Verletzungen der Hüfte und des Oberschenkels

Hüftgelenk

Ziel ist die Wiederherstellung der Gelenkfunktion durch gelenkerhaltende (rekonstruktive, osteosynthetische) oder gelenkersetzende (endoprothetische) Verfahren. Ist die Durchblutung des Hüftkopfes gewährleistet, kann ein hüftgelenksnaher Bruch durch spezielle Implantate behandelt werden:

  • Dynamische Hüftschraube bei nicht verschobenen Schenkelhalsfrakturen
  • Alternativ Verschraubung des Schenkelhalses mittels kanülierter Schrauben  
  • Gammanagelversorgung bei allen Frakturen im Bereich des äußeren Anteil des Schenkelhalses oder im Bereich der Rollhügel

Ist die Durchblutung des Hüftkopfes nicht mehr gewährleistet kommen ersetzende Verfahren zum Einsatz: 

  • Bei jüngeren, aktiven Patienten (etwa <70.LJ) und älteren, aktiven Patienten mit deutlichem Gelenkverschleiß wird der Einsatz einer Vollprothese in Erwägung gezogen.
  • Bei älteren Patienten mit eingeschränkter Mobilität, ohne wesentlichen Gelenkverschleiß Implantation einer Duokopfprothese.

Egal, welches Prinzip der Versorgung des Bruchgeschehens zur Anwendung kommt, kann der Verunfallte in der Regel nach der Operation unmittelbar voll belasten und damit schnell wieder mobil werden.

 

Oberschenkel 

Wenn die Bruchform es zulässt, kommen moderne intramedulläre (im Markraum  befindliche Kraftträger) zum Einsatz. Damit können die Brüche meist eingerichtet werden, ohne die Bruchenden freilegen zu müssen. Diese Versorgungsformen lassen i.d.R. direkt postoperativ eine Vollbelastung zu.  

  • so genannte antegrade Oberschenkelnägel, die von Seite des Hüftgelenkes her eingebracht werden und den Knochen von innen schienen
  • so genannte retrograde Oberschenkelnägel, die von Seite des Kniegelenkes her eingebracht werden und den Knochen von innen schienen

Falls ein offenes Wiedereinrichten der Brüche erforderlich ist, kommen so genannte winkelstabile Implantate (dabei sind die Schraubenköpfe mit der Platte verschraubbar – für ein deutliches Plus an Stabilität) aus gut verträglichem Titan zum Einsatz.

Bei Patienten mit ausgedehntem Weichteilschaden, offenen Bruchformen oder Patienten in kritischem Allgemeinzustand, die eine größere Operation unter Umständen nicht verkraften würden, kommen sogenannte Fixateur externe Systeme (äußere Festhalter, die über PINs den Knochen halten) zum Einsatz. 

Behandlungsmöglichkeiten von Verletzungen der Hüfte und Oberschenkel In folgendem Dokument finden Sie veranschaulicht weitere Behandlungsmöglichkeiten bei Verletzungen der Hüfte und Oberschenkel zum Download.