Leistungen eines Tumorzentrums
Am 4. Februar ist Welt-Krebs-Tag

Leistungen eines Tumorzentrums

Erfurt

Das neue Thüringer Krebsregistergesetz und die Schaffung einer zentralen Datenbank sollen dazu beitragen, die Qualität der Tumordokumentation weiter zu verbessern.

In der Obhut von Dr. rer. nat. Hubert Göbel, dem Abteilungsleiter vom Tumorzentrum Erfurt, befinden sich aktuell rund 165.000 dokumentierte Krebsfälle aus der Region Mittel- & Westthüringen. Jährlich werden in Erfurt etwa 40 Prozent aller Krebsfälle ganz Thüringens neu erfasst. Zum Welt-Krebs-Tag am 04. Febuar macht Dr. Göbel auf eine wichtige Aufgabe von Tumorzentren aufmerksam: die Dokumentation aller Krebspatienten in Registern. Mit dem neuen  Krebsregistergesetz, das mit der Jahreswende in Kraft getreten ist, wird nun eine der Hauptaufgaben der fünf Thüringer Tumorzentren in Gera, Jena, Suhl, Nordhausen und Erfurt zu einer einheitlich geregelten Angelegenheit des Freistaats.

Leistungen eines Tumorzentrums

Dr. Göbel dokumentiert bei seiner Arbeit die gesamte Krankengeschichte eines  Krebspatienten: Vorgeschichte, derzeitige Befunde sowie die durchgeführten Behandlungen samt Medikation werden festgehalten. Das ermöglicht den verantwortlichen Ärzten jederzeit einen detaillierten Überblick über die Krankengeschichte und hilft, insbesondere bei langen Krankheitsverläufen, Fehlbehandlungen aufgrund unzureichender Informationen zu vermeiden. Die Daten des Krebsregisters werden regelmäßig auch in den wöchentlichen interdisziplinären Fallbesprechungen im Helios Klinikum Erfurt zurate gezogen. Nach erfolgreich abgeschlossener Therapie wird die Nachsorge noch mindestens für weitere fünf Jahre festgehalten.

Dr. rer. nat. Hubert Göbel | Abteilungsleiter im Tumorzentrum Erfurt

Die Überprüfung der Einhaltung vorgegebener Qualitätsleitlinien bei der Behandlung von Krebspatienten ist ebenfalls eine weitere wichtige Aufgabe, der sich das Tumorzentrum mit Dr. Göbel annimmt. Mit anonymisierten Daten werden auch Statistiken zu den einzelnen Tumorarten erstellt. So kann über die Jahre hinweg dargestellt werden, ob sich Therapien bewährt haben. Aus solchen statistischen Auswertungen lassen sich Verbesserungsmöglichkeiten für die Behandlung ableiten: Es wird zunehmend auf schonende Therapien gesetzt, die beispielsweise nicht die Entfernung eines gesamten Organes nach sich ziehen.

Das neue Thüringer Krebsregistergesetz und die Schaffung einer zentralen Datenbank, in die künftig die Daten der bestehenden Tumorzentren einfließen, werden dazu beitragen, die Qualität der Tumordokumentation weiter zu verbessern. Patienten und Ärzte können somit das Potential des Krebsregisters voll ausschöpfen: Umfangreiche Informationen zu den Krankheitsverläufen stehen zur Verfügung und helfen, die  individuelle Behandlung zu verbessern.