Männern fehlt die Achtsamkeit

Männern fehlt die Achtsamkeit

Erfurt

Tag der Männergesundheit im Erfurter Rathaus

„Männer können alles. Männer kriegen Herzinfarkt“. Das singt Herbert Grönemeyer seit 1984 und das sagte im Rathaus während des Männergesundheitstages Prof. Thomas Steiner, Chefarzt der Urologie im Helios Klinikum, zu dem wirklich nur Männer zugelassen waren. Er weiß, wovon er spricht: Männer gehen nicht nur äußerst ungern zum Arzt, sie nehmen es häufig auch nicht ganz so genau mit der gesunden Ernährung. Diesen Schluss müsse man ziehen, wenn man wisse, dass laut Statistischem Bundesamt 60 Prozent der Männer übergewichtig seien, 18 Prozent sogar stark übergewichtig. Und dennoch lebten sie unverändert in dem Klischee, sie seien gesund und stark.

„Ein plötzliches Auftreten von Potenzstörungen kann ein Frühzeichen für einen Herzinfarkt sein.“

Prof. Thomas Steiner | Chefarzt der Urologie

Der Urologie kommt laut Prof. Steiner eine zentrale Rolle in der Vorsorge zu. Dabei gehe es keinesfalls nur im die Krebsvorsorge, so wichtig sie auch sei. „Ein plötzliches Auftreten von Potenzstörungen kann ein Frühzeichen für einen Herzinfarkt sein“, erklärte er. Innerhalb der nächsten zwei Jahre von Potenzstörungen hätten Männer ein dreifach erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt, so eine Studie. Das heißt, Männer mit erektiler Dysfunktion (Potenzstörung) müssten auch an einen Internisten überwiesen werden, ist der Urologe überzeugt.

Prof. Steiner dürfte die Zuhörer im Rathaus zum Nachdenken gebracht haben. Auch, weil er für Vorsorge-Untersuchungen plädiert, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht alle bezahlt werden. Dazu zählen unter anderem ein Belastungs-EKG schon jenseits der 40 und ohne Beschwerden und auch die Sonografie (Ultraschall), um Gefäßveränderungen frühzeitig zu erkennen. Dafür aber würden zunehmend größere Arbeitgeber solche Vorsorge-Untersuchungen finanzieren.

„Männern fehlt häufig die Achtsamkeit sich selbst gegenüber“, zieht Prof. Steiner das Fazit seiner beruflichen Erfahrung. Wie singt doch Grönemeyer: „Männer sind so verletzlich“. Doch das zeigen sie nicht gern – und schon gleich gar nicht ihrer Gesundheit zuliebe.

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