Pflege in Deutschland

Integration in den Alltag

Integration in den Alltag © Foto: nuiiko - stock.adobe.com

Damit die erste Zeit in Deutschland reibungslos verläuft und an alles gedacht ist: Nützliche Checklisten, Formalitäten, Beratungsangebote.

Die ersten Tage nach Einreise

Sind Sie soeben eingereist?
Das sollten Sie an den ersten Tagen erledigen

Deutschland ist bekannt für seine Bürokratie. Das bedeutet, dass Sie vor allem am Anfang sehr viele Formulare ausfüllen müssen. Diese Prozesse sind komplex und auch für Einheimische nicht immer einfach. Lassen Sie sich daher helfen. Bitten Sie Ihren Mentor Ihre Mentorin um Hilfe.
Die folgende Checkliste bietet eine erste Orientierung der wichtigsten Dinge:

  • Direkt am 1. Tag: Ausländerbehörde, Einwohnermeldeamt, Steuer-ID
  • Übersichtspläne erfragen: Klinikplan mit Kontaktpersonen, Stadtplan, Plan für die öffentlichen Verkehrsmittel, eventuell Monatsticket besorgen
  • SIM-Karte für das Handy besorgen
  • Bankkonto
  • Versicherungen: Krankenkasse, Haftpflichtversicherung (Achtung: Sie benötigen oftmals eine Haftpflichtversicherung, um einen Mietvertrag abschließen zu können)
  • Wohnung: Mietvertrag, Zahlungen vom Bankkonto einrichten (Lastschriftverfahren), z.B. für Miete/Strom/Wasser/Müll

Die erste Zeit in Deutschland: Kulturschock

Bei Ihrer Einreise nach Deutschland ist die Vorfreude meist groß: Was erwartet mich in Deutschland? Wie sind wohl die „Neuen“?

Sie werden von allen Kolleginnen und Kollegen freundlich begrüßt und die ersten Tage verlaufen harmonisch. Zu Beginn zeigen sich alle Beteiligten „von ihrer Schokoladenseite“. Doch meist kommt schon nach kurzer Zeit auf beiden Seiten eine Phase der Konflikte. Alle haben sich die Zusammenarbeit viel leichter vorgestellt. Ihre Mitmenschen sprechen viel zu schnell und keiner nimmt sich Zeit. Häufig fließen Tränen.
 
Was läuft falsch? Nichts! Dieser Prozess ist völlig normal. Meist folgt auf eine erste Phase der Euphorie eine tiefe Krise und Ernüchterung, wie das Modell des Kulturschocks* zeigt:

Kulturschock: Was ist das?
Die Grafik (eigene Darstellung) zeigt die persönliche Zufriedenheit in Korrelation zur Zeit.
Es ergeben sich folgende Phasen:

Nach der Phase der ersten Verliebtheit setzt meist schon nach kurzer Zeit der „Schock“ ein und Ihr Aufenthalt in Deutschland erscheint viel schlimmer als er in Wirklichkeit ist. Es kommt zur Krise und am liebsten möchten Sie nach Hause zurück.

Denken Sie daran: Das ist normal, diesen Prozess durchlaufen alle.

Halten sie durch und lassen Sie sich nicht entmutigen. Holen Sie sich Hilfe, zum Beispiel bei einer neutralen Beratungsstelle, bei Ihrem Mentor oder Mentorin auf Station oder nehmen Sie das Angebot eines Lernpaten oder einer Lernpatin an.

Überregionale Beratungsangebote

Es gibt in Deutschland viele Beratungsstellen, an die Sie sich wenden können, wenn Sie Hilfe benötigen. Hier einige Beispiele in Auswahl:

Fragen Sie dazu Ihren Mentor, Ihre Mentorin nach örtlichen Angeboten. In jeder größeren Stadt gibt es auch persönliche Anlaufstellen, die sich auf Migrationsberatung spezialisiert haben.

Lernpaten helfen ehrenamtlich vor Ort

Einige unserer Kliniken verfügen über ehrenamtlich tätige Lernpatinnen und Lernpaten. Das sind Menschen, die in Ihrer Nähe leben und sich gut vor Ort auskennen. Ein Pate oder eine Patin kann Ihnen daher viele wertvolle Tipps für Ihren Alltag geben, zum Beispiel bei:

  • Behördengängen, Anmeldungen, Anträgen beim Einwohnermeldeamt
  • rechtlichen Fragen, Papieren und Formularen, z.B. Anträgen für Wohnungen
  • Fragen zu Versicherungen
  • Familienfragen, z.B. zum Familiennachzug
  • Fragen zu Kindergarten, Kinderbetreuung, Schulen, Sportvereinen
  • geeigneten Sprachkursen für Familienmitglieder
  • Fragen zu Telefonanschluss, Handyverträgen oder Internetanschluss
  • persönlichen Anliegen, gesundheitlichen Fragen
  • Integrationskursen, Kultur- und Freizeitangeboten in Ihrer Stadt
  • größeren, ggf. gebrauchten oder günstigen Anschaffungen, wie Möbel, Fahrräder

Wichtig: Ein Lernpate oder eine Lernpatin arbeitet ehrenamtlich, das heißt diese Menschen engagieren sich sozial möchten Ihnen bei der Integration helfen. Das Angebot ist kostenlos. Meistens treffen Sie sich einmal pro Woche, entweder online oder persönlich und sprechen über aktuelle Themen. Oft werden Sie auch zu Festen oder Veranstaltungen eingeladen, bei denen Sie die deutsche Kultur besser kennenlernen können. Nehmen Sie das Angebot daher an, auch wenn Sie sich vielleicht lieber in dieser Zeit ausruhen oder mit Landsleuten treffen würden. Es hilft Ihnen, in Deutschland anzukommen.