Szintigraphie des Herzens

Die Verengung der Herzkranzgefäße ist eine häufige Krankheit, deren frühzeitige Diagnose oder Verlaufsbeurteilung nach Intervention (Stent- Implantation oder Bypass-OP)  für Sie große prognostische Bedeutung hat.

Die Herzszintigraphie stellt ein sehr empfindliches und nicht-invasives Verfahren dar, das ein schnelles und genaues Ergebnis liefert. Ziel ist, Engstellen in Herzkranzgefäßen zu erkennen, deren Therapie zu einer verbesserten Durchblutung des Herzmuskels führt.

Vorbereitung und Durchführung:

Bitte erscheinen Sie nüchtern (Wasser als Getränk erlaubt). Diabetiker können ein kleines leichtes Frühstück einnehmen (4 Stunden Nahrungskarenz). Verzichten Sie unbedingt auf Koffein, schwarzen Tee und Schokolade.
Für eine gute Beweglichkeit und Ihr Wohlbefinden ist eine bequeme, eher sportliche Kleidung hilfreich. Bringen Sie bitte Ihre Chipkarte, den Überweisungsschein und kardiologische Vorbefunde mit.

Folgende Medikamente sollten nach Rücksprache mit Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt beziehungsweise Ihrer Kardiologie/Ihrem Kardiologen im Vorfeld pausiert werden (Untersuchungstag nicht eingerechnet):

  • Betablocker:
    • Metoprolol: 1 Tag
    • Bisoprolol: 2 Tage
    • Nebivolol: 4 Tage
    • Nifedipin: 1 Tag
    • Verapamil: 1 Tag
    • Amlodipin: 5 Tage
    • Enalapril: 2 Tage
    • Lisinopril: 2 Tage
    • Ramipril: 3 Tage
    • Molsidomin: 1 Tag
    • Pentalong: 1 Tag
    • ISMN: 3 Tage

Für die Untersuchung sollen Sie sich auf einem Fahrrad-Ergometrie dosiert sportlich betätigen, wodurch sich die Durchblutung der Herzkranzgefäße erhöht. Alternativ kann ein Medikament zur Durchblutungssteigerung angewendet werden (z. B. bei fehlender Ausbelastung in der Fahrrad-Ergometrie, bei schmerzenden Gelenken, Gelenkprothesen, bestimmten Herzrhythmusstörungen oder bei einem Herzschrittmacher).

Auf dem Höhepunkt der Belastung wird Ihnen über einen zuvor gelegten venösen Zugang am Arm (Flexüle) ein radioaktives Präparat injiziert, das sich entsprechend der lokalen Durchblutung im Herzen anreichert. Die Aufnahmen ca. 45 Minuten später (Stress) machen das Verteilungsmuster sichtbar.

Sollte hier eine lokal verminderte Perfusion (Durchblutung) im Herzmuskel auffallen, werden etwa zwei Stunden später und nach erneuter Applikation des selben radioaktiven Stoffes (ohne Ergometrie) nochmals Bilder angefertigt (Ruhe). Sie zeigen eine Differenz zwischen Ruhe- und Belastungsdurchblutung im Herzmuskels an.

Die Untersuchung kann an einem Tag (Stress + Ruhe) oder an zwei unterschiedlichen Tagen (Stress - Pause - Ruhe) durchgeführt werden. Näheres besprechen wir bei Terminierung.  

Unabhängig vom Protokoll sollen Sie jeweils nach Applikation des Radiopharmakons eine fettreiche Reizmahlzeit einnehmen. Sie sorgt für einen schnelleren Abtransport des „überschüssigen“ radioaktiven Präparates aus dem Magen-Darm-Trakt und erhöht damit die Bildqualität. Bitte bringen Sie unbedingt ein Lunchpaket (je nach Geschmack: Brot/Brötchen mit Wurst, Käse, Butter...) und Ihre ggf. pausierten Herzmedikamente mit.

Planen Sie bitte im Eintagesprotokoll eine Untersuchungszeit von insgesamt fünf Stunden ein (mit Pausen); im Zweitagesprotokoll ca. zwei Stunden . Ein konkreter Zeitplan wird Ihnen vorgegeben.

Da wir für die Auswertung der Untersuchungsergebnisse einige Zeit benötigen, wird Ihnen zum Schluss kein vorläufiger Befund mitgeteilt. Der Endbefund geht innerhalb von zwei bis drei Tagen per Post an Ihre überweisende Ärztin/Ihren überweisenden Arzt.

Beispiel einer belastungsbedingten Durchblutungsstörung in der Vorderwand der linken Herzkammer.

Strahlendosis:

Die mit der Untersuchung verbundene Strahlendosis ist entspricht etwa dem Wert einer Computertomografie. Da das Radiopharmakon vorwiegend über den Stuhl ausgeschieden wird, sollten Sie nachfolgend eine Verstopfung vermeiden.

Allergien oder Nebenwirkungen auf das Radiopharmakon sind nicht bekannt. Eine Schwangerschaft muss ausgeschlossen sein.   

Zusammenfassung (Durchführung)

  • Anmeldung
  • Aufklärung
  • Legen einer Dauerverweilkanüle (Flexüle) am Arm
  • Ruhe-EKG
  • Belastung (ergometrisch oder medikamentös); Applikation des Radiopaharmakons
  • fettreiche Mahlzeit und Stress-Aufnahme unter der Gammakamera
  • ärztliche Entscheidung: Ruhe-Untersuchung?; wenn nein: Ende
  • wenn ja: nochmalige Applikation des Radiopharmakons ohne Belastung
  • fettreiche Mahlzeit und Ruhe-Aufnahme unter der Gammakamera; Ende