Pflege in Deutschland

Erwerbstätigkeit

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Wenn Sie als Pflegefachkraft in Deutschland beschäftigt sind, sollten Sie diese Begriffe und Formalitäten kennen: Arbeitsvertrag, Gehalt, Steuern und Sozialabgaben, Versicherungen.

Berufstätig im Angestelltenverhältnis:
Das sollten Sie wissen

Arbeitsvertrag

Der Arbeitsvertrag regelt die Rechte und Pflichten, sowohl des Arbeitnehmers als auch des Arbeitgebers. Die Hauptflicht des Arbeitgebers (= Klinik) ist die Zahlung eines Gehalts, die Hauptpflicht eines Arbeitsnehmers (= Sie) ist die Arbeitsleistung.

Helios bietet Ihnen einen Vertrag in deutscher Sprache an. Auf Wunsch erhalten Sie diesen auch in englischer Sprache.

Wichtige Punkte, auf die Sie achten und die Sie beim Einstellungsgespräch klären sollten, sind: Gehalt, Arbeitszeit, Urlaubstage, ggf. Sonderleistungen (z.B. Fortbildungen, Sprachkurse etc.), Probezeit, Kündigungsfristen.

Gehalt

Die Höhe des Gehalts ist nicht pauschal festgelegt, sondern variiert von Klinik zu Klinik. Meist ist das Gehalt von der Größe eines Hauses, aber vor allem auch von der Region abhängig, d.h. in Großstädten verdienen Menschen meist mehr als auf dem Land, weil da die Lebenshaltungskosten, vor allem die Mieten teurer sind.

Tipp: Orientieren Sie sich bei der Ortswahl nicht nur am Gehalt, sondern fragen Sie auch nach anderen Kriterien, z.B. Preise für Wohnungen. Meist sind die Lebenshaltungskosten auf dem Land deutlich niedriger als in der Stadt und Sie haben am Monatsende mehr. In Deutschland gilt es als nicht unhöflich, wenn Sie bei einem Bewerbungsgespräch Ihren Vorgesetzten nach dem Gehalt fragen.

Bruttolöhne in der Pflege in Deutschland nach Pflegeart und Qualifikation im Jahr 2019

Die Helios Kliniken bieten ihren Mitarbeitenden Haustarifverträge an. Das bedeutet, dass Helios mit den Gewerkschaften verhandelt. Das Ergebnis sind diese Tarifverträge, die eine klare Regelung der Gehälter festschreibt. Den Tarifvertrag (in deutscher Sprache) können Sie an Ihrem Standort einsehen. Fragen Sie in der Personalabteilung danach.

 

Quelle: de.statista.com/statistik/daten/studie/1029854/umfrage/bruttoloehne-in-der-pflege-in-deutschland-nach-pflegeart-und-qualifikation/

Steuern und Abgaben

Das Bruttogehalt ist der Betrag, den Ihnen Ihr Arbeitgeber nennt. Er ist deutlich höher als die Summe, die Sie am Monatsende auf Ihr Konto ausgezahlt bekommen. Sie müssen von ihrem Bruttogehalt Steuern und Abgaben bezahlen, zum Beispiel Beiträge in die Kranken- und Rentenversicherung. Das konkret ausgezahlte Gehalt ist weniger als das Brutto, es ist der Nettobetrag. Einen Gehaltsrechner finden Sie beispielsweise hier.

Einmal pro Jahr können Sie eine Steuererklärung machen, sie müssen dabei dem Finanzamt Ihre Einkünfte mitteilen. In Deutschland gibt es dafür Steuerberater, die sich darauf spezialisiert haben. Da diese Steuerberater meist hohe Gebühren verlangen, empfehlen wir Ihnen, sich an den Lohnsteuerhilfeverein zu wenden. Dort bekommen Sie professionelle Hilfe für angemessene Gebühren.

Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung

Von Ihrem Bruttogehalt werden wie beschrieben einige Beträge bereits abgezogen, unter anderem die Beiträge in die Rentenversicherung, Krankenversicherung sowie Arbeitslosenversicherung. Diese Abgaben nennt man auch Sozialabgaben.

Für Sie bedeutet dies, dass Sie als Arbeitnehmerin, als Arbeitnehmer automatisch in Deutschland krankenversichert sind. Wenn Sie krank werden, wird Ihr Gehalt für bis zu 6 Wochen von Helios weiterbezahlt, anschließend erhalten Sie von der Krankenkasse ein Krankengeld.

Über die Abläufe im Fall einer Krankheit informiert Sie Ihre Klinik direkt. Meistens müssen Sie sich am Tag selbst telefonisch krankmelden und spätestens ab dem 3. Krankheitstag eine ärztliche Bescheinigung („Attest“) vorlegen.

Die Beiträge zur Rentenversicherung werden auch ins Ausland bezahlt. Über Details hierzu informieren Sie sich am besten bei der Deutschen Rentenversicherung.

Wenn Sie in Deutschland arbeitslos werden, erhalten Sie Arbeitslosengeld. Hierfür müssen Sie einige Kriterien erfüllen, zum Beispiel mindestens 12 Monate versicherungspflichtig erwerbstätig gewesen sein. Die Höhe des Arbeitslosengeldes richtet sich nach Ihren familiären Verhältnissen, es beträgt ungefähr 60-67% Ihres Nettolohnes.