Feuerwehrmänner im Gespräch mit brandverletzten Kindern

Feuerwehrmänner im Gespräch mit brandverletzten Kindern

Erfurt

Vor dem ersten deutschen Feuerwehr-Spendenmarsch informieren sich Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Waltershausen über das Thema Brandverletzungen bei Kindern.

Mehr als 50 Feuerwehrleute aus ganz Deutschland und der Schweiz haben sich ein straffes Ziel gesetzt: Am 31. März 2018 wollen sie innerhalb von 24 Stunden einen 100 Kilometer langen Spendenmarsch quer durch den Landkreis Gotha zurücklegen. Jeder Teilnehmer trägt dabei eine 20 Kilogramm schwere Feuerwehrausrüstung. Die Einnahmen der Aktion kommen dem Paulinchen e.V. zugute. Der Verein kümmert sich um Familien brandverletzter Kinder. Initiator des Events ist Michel Mallon von der Freiwilligen Feuerwehr Waltershausen. Er und seine Kameraden haben sich Anfang der Woche mit Betroffenen im Zentrum für schwerbrandverletzte Kinder des Helios Klinikums Erfurt getroffen. „Nach unseren Einsätzen erfahren wir nur selten, wie es für die Opfer weitergeht. Daher sind gerade die Gespräche mit den Kindern eine ganz besondere Erfahrung. Zu wissen, dass Ärzte dabei helfen können, dass sie wieder optimistisch in die Zukunft blicken, hilft auch uns dabei, Erlebtes zu verarbeiten. Und es bestärkt uns in unserem Vorhaben, mit einem Spendenlauf auf die Problematik aufmerksam zu machen“, sagt Michel Mallon.

 

Wir tun alles dafür, dass Betroffene wie Enrique und seine Familien nach einem so schweren Unglück wieder zurück ins Leben finden

Dr. Kay Großer | Chefarzt der Kinderchirurgie und Kinderurologie und Leiter des Zentrums für schwerbrandverletzte Kinder am Helios Klinikum Erfurt

Zu den jährlich deutschlandweit 6.000 brandverletzten Kindern gehört Enrique Wirth aus Landsberg in Sachsen-Anhalt. Der Zehnjährige verletzte sich bei einem Grillunfall durch eine Verpuffung von Bioethanol. 40 Prozent seiner Haut wurden verbrannt. Nach mehreren Operationen im Helios Klinikum Erfurt wird er auch 18 Monate nach dem Unfall regelmäßig in der Spezial-Ambulanz des Klinikums betreut. „Wir tun alles dafür, dass Betroffene wie Enrique und seine Familien nach einem so schweren Unglück wieder zurück ins Leben finden“, erklärt Dr. Kay Großer, Chefarzt der Kinderchirurgie und Kinderurologie und Leiter des Zentrums für schwerbrandverletzte Kinder am Helios Klinikum Erfurt. „Der geplante Feuerwehr-Spendenmarsch ist eine tolle Gelegenheit, um auf die Prävention von Brandverletzungen bei Kindern hinzuweisen. Ich wünsche den Kameraden daher viel Erfolg für ihr Vorhaben!“