Die Ozaki Methode: Neue Herzklappe aus körpereigenem Gewebe

Die Ozaki Methode: Neue Herzklappe aus körpereigenem Gewebe

Krefeld

Zum breiten Spektrum der Herzklappenchirurgie am Helios Herzzentrum Niederrhein gehört jetzt auch die Neu-Konstruktion defekter Aortenklappen aus körpereigenem Gewebe. Statt einer biologischen oder mechanischen Prothese wird die Herzklappe aus Teilen des eigenen Herzbeutels neu modelliert.

Die Aortenklappe ist ein aus einem Ring und drei Taschen bestehendes Ventil zwischen der linken Herzkammer und der aufsteigenden Hauptschlagader (Aorta). Sie verhindert den Rückfluss des Blutes aus der Hauptschlagader ins Herz. Eine geschädigte Aortenklappe kann durch eine biologische (tierisches Gewebe) oder mechanische Herzklappe oder bei jungen Patienten durch eine sogenannte Ross-Operation ersetzt werden. Mit der vollständigen Klappen-Konstruktion aus körpereigenem Gewebe bietet das Helios Herzzentrum Niederrhein betroffenen Patienten jetzt eine weitere, fortschrittliche Therapie als Alternative zum biologischen Herzklappenersatz an.

„Das individuelle Krankheitsbild, die Lebensumstände und Begleiterkrankungen unserer Patienten sind nie identisch. Entsprechend gibt es nicht das eine, beste Verfahren. Die Entscheidung, welche Methode infrage kommt, beraten wir daher interdisziplinär im Herzteam und als Empfehlung ausführlich mit jedem Patienten“, erläutert Prof. Franz Xaver Schmid, Chefarzt der Herzchirurgie am Helios Herzzentrum Niederrhein.     

Mit der Ozaki-Methode lassen sich nahezu alle Erkrankungen der Aortenklappe, auch in Kombination mit einer erweiterten Hauptschlagader, beseitigen. Der Eingriff geht zurück auf den japanischen Herzchirurgen Prof. Shigeyuki Ozaki (Tokio). Bei dieser neuen Operationsmethode werden alle Taschen der erkrankten Herzklappe entfernt und durch neue ersetzt, die mit Hilfe einer Schablone passgenau aus körpereigenem Gewebe (Perikard) nachgebildet werden. „Dazu entnehmen wir einen Teil des Herzbeutels, der verzichtbar ist“, erklärt Dr. Jaroslav Benedik, ein erfahrener Spezialist, der vom Universitätsklinikum Essen ans Herzzentrum nach Krefeld gewechselt ist.

Ziel ist es dabei, möglichst wenig Fremdmaterial in den Organismus zu implantieren. Das lässt sich mit der Ozaki-Methode umsetzen. „Bei Herzklappenprothesen entsteht durch den starren Ring, der die Klappentaschen einfasst, zwangsläufig eine relative Engstelle und mit ihr ein mögliches Abflusshindernis. Bei der Ozaki-Operation bleibt durch den Erhalt des Klappenrings mitsamt seinen funktionellen Eigenschaften auch die natürliche Strömungsmechanik des Blutes durch das Gefäß weitestgehend erhalten. Dadurch erwarten wir, dass sich das Risiko von Kalkablagerungen und Fibrosebildung verringert“, erläutert der Herzchirurg die Vorteile der Neukonstruktion. Wie bei allen biologischen Klappen ist auch bei der Ozaki-Operation keine lebenslange Einnahme von Blutverdünnern erforderlich.

„Vor jeder Herzoperation steht eine ausführliche Aufklärung, die gerade bei neuen Verfahren besonders wichtig ist. Hier werden alle Fragen, Möglichkeiten und Grenzen gemeinsam besprochen. Darüber hinaus begleiten wir alle Patienten, die nach dieser Methode operiert worden sind und evaluieren die Ergebnisse. Dazu gehören regelmäßige Nachuntersuchungen und ein fester Ansprechpartner, der auch für niedergelassene Kollegen jederzeit erreichbar ist“, erklärt Dr. Benedik, der seine Erfahrungen als Gastoperateur und auf Kongressen regelmäßig mit Kardiologen und Herzchirurgen aus Europa und Asien teilt.

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Helios Klinikum Krefeld
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