Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

SOP PECS-Blockade (Ultraschall)

Bei der PECS-Blockade handelt es sich um eine Faszienblockade, bei der durch ultraschallgestützte Gabe eines Betäubungsmittels die Weiterleitung von Impulsen über die Nervi pectorales medialis und lateralis sowie die lateralen und ventralen Äste der zugehörigen Spinalnerven Th1-Th6 vorübergehend unterbrochen wird.

1 Indikation

  • PECS I- + PECS II-Blockade für Mammachirurgie mit Axillabeteiligung
  • PECS II-Blockade für Operationen in der Axilla  

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2 Lagerung

  • Rückenlage des Patienten
  • der Anästhesist steht am Kopf des Patienten
  • das Ultraschallgerät auf Höhe des Brustkorbs auf der Punktionsseite.

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4 Durchführung

  • Lineare Ultraschallsonde longitudinal im Bereich der Mohrenheim-Grube (Trigonum deltoideopectorale) aufsetzen.
  • Darstellung A. und V. subclavia.
  • Anschließend die Ultraschallsonde nach kaudal bewegen und auf Höhe der 3. Rippe das distale Ende des Schallkopfes ca. 70° nach lateral drehen und posterior bis zum lateralen Ende des M. pectoralis minor gleiten.
  • Darstellung der  folgender Muskelschichten von außen nach innen: 
    • M. pectoralis major
    • M. pectoralis minor
    • M. serratus anterior
    • Interkostalmulskulatur

4.1 PECS I

  • Die Gabe des Lokalanästhetikums erfolgt in die Faszienschicht zwischen dem M. pectoralis major und minor.
  • Leitstruktur A. thorakoacrominalis

4.2 PECS II

  • Die Nadel in plane ein kleines Stück in den M. serratus anterior und unter Rückzug der Nadel 0,5 ml weise Gabe von NaCl 0,9%, bis sich die Flüssigkeit in der  Faszienschicht zwischen M. pectoralis minor und M. serratus anterior ausbreitet. Dann  Gabe des Lokalanästhetikums.
  • Analgesie: 20 ml Ropivacain 0,375 % PECS II, 10 ml Ropivacain 0,375 % PECS I
  • Anästhesie: 20 ml Ropivacain 0,5 % (für Shuntchirurgie in der Axilla, in Kombination mit supraclavikulärer Blockade)
  • Nadel: 5 cm, 21 G, Nadelführung in plane

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5 Literatur

  • Blanco R. Anaesthesia 2011 Sep;66(9):847-8.
    doi: 10.1111/j.1365-2044.2011.06838.x.

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Stand: 20.08.2019

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