Es ist ein ganz normaler Sonntagabend - eigentlich. Kristina, hochschwanger, hat es sich auf der Couch gemütlich gemacht, als sie plötzlich bislang unbekannte Schmerzen verspürt. Unsicher, ob es schon erste Wehen sind, aktiviert die 28-Jährige die Wehen-App auf ihrem Mobiltelefon. Nach vier Kontraktionen ist die Sache für die App eindeutig: Zeit, ins Krankenhaus zu fahren. "Ich hatte natürlich noch nichts gepackt", erzählt Kristina und muss heute darüber lachen. Ein paar Monate zuvor hatten sie und ihr Mann erfahren, dass sie Eltern werden - und zwar von gleich drei Kindern. Mit Zwillingen hatten sie gerechnet, dass es Drillinge werden, kam dann doch überraschend. "Die Nachricht ließ kurz mal die Knie weich werden und das Herz schneller schlagen, aber im nächsten Moment waren wir einfach überwältigt von Freude und Glück".
Die Drillinge sind die ersten Kinder des Paares. Vieles musste daher gleich in dreifacher Ausführung neu gedacht werden: ein Kleinbus wurde angeschafft, ein spezieller Kinderwagen ausgesucht und das Kinderzimmer entsprechend ausgestattet. Zu den Namen bestand schnell Einigkeit: Alle drei sollten mit dem gleichen Buchstaben beginnen. Lillith und Lucius standen schon seit Beginn ihrer Beziehung fest. "Mein Mann ergänzte dann um Liv - wie Leben. Das hat einfach perfekt gepasst".
Die Schwangerschaft selbst war für Kristina eine schöne, unbeschwerte Zeit. Erst in den letzten Wochen machten ihr Wassereinlagerungen und Rückenschmerzen zu schaffen. Da für die Entwicklung der Drillinge jeder einzelne Tag im schützenden Bauch zählte, standen fortan Ruhe und viel Liegen auf dem Programm. Bis Lillith, Lucius und Liv am Ende der 31. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt am 3. August um 6:30 Uhr zur Welt kommen. Der errechnete Geburtstermin wäre eigentlich erst der 10. Oktober gewesen. Zusammen bringen die drei 4.320 Gramm auf die Waage.
"Um das Risiko und den Stress für die drei so gering wie möglich zu halten, wurden sie per Kaiserschnitt zur Welt gebracht", so Clemens Andrée, Oberarzt der Kinderintensivstation. Während des Kaiserschnitts stand ein Team aus zwei Hebammen, drei Kinderintensivkrankenschwestern, drei Neonatologen, Frauenärzten und Anästhesisten parat. Der Kaiserschnitt verlief problemlos. Erleichtert konnten die stolzen Eltern kurz darauf ihre Drillinge zum ersten Mal in den Armen halten.
Für beide ist es seither vor allem die tägliche Entwicklung ihrer Kinder, die sie glücklich macht. "Es ist so schön, sie wachsen zu sehen", fasst Sebastian die ersten Wochen zusammen. Seit Ende September sind Lillith, Lucius und Liv und ihre Familie endlich zu Hause. "Im Krankenhaus hatten wir in einem geschützten Raum viel Unterstützung und Sicherheit bekommen. Jetzt freuen wir uns auf die intensive, aber auch wunderschöne Zeit, die zu Hause und in der Familie auf uns fünf wartet."