Hoffnung im Kampf gegen die Krankheit mit den tausend Gesichtern

Hoffnung im Kampf gegen die Krankheit mit den tausend Gesichtern

Erfurt

Für MS-Patienten stehen heute zahlreiche Medikamente zur Verfügung. Für mehr Lebensqualität. Und vielleicht sogar für ein längeres Leben.

Mehr als 3.000 Patienten werden im Helios Klinikum Erfurt im Jahr wegen neurologischer Erkrankungen behandelt. Ein Teil davon mit der Diagnose Multiple Sklerose. Hierbei handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems, die das Gehirn und das Rückenmark betrifft und meist im frühen Erwachsenenalter beginnt. Die Erstdiagnose trifft oft Menschen, die voll im beruflichen und gesellschaftlichen Leben stehen.

Typische Symptome sind motorische Störungen. Zusätzlich kommt es bei MS zu Sehstörungen, begleitet von Erschöpfung, Müdigkeit oder eingeschränkter Aufmerksamkeit und Konzentration sowie depressiven Verstimmungen und Schwindel.

MS steht im Verruf, unweigerlich fortzuschreiten. Doch mittlerweile können Neurologen vieles auf- und sogar anhalten. Es gibt inzwischen zwölf verschiedene zugelassene Medikamente, die den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen, darunter erstmals ein Medikament für die schleichend fortschreitende MS.

„Das Wichtigste für die Patienten ist aber: Mit den verbesserten Möglichkeiten gewinnen sie deutlich an Lebensqualität.“

Priv. Doz. Dr. med. Andreas Steinbrecher | Chefarzt Neurologie

„Noch Anfang der 90er Jahre gab es keine einzige zugelassene Therapie für diese Patienten“, macht Priv. Doz. Dr. med. Andreas Steinbrecher die Entwicklung deutlich. „Für Patienten mit schleichend fortschreitendem Verlauf gab es bis 2018 sogar überhaupt keine Therapiemöglichkeiten.“ Inzwischen reiche die Auswahl von Medikamenten, die täglich genommen werden müssen bis hin zu Mitteln, die nur einmal im Jahr verabreicht werden. „Das Wichtigste für die Patienten ist aber: Mit den verbesserten Möglichkeiten gewinnen sie deutlich an Lebensqualität“, so Priv.-Doz. Steinbrecher weiter. „Vermutlich verlängern die neuen Möglichkeiten sogar das Leben der Betroffenen. Doch da die Mittel erst kurz auf dem Markt sind, lässt sich das nicht mit Bestimmtheit, nämlich auf der Basis von Studien belegen.“

Weiterführende Informationen zur Multiplen Sklerose:
  • Kaum eine Erkrankung ist so vielschichtig wie die MS. Sie beginnt meist im frühen Erwachsenenalter, zeigt sich in einer Vielzahl von Symptomen bei jedem Betroffenen anders und verläuft meist in Schüben.
  • Die Ursache der Erkrankung ist unklar. Es scheinen mehrere Bedingungen zusammentreffen zu müssen, um die MS zu verursachen.
  • Schätzungen zufolge leben weltweit etwa 2,5 Millionen Menschen mit MS, davon in Deutschland mehr als 200.000. Frauen erkranken etwa doppelt so häufig wie Männer. Die Erkrankung wird in der Regel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr festgestellt.

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MS-Zentrum

MS-Zentrum

Seit Juli 2014 ist unser MS-Zentrum von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft als „anerkanntes MS-Zentrum“ zertifiziert. Im Helios Klinikum Erfurt betreuen unsere Spezialisten jährlich mehr als 400 MS-Patienten.

Veranstaltungshinweis: "Lange Leitung" und "Kurzschlüsse" im Gehirn - wie Multiple Sklerose entsteht und behandelt werden kann

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Wann: Mittwoch, 27. Februar 2019, 19:00 Uhr
Wo: Rathaus Erfurt, Fischmarkt 1, 99084 Erfurt
Referent: Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Steinbrecher, Chefarzt Neurologie

Im Anschluss an die etwa einstündige Veranstaltung steht Ihnen die Referentin gern für Fragen zur Verfügung.

Fotos: ©Kitty - stock.adobe.com | ©Helios Klinikum Erfurt