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Stationsleitung bei Helios: Jana über Weiterbildung, Verantwortung und 15 Jahre Mittelweser

Jana Ehlers ist Stationsleitung an den Helios Kliniken Mittelweser und hat gerade ihre Fachweiterbildung zur Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege abgeschlossen. Den Weg dorthin hat sie nicht geplant, sondern Schritt für Schritt gefunden: von der Pflegefachkraft über die Leitung einer Corona-Station bis hin zur kardiologischen Station 4. Im Interview spricht sie darüber, was sie in der Weiterbildung überrascht hat, welche Werkzeuge ihr im Alltag wirklich helfen und warum der erste Schritt in die Verantwortung der wichtigste ist.

09.06.2026 Lesedauer: - Min.
Jana, Stationsleiterin in Mittelweser

Jana begann ihre Ausbildung 2011 an den Helios Kliniken Mittelweser in Nienburg. Nach ihrem Examen 2015 arbeitete sie auf der Station 3 in den Fachbereichen Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie und Urologie. 2020 übernahm sie die pflegerische Leitung der Corona-Station – ihr erster Schritt in die Führung. Seitdem hat sie verschiedene Leitungsrollen innegehabt und wechselte 2025 auf die kardiologische Station 4. Parallel dazu absolvierte sie ihre dritte Fachweiterbildung: die zur Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege, einschließlich der Weiterbildung zur Praxisanleiterin.

Du bist seit 15 Jahren bei Helios. Was hat dich so lange gehalten?

Ich bin hier verwurzelt. Ich wohne in der Gegend, habe hier in der Klinik auch schon meine Ausbildung gemacht und mich in den verschiedenen Bereichen, in denen ich gearbeitet habe, immer wohlgefühlt.

Gab es einen Moment, in dem dir klar wurde: Ich möchte Verantwortung übernehmen?

Den einen großen Moment gab es eigentlich nicht. Meine damalige Stationsleitung – heute unsere stellvertretende Pflegedirektorin – hat mir schrittweise mehr Verantwortung übertragen und mich immer wieder für neue Aufgaben eingespannt. So bin ich langsam in die Rolle hineingewachsen. Als ich dann zu Corona-Zeiten gefragt wurde, ob ich die Leitung der Station übernehmen möchte, fühlte sich das wie der logische nächste Schritt an.

Was hat dich dazu bewogen, die Fachweiterbildung zur Leitungskraft zu machen?

Der Auslöser war der Wunsch nach einem soliden theoretischen Fundament. Vieles hatte ich bis dahin durch learning by doing gelernt. Das hat gut funktioniert, und auch das Haus hat uns als Führungskräfte intern immer begleitet. Aber ein strukturiertes Hintergrundwissen in Bereichen wie Recht, Qualitätsmanagement oder Finanzierung hatte ich nie wirklich. Mit der Fachweiterbildung schließt sich diese Lücke: Der Abschluss qualifiziert mich theoretisch auch dazu, eine Pflegeeinrichtung oder einen ambulanten Pflegedienst zu leiten und dafür braucht man eben mehr als Praxiserfahrung.

Was hat dich in der Weiterbildung am meisten überrascht oder weitergebracht?

Überrascht hat mich, wie viele Themenfelder zur Leitungsrolle eigentlich dazugehören: weit mehr als die Dienstplanung, die man oft als Kernaufgabe einer Stationsleitung wahrnimmt. Besonders die Praktika haben mir einen ganz anderen Blick gegeben: 15 Wochen intern, unter anderem in der Pflegedirektion, der Krankenhaushygiene und dem Qualitätsmanagement, und fünf Wochen extern in der ambulanten und stationären Pflege.

Weitergebracht hat mich besonders der Teil zur Gesprächsführung. Dass man ein Kritikgespräch nicht zwischen Tür und Angel führt, sondern es terminiert, einen ruhigen Rahmen schafft und sich gut vorbereitet. Das klingt selbstverständlich, im hektischen Stationsalltag gerät es aber schnell in den Hintergrund. Genauso wertvoll waren die rechtlichen Grundlagen: Arbeitszeitgesetz, Mutterschutz, BEM-Verfahren. Als Stationsleitung bekommt man zum Beispiel mit, wenn ein Mitarbeiter lange krank war, aber wie ein BEM-Verfahren im Detail abläuft, welche Schritte es gibt und welche Rolle man dabei spielt, das lernt man sonst nirgendwo.

Was hat sich in deiner täglichen Arbeit als Stationsleitung seitdem verändert?

Da ich die Leitung der kardiologischen Station erst seit wenigen Monaten innehabe, spielt sich vieles noch ein. Nach einer Weiterbildung setzt man das Gelernte ja erst im Arbeitsalltag richtig um. Was ich aber bereits merke, ist ein gewachsenes Sicherheitsgefühl im Umgang mit dem Team. Ich weiß heute, dass gute Führung nicht bedeutet, jedem Wunsch nachzugeben. Es gehört auch dazu, klar anzusprechen, wenn etwas schiefgelaufen ist. Dieses Selbstverständnis hat mir die Weiterbildung gegeben.

Was würdest du Pflegefachkräften mitgeben, die selbst in eine Leitungsrolle möchten?

Traut euch einfach! Viele haben Angst vor der Verantwortung und das ist absolut verständlich. Aber wenn man Lust hat, ein Team zu führen und eine Station mitzugestalten, sollte man den Schritt wagen. Wichtig ist, dass man weiß: Man steht nicht alleine da. Wenn die Pflegedienstleitung oder der Pflegedirektor hinter einem steht, so wie Herr Hartig hinter mir steht, dann hat man eine echte Rückendeckung. Das gibt einem die Sicherheit, die man braucht, um sich diesen Schritt auch wirklich zu trauen.