Am Helios Klinikum Erfurt ist das neue roboterassistierte Bronchoskopie-System ION erfolgreich in Betrieb gegangen. Dieses ermöglicht Ärztinnen und Ärzten, besonders tief in die Lunge vorzudringen und Proben von verdächtigem Lungengewebe zu entnehmen. Die ersten Patientinnen und Patienten wurden in dieser Woche mit der innovativen Technologie untersucht. Mit dem ION-System erweitert das Klinikum sein Spektrum in der modernen Lungendiagnostik und gehört damit deutschlandweit zu den ersten Lungenkrebszentren, die das Robotik-System in der regulären Patientenversorgung einsetzen. Die robotergestützte Navigation ermöglicht es, auch schwer erreichbare Bereiche der Lunge präzise und schonend zu untersuchen. Dies kann insbesondere bei der frühzeitigen Abklärung von Lungenveränderungen entscheidende Vorteile bieten. Je früher Lungenkrebs erkannt wird, desto besser sind die Behandlungschancen.
Bisher gab es in Deutschland kein Lungenkrebsfrüherkennungsprogramm, wie es beispielsweise in der Brust- oder Darmkrebsvorsorge existiert. Nun hat sich einiges getan und langjährige Raucherinnen und Raucher können sich in einem Screening untersuchen lassen.
Lungenkrebs: häufig unentdeckt und häufig tödlich
Rund 45.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen von Lungenkrebs, damit ist dieser bei Männern die häufigste Krebs-Todesursache, bei Frauen die zweithäufigste¹. „Lungenkrebs bleibt zu Beginn oft unbemerkt, da kaum Beschwerden auftreten. Deshalb wird die Erkrankung häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt – dann, wenn sich der Krebs bereits ausgebreitet hat“, erklärt Dr. Bauer. „Das strukturierte Lungenkrebsscreening ist daher ein großer Gewinn für die Betroffenen, weil wir künftig deutlich mehr Erkrankungen frühzeitig erkennen können“, ergänzt der erfahrene Pneumologe. Bisher wurde nur bei eindeutig auftretenden Symptomen wie langanhaltendem Husten oder Bluthusten eine radiologische Untersuchung als Kassenleistung verordnet.
Was ist die Lungenkrebsfrüherkennung?
Unabhängig von bereits auftretenden Beschwerden sind nun starke und langjährige Raucherinnen und Raucher ab 50 Jahren berechtigt, sich mit einem sogenannten Niedrigdosis-CT auf Lungenkrebs untersuchen zu lassen. Bei dieser radiologischen Untersuchung werden in einer Computertomografie räumliche Bilder der Lunge erstellt, auf denen Tumore bzw. verdächtige Gewebeverdichtungen in der Regel gut zu erkennen sind. Startpunkt für Personen mit Risiko einer Lungenkrebserkrankung ist ein hausärztliches Beratungsgespräch, auf das eine Überweisung an eine radiologische Praxis zum Screening folgt.
Spezialisierte Lungenkrebszentren zur Befund-Abklärung und Prüfung
„Wer nach einer CT-Untersuchung einen auffälligen Befund erhält, sollte sich in einem spezialisierten Lungenkrebszentrum vorstellen. Dort sind sowohl die notwendige Expertise als auch moderne technische Ausstattung für eine verlässliche Diagnostik und Behandlung vorhanden“, rät Dr. Bauer. Helios betreibt rund ein Dutzend hochspezialisierte Lungenzentren², die eng im Verbund mit weiteren Kliniken und Arztpraxen vernetzt sind. Ziel ist es, die hochwertige medizinische Versorgung in regionalen Netzwerken weiter auszubauen und Behandlungen gezielt dort zu ermöglichen, wo die höchste medizinische Expertise vorhanden ist. Innerhalb von Helios wird Lungenkrebs jährlich in mehr als 32.000 Fällen behandelt – gleichzeitig erhalten Patientinnen und Patienten standortunabhängig Zugang zu erfahrenen Expertinnen und Experten. In den spezialisierten Lungenkrebszentren werden Entscheidungen über eine individuelle Behandlung stets interdisziplinär mit dem geballten Wissen aus unterschiedlichen Fachrichtungen getroffen. Zudem werden moderne Verfahren wie Künstliche Intelligenz zur Unterstützung der Befundanalyse eingesetzt. Neben Erfurt setzen die Helios Lungenkrebszentren in Berlin, Bonn/Siegburg, Krefeld/Duisburg und Wiesbaden nun bei der Diagnostik auf das innovative roboterassistierte Bronchoskopie-System Ion.