Es war einmal in Krefeld: Die Emanzipation der Anästhesiologie

Es war einmal in Krefeld: Die Emanzipation der Anästhesiologie

Krefeld

Ein besonderes Jubiläum für die Anästhesieärztinnen und -ärzte am Helios Klinikum Krefeld: In ihrem Haus wurde vor 60 Jahren die erste eigenständige Anästhesie in Deutschland gegründet.

Als erstes deutsches Krankenhaus überhaupt etablierten die Städtischen Krankenanstalten Krefeld am 1. Juli 1958 ein „Institut für Anästhesiologie“. Ein wichtiger Schritt für die noch junge Fachdisziplin. Denn die Anästhesie wurde bis dato von den Chirurgen selbst mit durchgeführt, bis die Ärztekammer sie in den 1950er Jahren als eigenständiges Fachgebiet anerkannte.

Auch ein wenig stolz erinnert das Helios Klinikum Krefeld am Wochenende mit einer Jubiläumsfeier an die Emanzipation der Anästhesiologie vor 60 Jahren. Mit dem Festakt würdigt das Helios Klinikum Krefeld die Lebenswerke der langjährigen Chefärzte, Dr. Manfred Körner und Prof. Henning Harke. Ein Rückblick in die Geschichte der Abteilung – von der damaligen Geburtsstunde bis heute – spiegelt nicht nur die Entwicklung der Anästhesie, sondern auch die der modernen Medizin insgesamt wider.

Anlässlich seiner Verabschiedung resümierte Dr. Manfred Körner, der Chefarzt des 1958 neu gegründeten, ersten eigenständigen Instituts für Anästhesie in Deutschland: „Die Anästhesie hatte ihre große Stunde. Sie war das Neue in der Medizin, der Anästhesist der Spezialist für die künstliche Beatmung, die endotracheale Intubation, die Wiederbelebung, die Muskelrelaxierung – Bedingungen, die dem Chirurgen den Griff in den Thorax und zum Herzen ermöglichten und ihm auch im Bauchraum und im Schädelinneren erträgliche Operationsbedingungen schafften. Die gesamte operative Medizin hat damals einen neuen Anfang gemacht und einen vorher kaum für möglich gehaltenen Aufschwung genommen“. Bereits in den ersten zehn Jahren führte er rund 60.000 Anästhesien durch und machte aus dem „Ein-Mann-Betrieb“ eine Abteilung mit 28 Ärzten und 60 speziell ausgebildeten Pflegekräften.

Die Abteilung entwickelte sich von 1985 bis 2005 unter der Führung von Prof. Dr. Henning Harke zur „Klinik für Anästhesie und spezielle Schmerztherapie“ mit den vier Säulen Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie weiter. Mit ständig neuen Ideen, dem Mut zu innovativen Schritten und Begeisterung für die Arbeit hat Prof. Harke viele Mitarbeiter positiv geprägt.  

Seit 2005 leitet Prof. Dr. Elmar Berendes die „Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin“ mit einem Team aus 74 Ärzten und über 150 Pflegekräften. Jährlich werden etwa 24.000 Anästhesien durchgeführt und rund 3.000 Patienten auf den 52 Betten der vier operativen Intensivstationen behandelt. Nicht nur für die rasante Entwicklung der Medizin über alle Fachbereiche hinweg bildet die Anästhesie die Grundlage: „Der moderne Anästhesist betrachtet die ihm anvertrauten Patienten ganzheitlich. Die Anästhesie ist heute als hochmodernes Querschnittfach gewissermaßen das Öl im operativen Motor eines Krankenhauses. Damit hat sie einen entscheidenden Einfluss auf die Behandlungsqualität“, so Prof. Berendes.

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