativen Verfahren sind:

  • Schmerzen reduzieren
  • Gelenkmobilität verbessern oder erhalten
  • Fortschreiten der Arthrose verlangsamen

Entzündungshemmende Medikamente können zur Schmerzlinderung beitragen. Eine Injektion in das Schultergelenk kann erwogen werden, um akute Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu behandeln. Wichtig: Medikamente und Injektionen können Schmerzen reduzieren, sind aber keine dauerhafte Lösung.

Ebenfalls eine wichtige Rolle spielt Physiotherapie. Sie kann mit gezielten Dehnübungen die Schulterbeweglichkeit verbessern und schmerzhafte Verspannungen lösen.

Operative Therapie

Reichen konservative Maßnahmen nicht mehr aus, kann eine Operation sinnvoll sein. Je nach Art der Abnutzung und Grad der Arthrose kommen verschiedene Verfahren in Frage.

Eine Schultergelenksspiegelung bei beginnender Arthrose mit Spülung und Reinigung des Schultergelenkes (arthroskopische Gelenkstoilette) kann die Schmerzen vorübergehend lindern. Die Erfolgschancen dieses Eingriffs sind jedoch nicht sicher voraussagbar.

Eine Kunstgelenkersatzoperation an der Schulter kann nötig werden, wenn das Gelenk bereits stark durch die Arthrose geschädigt ist.

Unterschieden wird zwischen zwei verschiedenen Arten der Schulterprothesen:

  • Anatomische Prothesen werden bei intakter Rotatorenmanschette eingesetzt und ahmen die natürliche Form des Schultergelenks nach. Der Oberarmkopf wird durch eine Metallprothese und die Gelenkpfanne durch eine Kunststoffscheibe ersetzt.
  • Inverse (umgekehrte) Prothesen werden eingesetzt, wenn die Rotatorenmanschette defekt ist. Besonderheit dieser Prothese ist, dass die Position von Gelenkkopf und Gelenkpfanne vertauscht sind. Das heißt, der Oberarmkopf wird zu Pfanne und die flache Gelenkpfanne zum Kopf.

"Schulterendoprothesen ermöglichen die genaue Wiederherstellung der unterschiedlichen Winkel- und Größenverhältnisse des Oberarmkopfes und der Gelenkpfanne. Durch sie kann der verschlissene Knorpel am Oberarmkopf, und wenn erforderlich auch an der Gelenkpfanne, ersetzt werden. Die Funktionsfähigkeit eines künstlichen Schultergelenkes beträgt durchschnittlich 10 bis 15 Jahre", sagt Dr. Jörg Neumann.

Welches Verfahren geeignet ist, richtet sich unter anderem nach dem Grad der Arthrose und der Knochenbeschaffenheit. Die Haltbarkeit der Prothese hängt unter anderem von der Beanspruchung, der Qualität des Knochens und vom Typ der Prothese ab.

Postoperative Nachbehandlung

Nach der Operation wird der Arm mit einer Orthese oder Bandage ruhiggestellt. Die Physiotherapie schließt sich bereits kurz nach der Operation mit einem genau abgestimmten Behandlungskonzept an. Auf der Seite des operierten Schultergelenks sollten zunächst keine Gewichte über fünf Kilogramm getragen oder gehoben werden.

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Sport mit Schulterendoprothese

Nach der Implantation einer Schulterprothese können viele Patientinnen und Patienten wieder sportlich aktiv sein. Regelmäßige sportliche Aktivitäten sind sinnvoll, da sie das Einwachsen der Prothese unterstützen, die Muskulatur stärken und Herz-Kreislauf-Beschwerden vorbeugen können.

Besonders geeignet sind Sportarten wie:

  • Aquajogging
  • Wandern
  • Radfahren
  • Tanzen
  • Jogging

Zu vermeiden sind Sportarten wie zum Beispiel Basketball, Fußball, Handball, Klettern, Squash, Turnen und Zweikampfsportarten.

Ob die gewünschte Sportart weiter betrieben werden kann, sollte immer mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden. Dadurch kann individuell und in Abhängigkeit von der Operationsmethode sowie des eingesetzten Schultergelenkimplantates und des sportlichen Leistungsniveaus eine Entscheidung getroffen werden.

FAQ

Der abgenutzte Knorpel kann nicht wieder aufgebaut werden. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt unter anderem davon ab, wie weit die Arthrose fortgeschritten ist. Möglich sind schmerztherapeutische, physiotherapeutische und operative Maßnahmen. 

Nein, eine Arthrose in der Schulter ist nicht heilbar

Durch die zunehmenden Bewegungseinschränkungen und den Kraftverlust der Schulter in fortgeschrittenen Stadien kann die Arthrose bis in die Rücken- und Nackenmuskulatur ausstrahlen

Es kann helfen, wenn Sie auf dem Rücken oder der gesunden Seite schlafen. Druck auf das betroffene Gelenk sollten Sie vermeiden. Um das Schultergelenk zu entlasten, können Sie den Arm auf einem Kissen lagern.

 

Vor dem Schlafen können auch sanfte Dehnübungen helfen, die Muskulatur zu lockern. 

Sie können sich an Ihre hausärztliche Praxis wenden. Von dort werden Sie bei Bedarf an eine orthopädische Praxis überweisen, bestenfalls mit dem Schwerpunkt Schulterchirurgie. 

Bei einer Kalkschulter handelt es sich um eine Verkalkung der Sehnen der Schulter. Meist betrifft sie den Bereich der Rotatorenmanschette. Typisch ist ein andauernder Nachtschmerz. Die Erkrankung verläuft in Schüben, sodass auch beschwerdefreie Phasen möglich sind.

 

Schulterarthrose ist ein fortschreitender Prozess, bei dem es zum Verschleiß des Gelenkknorpels kommt. Dadurch reiben im Verlauf die Knochen aufeinander und es kommt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. 

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Omarthrose – Pathogenese, Klassifikation, Diagnostik und Therapie Online: https://www.springermedizin.de/... (Zugriff am 02.07.2026)


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