Kreuzbandersatz

Besteht nach der Ruptur des vorderen Kreuzbandes trotz primärer konservativer Therapie eine subjektive und objektive Instabilität, so sollte die Kreuzbandersatzplastik in Betracht gezogen werden. Die Gefahr für sekundäre Schäden wie Meniskus- und Knorpelschäden (Arthrose) ist ansonsten deutlich erhöht.

Vorbereitung:

Im Rahmen einer Vorstellung in unserer Sprechstunde erfolgt die genaue Anamnese (Zeitpunkt und Mechanismus der Verletzung, Beschwerden, funktioneller Anspruch) und die gelenkbezogene körperliche Untersuchung.

Anhand von Röntgenbildern und einer MRT-Untersuchung werden Begleitverletzungen ausgeschlossen bzw. in die Therapieplanung mit eingeschlossen.

Operationstechnik:

Nach arthroskopischer Bestätigung des präoperativ erhobenen MRT Befundes erfolgt die Entnahme der sogenannten „Hamstrings“. Hierbei handelt es sich um Sehnen am inneren Oberschenkel, welche sich aufgrund ihrer Dicke und Länge sehr gut zur Rekonstruktion des Kreuzbandes eignen. Meist ist die Entnahme einer der Sehnen (Sehne des M. semitendinosus) ausreichend. Die Sehnenentnahme wird vom Körper sehr gut toleriert, gelegentlich kommt es zu einer temporären Kniebeugekraftminderung.

Wir wenden die arthroskopisch assistierte anatomische Rekonstruktion in Einzelbündeltechnik an. Bei Patienten mit großem Kniegelenk (und damit einhergehendem großem „footprint„ der Kreuzbandinsertionen) ist theoretisch auch eine Versorgung in Doppelbündeltechnik gut möglich.

Die korrekte Positionierung der Bohrkanäle erfolgt unter ständiger Kontrolle über die Kamera.

Die sichere Fixation des Transplantates erfolgt am Oberschenkelknochen mit einem dafür speziell entwickelten Button (Befestigungsknopf), am Unterschenkelknochen wird eine resorbierbare Schraube benutzt. Eine Materialentnahme ist nicht nötig.

In gleicher Sitzung erfolgt ggf. die Glättung, Entfernung oder Naht beschädigter Meniskusteile sowie die Behandlung von Knorpelverletzungen.

 

Stationärer Aufenthalt:

An die Operation schließt sich in der Regel ein kurzstationärer Aufenthalt an (2-3 Tage). So kann eine engmaschige Wundkontrolle, eine suffiziente Schmerztherapie sowie eine frühe physiotherapeutische Behandlung garantiert werden.

Nachbehandlung:

Die Nachbehandlung besteht aus intensiver Krankengymnastik sowie einem raschen Belastungsaufbau mit Begrenzung der Flexion für die ersten Wochen.

Direkt postoperativ erfolgt vorerst die passive Beübung auf der Motorschiene. Später wird die Beugung und Belastung sukzessive gesteigert. Ziel ist die richtige Kombination aus einem sicheren und reizlosen Einheilen des Transplantates und einem raschen Erreichen des physiologischen Bewegungsumfanges.

Unser bewehrter postoperativer Therapiealgorithmus begleitet die Patienten bis zur vollständigen Genesung.

Es besteht in der Regel eine postoperative Arbeitsunfähigkeit für 3-4 Wochen. Die Rückkehr zum Sport ist je nach Sportart und Leistungsniveau nach 6 bis 9 Monaten möglich. Die meisten Sportler erreichen wieder das prätraumatische Leistungsniveau.

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