Seit April ist die Untersuchung eine Kassenleistung, doch dafür mussten vor Ort erst die Voraussetzungen geschaffen werden. Die erforderlichen Zulassungen liegen inzwischen vor, die Wege zur weiteren Diagnostik und Behandlung sind festgelegt. Radiomed und die RNS-Gemeinschaftspraxis aus Wiesbaden sowie die überörtliche Gemeinschaftspraxis Radiologie Limburg-Weilburg haben dafür mit dem Lungenkrebszentrum der Helios HSK Wiesbaden feste Abläufe vereinbart.
Ein auffälliger Befund ist noch keine Krebsdiagnose. Entscheidend ist, was nach dem CT passiert: Die Aufnahmen werden ein zweites Mal beurteilt. Besteht der Verdacht auf Lungenkrebs, koordiniert das Lungenkrebszentrum der Helios HSK die weiteren Untersuchungen. Bestätigt sich die Diagnose, kann auch die Behandlung dort erfolgen.
Der erste Weg führt in die Arztpraxis
Betroffene wenden sich zunächst an eine Hausarztpraxis oder eine internistische beziehungsweise pneumologische Facharztpraxis, die am Programm teilnimmt. Dort wird geprüft, ob die Voraussetzungen erfüllt sind. Außerdem werden Nutzen und mögliche Risiken der Untersuchung besprochen.
Das Angebot richtet sich an gesetzlich Versicherte zwischen 50 und 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre geraucht haben und auf mindestens 15 sogenannte Packungsjahre kommen. Ein Packungsjahr entspricht täglich 20 Zigaretten über ein Jahr. Auch ehemalige Raucherinnen und Raucher können teilnehmen, sofern sie die weiteren Voraussetzungen erfüllen. Nach der Überweisung erfolgt die Untersuchung in einer zugelassenen radiologischen Praxis.
Was passiert, wenn das CT eine Auffälligkeit zeigt?
Bei kontroll- oder abklärungsbedürftigen Befunden wird das von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Lungenkrebszentrum an den Helios HSK Wiesbaden eingebunden. Die Radiologie übernimmt eine zweite Beurteilung der Aufnahmen. Ist eine weitere Untersuchung erforderlich, koordiniert das Lungenkrebszentrum die nächsten Schritte.
„Gerade kleine Veränderungen in den äußeren Bereichen der Lunge können schwer erreichbar sein“, sagt Prof. Dr. Hirche, Klinikdirektor Klinik für Pneumologie Helios HSK Wiesbaden. Neben der klassischen Lungenspiegelung und CT-gesteuerten Gewebeentnahme setzen die Helios HSK deshalb das roboterassistierte Bronchoskopie-System Ion ein. „Es unterstützt die gezielte Navigation durch die Atemwege, um Gewebeproben aus verdächtigen Bereichen zu gewinnen“, ergänzt Prof. Dr. Hirche. „Bestätigt sich eine Krebserkrankung, kann auch die Behandlung im Lungenkrebszentrum erfolgen.“ Für notwendige Operationen stehen unter anderem minimalinvasive Verfahren und das robotische Assistenzsystem da Vinci zur Verfügung.
Ein Gewinn für die Region
„Das Lungenkrebs-Screening ist eine große Chance für die Früherkennung. Damit diese Chance genutzt werden kann, müssen Radiologie, Pneumologie, Thoraxchirurgie, Pathologie und weitere beteiligte Fachdisziplinen eng zusammenarbeiten“, sagt Thorsten Sleifir, kaufmännischer Klinikgeschäftsführer der Helios HSK Wiesbaden. „Genau hier setzt unser regionales Netzwerk an.“