Bisher gab es in Deutschland kein Lungenkrebsfrüherkennungsprogramm, wie es beispielsweise in der Brust- oder Darmkrebsvorsorge existiert. Nun hat sich einiges getan. „Durch die Früherkennung kann auch Lungenkrebs deutlich früher entdeckt werden. Dadurch erhöht sich die Chance auf eine erfolgreiche Behandlung, beispielsweise durch eine Operation“, sagt Chefarzt Dr. Benoit Krämer-Relius, Leiter des von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Lungenkrebszentrums am Helios Klinikum Krefeld.
Lungenkrebs: häufig unentdeckt und häufig tödlich
Rund 45.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen von Lungenkrebs, damit ist dieser bei Männern die häufigste Krebs-Todesursache, bei Frauen die zweithäufigste¹. „Zu Anfang verursacht Lungenkrebs selten Symptome und bleibt deshalb oft lange unbemerkt, bis er fortgeschritten ist oder bereits gestreut hat. Das trifft ungefähr auf die Hälfte der diagnostizierten Lungenkrebserkrankungen zu“, erklärt Dr. Krämer-Relius. „Durch das systematische Lungenkrebsscreening kann es gelingen, diesen Anteil verspäteter Diagnosen deutlich zu reduzieren und die Heilungschancen zu erhöhen“, so der Pneumologe. Bisher wurde nur bei eindeutig auftretenden Symptomen wie langanhaltendem Husten oder Bluthusten eine radiologische Untersuchung als Kassenleistung verordnet.
Was ist die Lungenkrebsfrüherkennung?
Unabhängig von bereits auftretenden Beschwerden sind nun starke und langjährige Raucherinnen und Raucher ab 50 Jahren berechtigt, sich mit einem sogenannten Niedrigdosis-CT auf Lungenkrebs untersuchen zu lassen. Bei dieser radiologischen Untersuchung werden in einer Computertomografie räumliche Bilder der Lunge erstellt, auf denen Tumore bzw. verdächtige Gewebeverdichtungen in der Regel gut zu erkennen sind. Startpunkt für Personen mit Risiko einer Lungenkrebserkrankung ist ein hausärztliches Beratungsgespräch, auf das eine Überweisung an eine radiologische Praxis zum Screening folgt.
Spezialisierte Lungenkrebszentren zur Befund-Abklärung und Prüfung
„Sollte im Rahmen einer CT-Untersuchung ein auffälliger Lungenherd entdeckt werden, ist die Kontaktaufnahme mit einem zertifizierten Lungenkrebszentrum mit langjähriger Erfahrung durch viele Behandlungsfälle dringend zu empfehlen“, rät Chefarzt Dr. Krämer-Relius. Helios betreibt rund ein Dutzend hochspezialisierte Lungenzentren², die eng im Verbund mit weiteren Kliniken und Arzt-Praxen vernetzt sind. „Unser Ziel ist es, die hochwertige medizinische Versorgung in regionalen Netzwerken weiter auszubauen und eine Behandlung dort zu ermöglichen, wo die höchste medizinische Expertise vorhanden ist,“ erläutert Prof. Dr. Frederick Palm, Helios Medical Consultant. „Bei Helios behandeln wir Lungenkrebs über 32.000-mal pro Jahr und ermöglichen unseren Patientinnen und Patienten unabhängig vom Standort Zugang zu unseren Expertinnen und Experten“, sagt Prof. Palm. In den spezialisierten Lungenkrebszentren werden Entscheidungen über eine individuelle Behandlung stets interdisziplinär mit dem geballten Wissen aus unterschiedlichen Fachrichtungen getroffen. Zudem werden moderne Verfahren wie Künstliche Intelligenz zur Unterstützung der Befundanalyse eingesetzt.
Moderne Diagnostik und Behandlungsmethoden: präzise und minimalinvasiv
Die Helios Lungenkrebszentren in Berlin, Bonn/Siegburg, Krefeld/Duisburg und Wiesbaden sowie ab April auch in Erfurt setzen nun bei der Diagnostik auf das innovative roboterassistierte Bronchoskopie-System Ion. Dieses ermöglicht Ärztinnen und Ärzten, besonders tief vorzudringen und Proben von verdächtigem Lungengewebe zu entnehmen. Bestätigt sich der Verdacht auf ein Lungenkarzinom, kann dieses je nach Behandlungsplan in einem minimalinvasiven Verfahren mit dem robotischen Assistenzsystem DaVinci entfernt werden. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet dies im besten Fall die Option auf einen früheren Behandlungsbeginn, möglichst schonende Eingriffe und schnellere Wundheilung.
Wer ist für das Lungenkrebsscreening berechtigt?
In Deutschland haben nun aktive und ehemalige Raucherinnen und Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre lang stark geraucht haben, ab dem 1. April 2026 einmal jährlich Anspruch auf ein präventives Lungenkrebsscreening:
- Alter: Menschen zwischen 50 und 75 Jahren
- Dauer: Zigarettenkonsum ohne Unterbrechung seit mindestens 25 Jahren
- Höhe: Zigarettenkonsum entspricht mindestens 15 sogenannten „Packungsjahren“ (20 Zigaretten pro Tag über 15 Jahre hinweg)
- Bei starken Ex-Rauchern: Rauchstopp vor weniger als 10 Jahren
Offene Fragen abklären: Helios Live-Webinar am 23. April
Wer mehr über das Thema Lungenkrebsfrüherkennung erfahren möchte, kann sich aus erster Hand bei den Helios Lungenfachärztinnen und -ärzten informieren, wie das Screening abläuft und welche Möglichkeiten bestehen, falls dabei ein auffälliger Befund festgestellt werden sollte. Das einstündige Webinar mit Chefarzt Prof. Dr. Tim Hirche, Co-Leiter des Lungenkrebszentrums der Helios HSK Wiesbaden, findet am Donnerstag, 23. April 2026, um 18:30 Uhr online statt und ist mithilfe von einem Laptop, PC, Smartphone oder Tablet möglich. Eine anonyme Teilnahme ist möglich. Persönliche Fragen können über den Chat gestellt werden, die von den Fachärztinnen und -ärzten unmittelbar beantwortet werden. Anmeldung zum Webinar unter: helios-gesundheit.de/lunge