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PSA-Test: Ablauf, Nutzen & Risiken einfach erklärt

Der PSA-Test kann zur Früherkennung von Prostatakrebs eingesetzt werden. Er wird Männern ab dem 45. Lebensjahr nach ärztlicher Beratung empfohlen. Bei familiärer Vorbelastung oder genetisch erhöhtem Risiko sollte das Thema Früherkennung individuell ärztlich besprochen werden. Was Sie über den PSA-Test wissen sollten.

02.12.2022 Lesedauer: - Min. Aktualisiert am 29.04.2026
Medizinisch geprüft von David Stobbe
Mann
Inhaltsverzeichnis

PSA-Test: Das sollten Sie wissen

  • Der PSA-Test ist ein Bluttest zur Früherkennung von Prostatakrebs, aber nicht jeder erhöhter Wert bedeutet Prostatakrebs.
  • Männer ab dem 45. Lebensjahr, die sich eine Früherkennung wünschen, können sich nach ärztliche Beratung über Grenzen sowie Vor- und Nachteile für oder gegen den Test entscheiden.
  • Vor dem Test sollte auf Radfahren, einen Samenerguss oder starken Druck auf die Prostata verzichtet werden, um das Ergebnis nicht zu verfälschen.
  • Es handelt sich um eine Selbstzahlerleistung (IGeL), der PSA-Test ist nicht Teil der gesetzlichen Vorsorge.
  • Der PSA-Test kann Krebs frühzeitig entdecken , aber auch Nachteile haben. So kann er Tumoren entdecken, die vielleicht nie Beschwerden verursacht hätten und bei Patienten zu unnötigen Untersuchungen und Sorgen führen.

Was ist ein PSA-Test?

„Der PSA-Test ist ein Bluttest, mit dem sich das prostataspezifische Antigen im Blut bestimmen lässt", sagt Dr. David Stobbe, Ärztlicher Leiter und Facharzt für Innere Medizin und Arbeitsmedizin am Helios Prevention Center München. Das Prostataspezifische Antigen, PSA, ist ein Eiweiß, das fast ausschließlich in den Drüsen der Prostata gebildet wird.

Im Normalfall gelangt PSA nur in sehr geringen Mengen ins Blut. Verschiedene Ursachen können den PSA-Wert erhöhen:

  • gutartige Prostatavergrößerung
  • Entzündungen
  • Samenerguss
  • Prostatakrebs

Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet also nicht immer gleich Krebs, sondern kann andere Gründe haben, die abgeklärt werden müssen.

Der PSA-Test ist ein wichtiger Baustein zur Früherkennung von Prostatakrebs. Ob Sie einen PSA-Test machen möchten, ist eine ganz persönliche Entscheidung. Die medizinische S3-Leitlinie Prostatakarzinom spricht sich für den PSA-Test mit ergebnisoffener Beratung aus.

Die bisherige digitale Tastuntersuchung (DRU) hingegen wird für Männer ohne Symptome nicht mehr empfohlen.

Schon gewusst?

Medizinische Leitlinien sprechen Empfehlungen aus, wie die Diagnostik und Behandlung von bestimmten Krankheiten idealerweise ablaufen sollte. Die Leitlinien werden in regelmäßigen Abständen auf ihre Aktualität und neue medizinische Erkenntnisse hin geprüft und überarbeitet.

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Helios Prevention Center München

Ärztlicher Leiter | Facharzt für Innere Medizin und Arbeitsmedizin | HPC München

Der PSA-Test ist ein Bluttest, mit dem sich das prostataspezifische Antigen im Blut bestimmen lässt.

Für wen ist ein PSA-Test sinnvoll?

Die S3-Leitlinie Prostatakarzinom empfiehlt den PSA-Test Männern ab 45 Jahren mit einer zu erwartenden Lebenserwartung von mindestens zehn Jahren, die eine Früherkennung wünschen. Vorab soll jedoch ausführlich über dessen Aussagekraft und mögliche Folgebehandlungen beraten werden.

Auf diese Weise kann die Entscheidung für oder gegen den PSA-Test individuell vom Mann getroffen werden.

Wichtig: Bei einer familiäre Häufung oder genetische Prädisposition von Prostatakrebs kann sich das Alter für den PSA-Test ändern:

  • Männern mit einer bekannten BRCA2-, MSH2- oder MSH6-Mutation wird die Früherkennung bereits ab dem 40. Lebensjahr empfohlen.
  • Bei einem erblichen Risiko sowie familiärer Häufung empfiehlt die Leitlinie die Früherkennung ab dem 45. Lebensjahr.

Was sollten Sie vor einem PSA-Test vermeiden?

„Vor dem Test sollten Männer alles vermeiden, was Druck auf die Prostata ausübt, da sich dadurch der Wert verändern kann“, sagt Dr. Stobbe.

Dazu zählen etwa,

  • Radfahren: circa 24 Stunden vor der Untersuchung kein Fahrrad fahren
  • Geschlechtsverkehr: ein Samenerguss kann sich noch 48 Stunden später auf den PSA-Wert auswirken und das Ergebnis verfälschen
  • starkes Pressen: Reizungen durch starkes Pressen beim Stuhlgang vermeiden

Bestimmte Medikamente und Substanzen können den PSA-Wert hingegen senken. Darunter etwa nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) zur Schmerzlinderung.

Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vor der Untersuchung mit, ob solche Einflussfaktoren vorlagen, sodass sich das Ergebnis besser einordnen lässt.

Ablauf: Die Durchführung des PSA-Tests

Zunächst führt die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen ein ausführliches Gespräch. In diesem Gespräch geht es um die Aussagekraft des PSA-Tests sowie über Risiken, Nutzen und die Frage, was ein auffälliges Ergebnis bedeuten würde.

Der eigentliche PSA-Test ist schnell durchgeführt und unkompliziert: Zur Bestimmung des PSA-Wertes wird dem Patienten Blut aus der Armvene entnommen. Das Labor bestimmt anschließend die Höhe des prostataspezifischen Antigens.

Das Testergebnis wird in Nanogramm je Milliliter (ng/ml) ausgegeben. Es liegt in der Regel zeitnah, oft am nächsten Tag, vor.

Wie geht es nach dem PSA-Test weiter?

Die S3-Leitlinie empfiehlt folgende Kontrollintervalle:

  • PSA-Wert bis 1,5 ng/ml: Kontrolle alle 5 Jahre, niedriges Risiko
  • PSA-Wert 1,5 bis 2,99 ng/ml: Kontrolle alle 2 Jahre, mittleres Risiko
  • PSA-Wert ab 3 ng/ml: erneuter Test innerhalb von 3 Monaten bevor weitere Untersuchungen folgen
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Vorteile des PSA-Tests

„Der Bluttest kann Hinweise auf mögliche Tumoren in der Prostata geben, bevor Beschwerden auftreten. Auch bei Prostatakrebs gilt, dass eine frühe Diagnose und Behandlung die Heilungschancen verbessern und das Risiko für Metastasen senken kann", sagt Facharzt Dr. Stobbe. Oftmals ist eine schonende Therapie mit weniger Nebenwirkungen möglich.

Laut Leitlinie sterben circa 3 von 1.000 Männer nicht an Prostatakrebs, wenn sie regelmäßig einen PSA-Test im Rahmen der Krebs-Früherkennung machen. Bei etwa 4 von 1.000 Männern entwickeln sich dadurch keine Metastasen.

Zudem verringert sich für Männer, die im Alter von 45 Jahren einen sogenannten Basis-PSA-Wert unter 1,5 ng/ml haben, die Anzahl der Früherkennungsuntersuchungen. 9 von 10 Männern benötigen dann für fünf weitere Jahre keinen erneuten PSA-Test.

Nachteile des PSA-Tests

Ein PSA-Test hat auch Grenzen. Ein erhöhter Wert bedeutet nicht immer zwingend Krebs, sondern kann aus verschiedenen Gründen ansteigen.

Überdiagnose und psychische Belastung: Durch die PSA-Früherkennung können auch kleine Tumoren entdeckt werden, die möglicherweise nie Beschwerden verursacht hätten. Es besteht das Risiko einer sogenannten Überdiagnose. Dabei handelt es sich um eine Diagnose, die ohne eine Untersuchung nie bemerkt werden würde: Die behandelnden Urologinnen und Urologen müssen hier genau abwägen, welchen Nutzen eine mögliche Therapie für den Patienten hat oder ob dieser auch ohne eine weitere Behandlung sein Leben weiterführen kann. Auch das Wissen um die Krebserkrankung kann eine psychische Belastung darstellen, selbst dann, wenn der Tumor wahrscheinlich nie lebensbedrohlich wird.

Falsch-positives Testergebnis: Der PSA-Test ist auffällig, obwohl kein Krebs vorliegt. Für betroffene Männer zieht das neben einer psychischen Belastung auch weitere Untersuchungen wie etwa eine Biopsie (Entnahme von Gewebeproben) oder bildgebende Verfahren (mpMRT) nach sich.

Falsch-negatives Testergebnis: Das heißt, der PSA-Wert ist unauffällig, obwohl der Patient an Krebs erkrankt ist. Der Test kann einen Tumor übersehen und so eine falsche Sicherheit vermitteln.

Häufige Kontrollintervalle: Bei einem PSA-Wert von 1,5 bis 3 ng/ml sind zudem häufigere Wiederholung des PSA-Tests notwendig. Diese erfolgen alle zwei Jahre.

Ist der PSA-Test eine Kassenleistung?

Der PSA-Test wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, da er nicht Teil der gesetzlichen Früherkennung in Deutschland ist. Es handelt sich um eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), die selbst bezahlt werden muss.

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für den Bluttest in der Regel nur, wenn ein konkreter Krebsverdacht besteht. In diesem Fall übernimmt die gesetzliche Krankenkasse ebenfalls die Kosten für Gewebeproben und Ultraschalluntersuchungen. Auch im Rahmen einer Krebsbehandlung werden die Kosten für den PSA-Test übernommen.

Sprechen Sie vorher bezüglich einer Kostenübernahme mit Ihrer gesetzlichen Krankenkasse.

PSA-Test: Wichtiges diagnostisches Mittel, aber eine persönliche Entscheidung

Urologinnen und Urologen sollten ihre Patienten über die Vorsorgeuntersuchung informieren und dabei stets ergebnisoffen über Vor- und Nachteile beraten. Dazu gehören auch Informationen über die Aussagekraft von positiven und negativen Testergebnissen sowie Überdiagnosen und weitere erforderliche Maßnahmen bei einem auffälligen Befund.

So können Patienten entscheiden, ob sie die Früherkennungsuntersuchung in Anspruch nehmen möchten oder nicht. Fakt ist: Der PSA-Test ist ein wichtiges diagnostisches Mittel zur Früherkennung von Prostatakrebs, aber er hat Grenzen. Patienten sollten sich daher Zeit nehmen, um eine Entscheidung für oder gegen den PSA-Test zu treffen.

FAQ

Für den PSA-Test wird Ihnen Blut aus der Vene entnommen und anschließend ins Labor geschickt. Dort wird es auf das prostataspezifische Antigen geprüft.

Die Leitlinie der medizinischen Fachgesellschaft empfiehlt den PSA-Test ab dem Alter von 45 Jahren nach einer vorhergehenden Beratung über Vor- und Nachteile. Männer mit einem genetischen Risiko können bereits ab dem 40. Lebensjahr eine individuelle Beratung zur Früherkennung anstreben. 

Je nach PSA-Wert und Ihrer individuellen Situation findet eine erneute Kontrolle des PSA-Werts statt. Bleibt der PSA-Wert auffällig, folgen weitere Untersuchungen, wie eine MRT-Untersuchung.

 

Wichtig: Nicht jeder auffällige PSA-Wert bedeutet, dass Sie eine Krebserkrankung haben.

Wenn Sie einen PSA-Test durchführen lassen möchten, können Sie sich an Ihre

 

  • urologische Praxis und
  • hausärztliche Praxis

 

wenden. Diese können Ihnen Blut entnehmen und es ins Labor zur Bestimmung des PSA-Werts schicken. 

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S3-Leitlinie Prostatakarzinom (Version 8.1) Online: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/... (Zugriff am 29.04.2026)


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Krebsinformationsdienst Online: https://www.krebsinformationsdienst.de/prostatakrebs/frueherkennung (Zugriff am 29.04.2026)