Harninkontinenz – das muss nicht sein!

Harninkontinenz – das muss nicht sein!

Erfurt

Am 30. Juni ist internationaler Inkontinenztag 2018

Besonders Frauen haben im Alter häufig unter einer schwachen Blase und ständigem Harndrang zu leiden. Doch das muss nicht sein, weiß Priv.-Doz. Dr. med. Gert Naumann, Chefarzt der Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Helios Klinikums Erfurt. Vor dem Hintergrund des internationalen Inkontinenztags klärt der Experte auf.

„Nicht in jedem Fall ist eine Blasenschwäche als Erkrankung anzusehen. Wer ab und zu unkontrolliert ein paar Tropfen Urin verliert, muss sich keine Sorgen machen.“

Priv.-Doz. Dr. med. Gert Naumann | Chefarzt der Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Verschiedene Risikofaktoren können zu einer Überbeanspruchung des Beckenbodens und damit zu einer Blasenschwäche führen. Dazu gehören Entbindungen oder Operationen wie die Entfernung der Gebärmutter. Aber auch Übergewicht, eine genetische Vorbelastung oder eine Bindegewebsschwäche können den Beckenboden strapazieren. Häufig tritt eine Blasenschwäche oft auch als Begleiterscheinung von Diabetes, den Wechseljahren und bestimmten neurologischen Krankheitsbildern auf.

Doch Dr. Nauman gibt Entwarnung: „Nicht in jedem Fall ist eine Blasenschwäche als Erkrankung anzusehen. Wer ab und zu unkontrolliert ein paar Tropfen Urin verliert, muss sich keine Sorgen machen.“ Vielmehr rät er in diesen Fällen zu Gelassenheit: „Das passiert“, sagt er. Wer jedoch am Tag sehr oft auf Toilette müsse und auch nachts häufig Harndrang verspüre, sollte mit seinem Arzt darüber sprechen, empfiehlt der Experte.

Die gute Nachricht für Betroffene: Eine Blasenschwäche ist sehr gut behandelbar. Einer belastungsbedingten Harninkontinenz kann zum Beispiel durch gezieltes Beckenbodentraining oder Muskelstimulation entgegengewirkt werden. „Wichtig ist, ein Gefühl für den eigenen Beckenboden zu entwickeln. Regelmäßiges und gezieltes Beckenbodentraining ist sehr effektiv und eignet sich für Frauen jeden Alters. Je früher man damit anfängt, desto besser“, empfiehlt Dr. Naumann. Schlagen diese konservativen Therapiemaßnahmen nicht an und die Patientin wünscht dies ausdrücklich, kann zuletzt auch eine Operation Abhilfe schaffen. „Dabei legt der Arzt eine Vaginalschlinge um die Harnröhre. Dieses Band ist nicht zu spüren und stabilisiert die Harnröhre ohne sie einzuengen“, erklärt Dr. Naumann. Bei einer Reizblase hingegen helfen lokale Hormontherapien oder die Einnahme von Blasen beruhigenden Wirkstoffen.

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Frauenheilkunde & Geburtshilfe im Helios Klinikum Erfurt

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