Chronische und schwer heilende Wunden belasten Betroffene häufig über Monate oder sogar Jahre. Sie verursachen Schmerzen, schränken die Mobilität ein und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Umso wichtiger ist eine verlässliche und qualitativ hochwertige Versorgung. Diese wurde den Helios HSK nun mit einem guten Auditergebnis bestätigt.
„Dieses Ergebnis zeigt, was möglich ist, wenn fachliche Spezialisierung, klare Abläufe und eine enge Zusammenarbeit über Berufsgruppen und Fachbereiche hinweg zusammenkommen“, sagt Romina Hofmann, Leiterin des Wundmanagements an den Helios HSK. „Innerhalb von vier Jahren haben wir ein umfassendes Versorgungskonzept aufgebaut, im Klinikalltag verankert und kontinuierlich weiterentwickelt. Darauf sind wir als Team sehr stolz."
Mehr als die Versorgung einer Wunde
Der Pellegrinus-Systemstandard geht weit über grundlegende Anforderungen an die Behandlung von Wunden hinaus. Er betrachtet das Wundmanagement als eigenständiges interdisziplinäres Fachgebiet und nimmt den gesamten Behandlungsprozess in den Blick: von der spezialisierten Einschätzung und Therapie über einheitliche Qualitätsstandards bis zur strukturierten Weiterversorgung nach dem Klinikaufenthalt.
Davon profitieren insbesondere Menschen mit chronischen, komplexen oder schwer heilenden Wunden. Ziel ist nicht allein, die Wundheilung zu fördern. Eine abgestimmte Behandlung kann Schmerzen lindern, Komplikationen verhindern, die Mobilität erhalten und damit die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessern.
„Eine chronische Wunde ist niemals nur ein lokales Problem“, erklärt Hofmann. „Für eine erfolgreiche Behandlung müssen wir den Menschen als Ganzes betrachten und die Ursache der Wunde ebenso berücksichtigen wie Begleiterkrankungen, Ernährung, Mobilität und die Versorgung nach der Entlassung. Genau dafür steht unser interdisziplinäres Konzept.“
Spezialisierte Expertise im interprofessionellen Team
Eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Zertifizierung ist die hohe fachliche Qualifikation der Mitarbeitenden. Drei Teammitglieder verfügen über die Qualifikation zum Zertifizierten Wundmanager, ein weiterer Mitarbeitender ist als Wundmanager qualifiziert. Ergänzt wird das Team durch Chefärztin Dr. Schäfer aus der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, die als Wund-Diplom-Ärztin zusätzliche ärztliche Expertise einbringt.
Die Helios HSK haben in den vergangenen vier Jahren gezielt in diese spezialisierten Qualifikationen investiert. Auch der Auditor würdigte, dass es der Klinik in vergleichsweise kurzer Zeit gelungen ist, den anspruchsvollen Systemstandard nicht nur einzuführen, sondern im Versorgungsalltag konsequent zu leben.
Entscheidend ist dabei die enge Zusammenarbeit mit den beteiligten Fachdisziplinen im Haus. Ärztlicher Dienst, Pflege, Wundmanagement und weitere Berufsgruppen stimmen Diagnostik, Therapie und Weiterversorgung ab. So entsteht ein durchgängiges Behandlungskonzept, das sich an der individuellen Situation der Patienten orientiert.
Helios HSK werden Ausbildungsstandort
Mit der erfolgreichen Zertifizierung schaffen die Helios HSK zugleich die Grundlage für den nächsten Entwicklungsschritt: Ab dem kommenden Jahr sollen an der Klinik mit der Akademie ZWM Gerhard Kammerlander spezialisierte Ausbildungen zum Wundmanager und zum Zertifizierten Wundmanager angeboten werden.
„Wir möchten unser Wissen künftig nicht nur in der Patientenversorgung einsetzen, sondern auch an andere Fachkräfte weitergeben“, sagt Heiko Basch, Pflegedirektor an den Helios HSK. „So stärken wir die professionelle Wundversorgung über unsere eigene Klinik hinaus und leisten einen Beitrag dazu, die Behandlungsqualität für Menschen mit chronischen Wunden langfristig weiterzuentwickeln."