Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

SOP Axilläre Plexus brachialis-Blockade (Ultraschall)

Die axilläre Blockade ist ein Regionalanästhesieverfahren, das operative Eingriffe am Arm ermöglicht. Dabei werden durch die Injektion von Lokalanästhetika im Bereich der Achsel die Nerven des Plexus brachialis (Nervus medianus, Nervus ulnaris, Nervus radialis, Nervus musculocutaneus) reversibel blockiert.

2 Lagerung

  • Rückenlage des Patienten, Abduktion des Armes um 90°, ggf. Beugung im Ellenbogengelenk um 90° zur Verbesserung der Punktionsbedingungen.
  • Der Anästhesist steht/sitzt an der Flanke und das Sonografiegerät befindet sich auf Kopfhöhe der Punktionsseite.
  • Eine eingeschränkte Schulter-/Ellenbogenmobilität des zu anästhesierenden Arms kann die Lagerung zur Blockade für den Patienten unangenehm oder unmöglich machen. In diesen Fällen ist primär eine supra-/infraklavikuläre Blockade zu bevorzugen.

Zum Inhaltsverzeichnis

3 Material und Zubehör

  • Stimulationskanüle Pajunk  50 mm 22 G
  • Sono-Gerät
  • Analgesie: Ropivacain 0,5 %
  • Anästheise: Ropivaciain 0,75%
  • bei kurzen Eingriffen: Prilocain 1%
    • 5 ml an N. radialis
    • 5 ml an N. medianus
    • 5 ml an N. ulnaris
    • 5 ml an N. musculocutaneus

Zum Inhaltsverzeichnis

4 Durchführung

  • gründliche Sprühdesinfektion mit Cutasept® über 10 Minuten. Siehe Hygiene bei Punktionen.
  • linearer Schallkopf
  • Darstellung der A. axillaris im Querschnitt möglichst proximal in der Achselhöhle
  • Die Venen durch Druck des Schallkopfes komprimieren
  • Darstellung der conjoint tendon (M. latissimus dorsi/M. teres Major)
  • Identifizierung folgender Nerven an Hand des jeweils typischen Verlaufs:
    • N. radialis (liegt auf der conjoint tendon, zieht mit der A. profunda brachii zum Humerus)
    • N. ulnaris (zieht zum Sulcus ulnaris)
    • N. medianus (begleitet die A. brachialis)
    • N. musculocutaneus (zieht vom N. medianus in einer Faszienschicht durch den M. coracobrachialis)
  • für Eingriffe am distalen medialen/posterioren Oberarm zusätzlich 5 ml LA in die Faszienschicht oberhalb der A. axillaris zur Anästhesie des N. intercostobrachialis
  • Punktion primär in plane
  • zur Anästhesie 30ml Ropivacain 0,75% verteilt an die genannten Nerven. mit zunehmender Erfahrung des Anästhesisten können geringere Mengenan Lokalanästhetikum (15-20ml) zum Blockadeerfolg genügen.
  • zur Analgesie in Kombination mit einer Allgemeinanästhesie 20ml Ropivacain 0,5%
  • bei ambulanten Operationen wird als Lokalanästhetikum 30 ml Prilocain 1% verwendet
  • Nadel: 5 cm, 21G
  • Nadelführung in plane für die Single-Shot Blockade
  • Punktion out of plane bei der Katheteranlage

Zum Inhaltsverzeichnis

Stand, Kontakt, Haftung

Stand: 29.07.2019

Kontakt

Dr. med. Achim Spenner

Oberarzt
Dr. med. Achim Spenner

E-Mail

Telefon

(0361) 781-2051