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Osteosarkom – Johanns Erfahrungsbericht

Mit zehn Jahren erhielt Johann die Diagnose Osteosarkom, Knochenkrebs. Ein Schock für die ganze Familie. Aufgeben kam für den Hobbyfußballer jedoch nie in Frage. Er kämpfte, gewann den Kampf gegen den Krebs und macht heute auf Instagram anderen Kindern Mut. Lesen Sie hier seinen Erfahrungsbericht.

12. Dezember 2022
Johann und seine Mutter vor dem Helios Klinikum Berlin-Buch

Osteosarkom: Vom Nachwuchssportler zum Krebspatienten

Wenn der zwölfjährige Johann von den vergangenen zwei Jahren erzählt, klingt er gefasst und selbstsicher. Dass das nicht selbstverständlich ist, zeigt ein Blick in seine Krankenakte. Denn im Alter von zehn Jahren wurde bei ihm Knochenkrebs festgestellt. Er erinnert sich: „Der Vater von einem Freund von mir hat mein Knie angeschaut. Dann hat er uns direkt für den nächsten Tag einen Röntgentermin besorgt. Und da haben die Ärzte schon gesehen, dass irgendetwas im Knie ist. Es wurde dann noch ein MRT gemacht und danach hat sich herausgestellt, dass es sich um einen Tumor handelt. Ein paar Tage vor meinem elften Geburtstag haben wir die Diagnose bekommen, dass der Tumor bösartig ist.“

Johanns Mutter Katharina ergänzt: „Wir dachten, es handelt sich um Wachstumsbeschwerden oder um eine Verletzung, die er sich beim Fußballspielen zugezogen hat. Das erste MRT wurde noch in Hamburg gemacht, für die Biopsie sind wir dann schon ins Bucher Klinikum gegangen und wurden von Dr. Tunn und Dr. Niethard betreut. Wir haben uns dann dafür entschieden, die Behandlung komplett dort zu absolvieren, weil das Krankenhaus auf Sarkome spezialisiert ist.“

Mit neuen Hobbys neuen Mut schöpfen

Während der zehn Monate, die Johann anschließend im Helios Klinikum Berlin-Buch behandelt wurde, war immer ein Elternteil der vierköpfigen Familie, die sonst in Buchholz in der Nordheide, einer Kleinstadt vor den Toren Hamburgs, lebt, bei ihm in Berlin. Ein langer Zeitraum, in dem viel passiert ist.

Fußballspielen zu riskant

„Ich habe eine Chemotherapie gemacht, wurde an der Lunge operiert und mir wurde eine Endoprothese als Ersatz für mein Kniegelenk und einen Teil meines Oberschenkels eingesetzt. Dafür wurden die Hälfte vom Oberschenkelknochen und das Kniegelenk entfernt. Mit der Prothese kann ich jetzt aber keinen Fußball mehr spielen oder generell Kontaktsportarten machen, weil die Gefahr besteht, dass die Prothese sonst aus dem Knochen rausbricht.“ Ein Schicksalsschlag, der mürbe macht? Nicht für Johann, der sich einfach nicht unterkriegen ließ.

Johann Daumen hoch vor dem Helios Klinikum Berlin-Buch

Spendenlauf für krebskranke Kinder

„Ich habe im Krankenhaus entdeckt, dass Lego meine große Leidenschaft ist. Ich habe dann erst einmal angefangen, Autos zu bauen. Irgendwann war mir das aber zu klein und dann habe ich Sets mit 4.000 bis 6.000 Teilen angefangen. Und ziemlich in der Mitte der Behandlung habe ich mir noch vorgenommen, beim Run 4 Help mitzumachen. Das ist ein Spendenlauf, bei dem man für krebskranke Kinder Geld sammelt.“ Gesagt, getan. Nach einigen Wochen Training, die ihn erneut an seine Grenzen brachten, lief Johann im Mai 2019 auf Krücken durch seinen Heimatort. Stolz erzählt er: „Ich hatte ungefähr 180 Sponsoren und bin dann alleine um die 20.000 Euro gelaufen. Insgesamt sind 72.500 Euro zusammengekommen. Das war auch deshalb so schön, weil mich die ganze Stadt unterstützt hat, wenn ich in die Kurve gekommen bin. Dann haben alle applaudiert und mich abgeklatscht.“

Gemeinsam stark: Johann macht anderen Mut

Obwohl Johann nicht mehr Fußball spielen kann, ist der Ballsport nach wie vor ein fester Bestandteil seines Lebens. Seine Lieblingsvereine sind Hannover 96 und Hertha BSC. Für den Hauptstadtclub hat Johann sogar in einem Imagevideo mitgewirkt.

Auf seinem eigenen Instagram-Kanal (johann.vmt), auf dem er regelmäßig Bilder postet, strahlt er neben seinem Lieblingsspieler Niklas Stark in die Kamera. Und was sagt er zu Herthas neuem Trainer Jürgen Klinsmann? (Interview von 2020, Anm. der Redaktion) „Ja, der ist, glaube ich, ganz gut“, antwortet er lachend und fügt hinzu: „Ich versuche auf meinem Instagram-Account aber vor allem auch, anderen Kindern, die Krebs haben, Mut zu machen.“

Erfahrungsberichte auf Instagram

Regelmäßig veröffentlicht er Bilder, die ihn bei der Chemotherapie oder im Krankenhaus zeigen und berichtet von Erfolgserlebnissen und Fortschritten. Seine Botschaft: Was ich kann, kannst du auch! Kein Wunder also, dass Johann bei so viel Ehrgeiz und Durchhaltevermögen bereits wieder ohne Krücken laufen kann. „An sich geht das Laufen schon wieder relativ gut“, sagt er abschließend, „Nur mein Gangbild ist noch nicht perfekt. Das bekomme ich aber auch noch hin.“ Das glauben wir ihm aufs Wort und finden: Eine tolle Erfolgsgeschichte, die Mut macht und bewegt.

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