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„Die Lebensfreude ist zurück“

„Die Lebensfreude ist zurück“

Krefeld

Als ein künstlicher Darmausgang droht, entscheidet sich die 56-jährige Sonja Birkengrund* für eine innovative OP-Methode durch den Urogynäkologen Dr. Sidi Muctar am Helios Klinikum Krefeld. Die siebenfache Oma lebt nun wieder ganz unbeschwert.

Eine problematische Verdauung, die nur mit Hilfe von Abführmitteln möglich war, hatte Sonja Birkengrund schon immer. Nach der Geburt ihres dritten Kindes mit 31 wurde ihr wegen Myomen die Gebärmutter entfernt. Mit diesem Eingriff fingen die Probleme im Unterleib richtig an. Inzwischen hatte sich zusätzlich ihr Beckenboden gesenkt und eine Blasenentleerungsstörung entwickelt.

Der Alltag der lebensfrohen, aktiven Frau veränderte sich zusehends: „Dadurch, dass ich nie das Gefühl hatte, meine Blase wirklich entleeren zu können, war ich immer auf der Suche nach einer Toilette, konnte mich nicht entspannen, hatte Schmerzen beim Wasserlassen. Auch das Intimleben mit meinem Mann war beeinträchtig von meinen Symptomen.“

Schon vor vielen Jahren wurde ihr ein großer Teil vom Darm entfernt. Aufgrund einer Gewebeschwäche haben sich Darmausstülpungen gebildet, gegen die sie bei jedem Stuhlgang pressen muss. Das Pressen verschlimmert die Situation jedoch nur, der Stuhl findet nicht den richtigen Weg, empfindliche Nerven werden gedrückt, starke Schmerzen sind die Folge.

Als ihre Lebensqualität durch die Darm- und Blasenprobleme immer weiter schwindet, entscheidet sich Sonja Birkengrund zu einer umfangreichen Diagnostik in den verschiedenen Fachabteilungen des Helios Klinikum Krefeld. Der einzige Ausweg ist weder für die Ärzte noch für die Patientin eine gute Lösung. „Mit 56 einen künstlichen Darmausgang – das konnte ich einfach nicht akzeptieren“, erinnert sie sich an die schwierige Zeit im Frühjahr 2019. Zuletzt wird sie in der Urogynäkologie vorstellig, einem relativen neuen Fachbereich, den Dr. med. Sidi Muctar leitet und den er mit seinem Team weiter aufgebaut hat.

Auf dieses Teilgebiet spezialisiert, operiert er als Urologe seit über 18 Jahren Frauen mit Inkontinenz. „Jede Patientin hat andere anatomische Ursachen für ihre Probleme. Wir benötigt also stets eine individuelle Lösung“, bekräftigt Dr. Muctar. In Deutschland arbeiten die meisten Chirurgen mit Netzen, die den Beckenboden anheben und stabilisieren. Dr. Muctar weiß jedoch, je weniger Fremdkörper verwendet werden, desto geringer ist das Komplikationsrisiko. Bei Frau Birkengrund verwendet er daher ein elastisches Band, das wie eine Wäscheleine gespannt wird und etwas Eigengewebe zur Anhebung des Beckenbodens und zum Ausgleich der Bindegewebsschwäche. Die Operation dauerte nur anderthalb Stunden und wurde über den natürlichen Zugang, die Scheide, vorgenommen. „Als Urogynäkologe ist es mein Ziel, die ursprüngliche Architektur der Scheide wiederherzustellen und so wenig wie nötig zu machen. Hierfür habe ich eigene OP-Methoden entwickelt. Verändere ich zu viel, entstehen an anderen Stellen Probleme“, erläutert der erfahrene Mediziner sein Vorgehen.

Nach der Repositionierung der Scheidenwand ist die natürliche Form der hinteren Vulva wiederhergestellt. Nichts zieht mehr, so dass auch die Nerven entlastet sind, die Schmerzen lassen spürbar nach. „Die Lebensfreude ist zurück“, strahlt Sonja Birkengrund. „Ich kann nur jeder Frau empfehlen, sich rechtzeitig Hilfe zu holen und nicht im Stillen zu leiden. Wenn ich mit meinen Enkelkindern auf dem Spielplatz bin, möchte ich nicht nur daneben sitzen, sondern selbst aufs Trampolin“, lacht die siebenfache Oma. „Ich will mein Leben genießen, Rad fahren, schwimmen, mit meinem Mann reisen, einfach alles, was Spaß macht“. Fürs Salto springen ist es noch zu früh, auch darf die quirlige Mittfünfzigerin ihre Enkelkinder noch nicht hochheben, aber es wird nicht mehr lange dauern, bis sie wieder alles machen darf.  „Ich bin glücklich, endlich schmerzfrei zu sein und kann wieder jeden Aspekt des Lebens genießen,“ resümiert Sonja Birkengrund ihre Entscheidung, sich von Dr. Muctar operieren zu lassen.
*Name geändert

Weitere Informationen unter Urologie und Kinderurologie

Pressekontakt:
Julia Dubois
Unternehmenskommunikation Helios Klinikum Krefeld
Telefon: (02151) 32-1681
julia.dubois@helios-gesundheit.de