Reden heilt den Krebs nicht – hilft aber!

Für jeden Menschen ist die Diagnose Krebs ein tiefer Lebenseinschnitt. Um die Lebensqualität von Betroffenen individuell zu verbessern, bietet unser speziell ausgebildetes Team neben der medizinischen Behandlung zahlreiche unterstützende Angebote an.

Psychoonkologische Betreuung

Ein Tumor lässt sich meist mit bildgebenden Verfahren sichtbar machen, die Gedanken und Gefühle eines Krebspatienten hingegen nicht.
Um die psychische Situation einer Krebserkrankung besser bewältigen zu können, bieten wir unseren Patienten die Möglichkeit zur psychoonkologischen Begleitung und Beratung an – vor, während und nach einem stationären Aufenthalt.
Zu einer guten Betreuung von Krebspatienten gehört nicht nur eine wirksame medizinische Therapie, sondern auch psychosoziale Unterstützung. Nicht selten stellt sich gerade zu Beginn einer Krebserkrankung ein Gefühl von seelischer Überforderung ein. Angst vor der potentiellen Bedrohung, Trauer, Wut und Hilflosigkeit sind häufig und in dieser Situation ganz normal. Eine erlebte starke psychische Belastung in dieser Situation ist keine Krankheit, sondern eine ganz natürliche Reaktion auf die außergewöhnliche Herausforderung. Nicht selten wird die Frage nach dem „Warum ich?“ mit belastenden Selbstvorwürfen beantwortet.
Mit Hilfe von psychoonkologischen Angeboten können Ängste bewältigt, das Selbstwertgefühl aufgewertet und sozialer Isolation entgegengewirkt werden. Die Kosten für die psychoonkologische Betreuung übernehmen die Krankenkassen.
Die Psychoonkologin steht als neutrale Ansprechpartnerin zur Verfügung. Sie ist darin geschult, Patienten und Angehörigen den Umgang mit der Krankheit im Alltag zu erleichtern und neue Perspektiven zu öffnen. Das kann auf viele Arten geschehen:

  • mit Entspannungsübungen
  • Gesprächen, allein oder auch mit dem Partner, mit der ganzen Familie oder in Gruppen.

Je nach Gefühlslage und individuellen Problemen können sich die Inhalte psychoonkologischer Therapien voneinander unterscheiden. Die aktuelle Lebenssituation eines Patienten, seine Krankheitsgeschichte und die daraus resultierenden individuellen Fragen, Sorgen und Belastungen bestimmen letztlich die Ziele der Therapie.
Es existiert weder ein Königsweg, noch gibt es ein Patentrezept bei der Lösung psychischer und sozialer Probleme bei Krebserkrankungen. Therapeuten können Sie darin unterstützen, Ihren ganz individuellen Weg bei der Bewältigung dieser Probleme zu finden.
Eine ganze Reihe Patienten und auch Angehörige sind skeptisch, wenn es um „Psychoonkologie“ geht. Für sie ist psychologische Unterstützung gleichbedeutend mit einer psychischen Erkrankung, Instabilität oder Depression. Das ist nicht richtig. Vielleicht hilft es, Psychoonkologie eher wie ein individuelles Seminar zum Thema „Wie gehe ich mit meiner Krebserkrankung und deren Folgen um?“ zu betrachten.
Hilfe in Anspruch zu nehmen ist kein Zeichen von Schwäche. Stattdessen ist das psychoonkologische Beratungsangebot eine zusätzliche Chance. Wir möchten deshalb dazu beitragen, dass Sie nicht aus falscher Zurückhaltung auf wichtige Unterstützung verzichten.

Sollten Sie noch nicht aktiv angesprochen worden sein oder möchten Sie ein fortführendes Gespräch, können Sie Ihr Anliegen jederzeit an Ihren behandelnden Arzt richten.

Sozialdienst

Nach der Diagnose einer Krebserkrankung stellen sich häufig Fragen, die die Folgen der Erkrankung betreffen und über das rein Medizinische hinausgehen:

WAS bedeutet die Erkrankung für meine berufliche Situation?
WIE schaffe ich es, den Alltag mit Krebs zu bewältigen?
WO gibt es welche Unterstützung?
WELCHE Hilfe gibt es von der Krankenkasse oder von anderen Sozialleistungsträgern?

Mit all diesen Fragen können Sie sich an die kompetenten Ansprechpartner unseres Sozialdienstes wenden. Dort berät und informiert man Sie gerne zu allen sozialen und sozialrechtlichen Fragestellungen, zur medizinischen Rehabilitation, zum Schwerbehindertenrecht, bei beruflichen und wirtschaftlichen Problemen oder wenn Ihnen etwa die Frage der Versorgung zuhause Kopfzerbrechen bereitet.

Die Mitarbeiter des Sozialdienstes unterstützen Sie darüber hinaus im Kontakt mit Ämtern und Behörden, leisten konkrete Hilfe, etwa bei Antragstellungen,  rund um das Thema Anschlussheilbehandlung, häusliche Versorgung, Selbsthilfe und helfen Ihnen und Ihrer Familie bei der Bewältigung von krankheitsbedingten psychosozialen Belastungen.

Selbsthilfe

In Ergänzung zu einer optimalen medizinischen und pflegerischen Versorgung wird die Selbsthilfe  systematisch in den Behandlungsprozess mit einbezogen.

Die Diagnose Krebs trifft Betroffene und Angehörige wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Von heute auf morgen geraten sie in einen Strudel aus Klinik-Routinen und rechtlichen wie sozialen Notwendigkeiten. Plötzlich muss man sich mit medizinischen und sozialrechtlichen Dingen auseinandersetzen, die noch wenige Tage zuvor unwichtig erschienen – von denen man noch nicht einmal wusste, dass es sie gibt. In den ersten Wochen nach der Diagnose werden Patienten regelrecht überfahren von der nun einsetzenden schnellen Abfolge diverser Diagnoseverfahren und anschließender Therapien. Überschwemmt von einer wahren Flut an Informationen, haben die Patienten oft erst nach der Rückkehr nach Hause Zeit zum Luftholen und Nachdenken.

Allein mit der Angst und den Sorgen um sich selbst und um seine Angehörigen, muss nun jeder Patient selbst seinen Weg finden, mit der Situation umzugehen. Manche ziehen sich zurück, wollen niemanden sehen, mit niemandem sprechen. Die meisten aber würden sich gern aussprechen, suchen Rat und Unterstützung, Aufmunterung und Trost. Aber wer ist der richtige Gesprächspartner?

Nicht einschließen, sondern anschließen: denn was Sie allein nicht schaffen, schaffen wir zusammen.

Die bundesweiten und lokalen Selbsthilfegruppen bieten für Krebskranke und deren Angehörige ein breites Unterstützungsangebot. Betroffene können sich unverbindlich an die Selbsthilfen wenden und Gruppen- bzw. Einzelgespräche, Telefon- und Online-Beratung sowie vielfältiges Informationsmaterial kostenlos in Anspruche nehmen.

Der Austausch mit Menschen, die ebenfalls an Krebs erkrankt sind, kann befreiend wirken. Zu sehen, dass andere Patienten oft ähnliche Erfahrungen machen und die eigenen Ängste und Sorgen teilen, zeigt: Ich bin nicht allein, meine Gedanken und Gefühle sind ganz normal!
Die Zusammenarbeit in einer Selbsthilfegruppe ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Denn in der Gemeinschaft werden große Probleme einfach ein wenig kleiner und die eigene Bürde eine viel geringere Last.

Nähere Informationen finden Sie auf den Seiten des jeweiligen Krebszentrums oder in Form von Flyern auf den Stationen. Sprechen Sie uns an!

Seelsorge

Ein gutes Gespräch, ein offenes Ohr, eine liebevolle Geste, Zeit. Seelsorge hat viele Gesichter. Und doch eins immer gemeinsam: Der Mensch steht im Mittelpunkt.

In  manchen Situationen hilft am besten ein vertrautes Gespräch. Mit unseren geschulten Seelsorgerinnen finden Sie Menschen, die zuhören und Hilfestellungen bei persönlichen Fragen und Problemen anbieten. Selbstverständlich bleiben die Gespräche absolut vertraulich und sind an keine Konfession gebunden. 

Wir sind da für Patientinnen / Patienten und Angehörige, für Pflegekräfte und Ärztinnen / Ärzte, für andere haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende als Seelsorgerinnen, Wegbegleiterinnen, Beraterinnen und Moderatorinnen. Wir sind da, für alle Menschen im Krankenhaus, unabhängig ihrer Religions- und Konfessionszugehörigkeit.
Wir haben den einzelnen Menschen im Blick mit seinen Hoffnungen, Wünschen, Zweifeln und Ängsten. Krank zu werden, ist häufig mit Fragen verbunden: „Warum gerade ich?“ „Was wird aus mir?“ Wir begleiten Patientinnen und Patienten und deren Angehörige, wir halten mit aus und die Hoffnung wach. In Zeiten des Abschieds lassen wir die Menschen nicht allein und stehen ihnen zur Seite.