Prostatakrebs im Überblick

Mit 58.780 Neuerkrankungen pro Jahr ist Prostatakrebs in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Männern.

Grafische Übersicht zu Zahlen und Fakten von Prostatakrebs-Erkrankungen in Deutschland
Prostatakrebs in Zahlen und Fakten | Grafik: Helios

Das Risiko an einem Prostatakarzinom zu erkranken, steigt vor allem im höheren Lebensalter: Bei unter 40-Jährigen tritt ein bösartiger Tumor der Vorsteherdrüse fast nie auf, ältere Männer erkranken häufiger.

Laut dem vom Zentrum für Krebsregisterdaten gemeinsam mit der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister e.V. (GEKID) veröffentlichten Bericht „Krebs in Deutschland“ liegt das durchschnittliche Erkrankungsalter bei 72 Jahren [1].

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Die Prostata: Anatomie und Funktion

Grafik zur Anatomie der Prostata
Grafik: Helios / Abbildung nach [2]

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist ein Organ des Mannes, das unterhalb der Harnblase liegt und die Harnröhre umschließt. Sie bildet das milchig-weiße Sekret, das während der Ejakulation gemeinsam mit den Spermien abgegeben wird. Die Samenflüssigkeit sorgt dafür, dass die Spermien ernährt werden und sich fortbewegen können.

Bei jungen Männern ist die Prostata etwa kastaniengroß und wiegt 20 Gramm. Mit zunehmendem Alter kommt es bei vielen Männern zu einer Prostatavergrößerung.
 

Wie entsteht Prostatakrebs?

Wachstum und Teilung der Körperzellen sind normalerweise ein geregelter Prozess. Alte Zellen sterben ab und werden durch neue ersetzt.

So äußern sich erste Anzeichen

Manchmal aber führen Genmutationen dazu, dass das Wachstum neuer Zellen nicht mehr vom Körper reguliert wird. Entartete Zellen, aus denen sich ein bösartiger Tumor bildet, sind durch dieses ungebremste Wachstum gekennzeichnet.

Beim Prostatakrebs handelt es sich um eine solche bösartige Veränderung der Zellen der Vorsteherdrüse. Die genauen Ursachen für die Erkrankung sind nicht bekannt, jedoch gibt es Risikofaktoren, die ein Prostatakarzinom begünstigen können.

Gutartige Wucherung oder Krebs?

Ab dem 50. Lebensjahr treten bei fast jedem zweiten Mann Veränderungen der Prostata auf, bei jedem sechsten wird Prostatakrebs diagnostiziert [2]. Durch die Vorsorge wird festgestellt, ob es sich bei der Veränderung um eine gutartige Prostatavergrößerung oder um eine bösartige Erkrankung handelt:

Benigne Prostatahyperplasie (BPH): Die gutartige Vergrößerung bewirkt – viel häufiger, aber prinzipiell ähnlich wie eine bösartige Geschwulst – Probleme beim Wasserlassen. Meist liegt sie dort, wo die Prostata die Harnröhre umschließt und verengt letztere. Die benigne Prostatahyperplasie ist medikamentös oder durch eine Operation gut zu behandeln.

Benigne Prostatahyperplasie

Wie die Holmiumlasertherapie Frank Wengerodt heilte

Maligne Prostatahyperplasie (Prostatakrebs): Prostatakrebs entsteht meist weiter entfernt von der Harnröhre im äußeren Teil der Vorsteherdrüse, wo er oft lange Zeit unbemerkt bleibt. Die Probleme beim Wasserlassen zeigen sich erst später, wenn sich der Tumor bereits vergrößert hat. Bemerken Sie bei sich ein verändertes Harnverhalten, beispielsweise mit einem verstärkten Harndrang oder erschwertem Wasserlassen, sollten Sie dies unbedingt durch einen Urologen abklären lassen.

Das Prostatakarzinom stellt die häufigste Krebserkrankung des Mannes dar. Fortschritte der vergangenen Jahre erlauben heute aber eine effektivere und schonendere Behandlung als der allermeisten anderen Krebsleiden des Mannes.

Prof. Dr. med. Mark Schrader, Chefarzt Urologie im Helios Klinikum Berlin-Buch

Solange die Wucherung sich nur an der Prostata entwickelt, besteht eine hohe Chance die Erkrankung durch eine Prostata-OP oder eine Bestrahlung zu heilen. Wenn der Krebs jedoch über die Prostata hinausgewachsen ist und bereits Metastasen in der Umgebung vorliegen, sind die Heilungschancen gering. In der Behandlung werden alle verfügbaren Therapieverfahren eingesetzt, um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Lebenszeit zu verlängern.

Ob es sich um eine gut- oder bösartige Prostatavergrößerung handelt, kann nur der Arzt überprüfen.

Es gilt: Je früher Prostatakrebs festgestellt wird, desto besser sind die Chancen für eine vollständige Heilung.

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Prostatakrebs nach Gewebetyp

Rund 95 Prozent aller bösartigen Tumore der Prostata sind die epithelialen Adenokarzinome, auch gewöhnliche Prostatakarzinome genannt [3].

Andere Prostatakarzinome sind sehr selten. Zu ihnen zählen u. a.

  • Siegelringkarzinom
  • Angiosarkom
  •  Intraduktales Karzinom (IDC-P)
  • Spindelzellkarzinom
  • Neuroendokrine Prostatakarzinome

Prostatakrebs nach Lokalisation

Prostatamodell nach McNeal
Das Prostatamodell nach McNeal | Grafik: Helios (Abbildung nach DAZ/Hammelehle)

Für die Einteilung von Prostatakarzinomen entsprechend ihrer Lage wird die anatomische Zuordnung nach McNeal genutzt. Dessen Modell unterteilt die Prostata in vier Zonen:

- die periphere Zone

- die anteriore Zone

- die zentrale Zone

- die Übergangszone (Transitionalzone)

Prostatakarzinome treten nicht gleichmäßig in den verschiedenen Zonen auf. Rund 70 bis 75 Prozent aller bösartigen Tumore entstehen in der peripheren Zone (inklusive anteriore Zone). 15 bis 20 Prozent werden in der Transitionalzone lokalisiert, circa 10 Prozent befinden sich in der zentralen Zone.

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03.09.2020
Prof. Dr. med. Thomas Steiner
Chefarzt der Urologie & Ärztlicher Direktor im Helios Klinikum Erfurt Prof. Dr. med. Thomas Steiner