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Richtige Krebsvorsorge

Krebserkrankungen gehören nach wie vor zu den häufigsten Todesursachen. Dabei lassen sich heute viele Krebsarten erfolgreich behandeln – vorausgesetzt, sie werden frühzeitig erkannt. Vorsorgeuntersuchungen sind deshalb das A und O, um die Überlebenschancen zu erhöhen. Eine Übersicht über die wichtigsten Termine.

Die häufigsten Krebsarten bei Helios

Warum Früherkennung wichtig ist

Eine Krebserkrankung ist tückisch: Sie entwickelt sich im Stillen, die Betroffenen sind oft lange Zeit beschwerdefrei und merken erst spät, was in ihrem Körper vorgeht. Gerade bei bösartigen Wucherungen ist jedoch der Zeitpunkt der Diagnose entscheidend, denn: Wird ein Krebs früh erkannt, sind die Heilungschancen oft gut.

„Gutartige Krebsvorstufen oder kleine, begrenzte Veränderungen des Gewebes lassen sich besser therapieren als große Tumore, die womöglich bereits gestreut haben“, erklärt Prof. Fuat Oduncu, Chefarzt der Hämatologie und Onkologie im Helios Klinikum München West.

Der Experte betont: „Keine Angst vor der Krebsvorsorge. Die Untersuchungen sind schmerzfrei und die wichtigste Maßnahme, um eine Krebserkrankung frühzeitig zu erkennen.“

Hautkrebs: ab 35 alle zwei Jahre

Anspruch auf ein Hautkrebsscreening haben Erwachsene ab 35 Jahren – und zwar alle zwei Jahre. Bei dieser Vorsorge inspiziert ein:e Fachärzt:in die Haut am gesamten Körper auf Auffälligkeiten. Das Screening dient insbesondere dazu, drei Hautkrebsarten frühzeitig zu erkennen:

  • das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs),
  • das Basalzellkarzinom und das
  • Plattenepithelkarzinom (beides weißer Hautkrebs).

Hautkrebs ist weltweit die am häufigsten auftretende Krebserkrankung. Wird die Erkrankung in einem frühen Stadium erkannt, ist sie meist sehr gut heilbar.

 

Brustkrebs: ab 30 einmal jährlich

Brustkrebs ist bei Frauen die häufigste Krebserkrankung. Die Vorsorge können Frauen ab 30 Jahren einmal jährlich beanspruchen. Dabei tasten Frauenärzt:innen die Brustdrüsen und die dazugehörigen Lymphknoten ab. Darüber hinaus wird erklärt, wie man die Brust selbst abgetastet werden kann. Zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr haben Frauen zudem alle zwei Jahre die Möglichkeit, eine Mammographie anfertigen zu lassen. Dabei werden beide Brüste geröntgt, wodurch Veränderungen im Brustgewebe frühzeitig sichtbar sind.

Helios Klinikum München West

Chefarzt Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin

Keine Angst vor der Krebsvorsorge. Die Untersuchungen sind schmerzfrei und die wichtigste Maßnahme, um eine Krebserkrankung frühzeitig zu erkennen.

Gebärmutterhalskrebs: ab 20 einmal jährlich

Frauen ab 20 Jahren können einmal jährlich die Gebärmutterhalskrebsvorsorge bei ihrer/ihrem Frauenärzt:in wahrnehmen. Neben einer gynäkologischen Untersuchung wird ein Abstrich vom Gebärmutterhals gemacht, der sogenannte Pap-Test. Dabei werden die entnommenen Zellen auf Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen hin untersucht.

Frauen ab 35 Jahren können sich zusätzlich alle drei Jahre auf humane Papillomviren (HPV) testen lassen. Diese Viren gelten als Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs. Der Test wird mit dem Pap-Test kombiniert, insofern ist keine zusätzliche Untersuchung nötig.

 

Darmkrebs: ab 50

Männer ab 50 und Frauen ab 55 Jahren haben die Wahl: Darmspiegelung oder Stuhlbluttest. Zwischen 50 und 54 Jahren können sie bei ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt, Urolog:in oder Gynäkolog:in jährlich eine Stuhlprobe abgeben, welche auf nicht sichtbares Blut untersucht wird. Blut im Stuhl kann auf Dickdarm- oder Enddarmkrebs hinweisen.

Ab 55 Jahren besteht alle zwei Jahre ein Anspruch auf einen Stuhltest, wenn noch keine Darmspiegelung gemacht wurde. Diese sogenannte Koloskopie ist sicherer als ein Stuhltest. Männer können diese Untersuchung erstmalig mit 50, Frauen mit 55 Jahren durchführen lassen.

Dabei wird der Dickdarm mithilfe eines schlauchähnlichen Instruments mit einer Kamera untersucht. Die Koloskopie ist schmerzfrei und hat den Vorteil, dass Gewebeproben entnommen und Krebsvorstufen sofort entfernt werden können.

Verläuft sie unauffällig, hat die nächste Darmspiegelung zehn Jahre Zeit.

 

Prostatakrebs: ab 45 einmal jährlich

Prostatakrebs ist bei Männern die am häufigsten auftretende Krebserkrankung, trotzdem gehen nur etwa 15 Prozent der Männer in Deutschland zur Vorsorge. Ab einem Alter von 45 Jahren können sie einmal jährlich zum Check-up. Dabei tastet die/der Urolog:in das äußere Genital, die Prostata sowie die dazugehörigen Lymphknoten ab.

Die Tastuntersuchung über den After dauert weniger als eine Minute und ist nicht schmerzhaft. Bei Prostatakrebs treten meist erst spät Symptome auf, eine Früherkennung ist deshalb umso wichtiger.

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