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„Disziplin und Ausdauer zahlen sich aus": Ann-Christin von Ehr über Familie, Facharztausbildung und Führung

Ann-Christin von Ehr ist Ärztliche Direktorin der Helios Arbeitsmedizin. Ihren Weg dorthin hat sie parallel zur Erziehung von drei Kindern zurückgelegt: über die Facharztausbildung in der Inneren Medizin, eine diabetologische Spezialisierung und einen zweiten Facharzttitel in der Arbeitsmedizin. Im Interview spricht sie darüber, was sie durch diese Zeit getragen hat, wie sie Führung versteht und welche Prinzipien ihr dabei helfen, ein Team zusammenzuhalten.

26.07.2026 Lesedauer: - Min.
„Disziplin und Ausdauer zahlen sich aus": Ann-Christin von Ehr über Familie, Facharztausbildung und Führung

Ann-Christin von Ehr begann ihre Laufbahn als Fachärztin für Innere Medizin bei den Helios Kliniken, wo sie von Mai 2016 bis Dezember 2024 tätig war. Parallel dazu erwarb sie ab Juni 2021 die Qualifikation als Diabetologin DDG und einen zweiten Facharzttitel in der Arbeitsmedizin. Seit Januar 2025 ist sie Ärztliche Direktorin der Helios Arbeitsmedizin. Diese gesamte Entwicklung durchlief sie während sie drei kleine Kinder großzog.

Welche Herausforderungen haben Sie im Berufsleben bisher gemeistert, und was haben Sie daraus für sich mitgenommen?

Die größte Herausforderung meiner Karriere stellte und stellt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf dar. Die Facharztausbildung in der Inneren Medizin mit drei kleinen Kindern sowie intensiven Nacht- und Wochenenddiensten zu absolvieren und gleichzeitig dem eigenen hohen Qualitätsanspruch gerecht zu werden, hat mich mehrmals an meine Grenze gebracht. Mein Fokus war jedoch immer der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung und die diabetologische Spezialisierung. Dass ich diesen Weg im Anschluss sogar um einen zweiten Facharzttitel in der Arbeitsmedizin ergänzen würde, übertraf meine eigenen anfänglichen Erwartungen.

Angetrieben haben mich dabei stets mein Ehrgeiz, der Wunsch nach kontinuierlicher Weiterentwicklung und das Ziel, meine Patientinnen und Patienten, bzw. im arbeitsmedizinischen Kontext die Beschäftigten, bestmöglich zu betreuen.

Mein bisheriges Fazit lautet: Disziplin und Ausdauer zahlen sich aus. Zudem habe ich gelernt, dass sich wertvolle Erfahrungen aus der Kindererziehung, wie Geduld, Organisationstalent und Konfliktlösung, überraschend gut auf den Berufsalltag übertragen lassen.

Wie definieren Sie erfolgreiche Führung?

Erfolgreiche Führung bedeutet für mich, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen sich Teams gemeinsam und motiviert für ein übergeordnetes Ziel einsetzen. Überall, wo unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinandertreffen, gibt es naturgemäß Konfliktpotenzial. Als Führungskraft sehe ich es als meine Kernaufgabe, das große Ganze im Blick zu behalten, trotz aller Unterschiedlichkeiten Brücken zu bauen und die individuellen Stärken der Einzelnen so zu bündeln, dass das gesamte Team davon profitiert. Gute Führung lenkt Konflikte konstruktiv, schafft Vertrauen und gibt eine klare Orientierung.

Welche Strategien oder Prinzipien haben Ihnen geholfen, sich als Führungskraft zu etablieren?

Ein offenes Ohr und aktives Zuhören. Teams lassen sich dann erfolgreich führen und zusammenschweißen, wenn man versteht, was die Mitarbeitenden bewegt und welche Ressourcen sie für eine qualitativ hochwertige Arbeit benötigen.

Empathie und Nahbarkeit gepaart mit klarer Kommunikation. Als Medizinerin ist Empathie für mich selbstverständlich. Im Führungskontext hilft sie mir, Bedürfnisse frühzeitig zu erkennen und diese erfolgreich in produktive Bahnen zu lenken.

Vorbildfunktion und Gelassenheit. Wer wie ich gelernt hat, eine Familie und zwei Facharztausbildungen parallel zu managen, bringt eine natürliche Resilienz mit. Diese Ruhe und Struktur übertrage ich in stressigen Situationen auf mein Team.