Wege in den Beruf
Was macht eine Medizincontrollerin

Wege in den Beruf

Berlin

Janine Wölk, Regionalleiterin Medizincontrolling in der Region Süd, berichtet, was ihren Job ausmacht.

Zahlen, Akten und scheinbar kryptische Kodierungen – das ist die Welt der Medizincontroller. Kaum ein Patient weiß, dass es diese Berufsgruppe in jeder Klinik gibt. Und doch sind Medizincontroller von entscheidender Bedeutung für jedes Krankenhaus. Im Büro eines Medizincontrollers gibt’s vor allem eins: Akten. Denn Medizincontroller stellen sicher, dass sämtliche Leistungen, die von Ärzten und Pflegekräften für die Patienten erbracht werden, auch vollständig und richtig in der Akte dokumentiert werden. Die erbrachten Leistungen werden mithilfe von Zahlen- und Buchstabencodes verschlüsselt – und diese Dokumentation bildet die Basis für die Abrechnung mit den Krankenkassen.

 

Wir sind die Schnittstelle zwischen dem Verwaltungs- und dem klinischen Bereich des Krankenhauses

Janine Wölk, Regionalleiterin Medizincontrolling in der Region Süd

Janine Wölk ist Regionalleiterin Medizincontrolling in der Region Süd. „Man könnte uns als Schnittstelle zwischen dem Verwaltungs- und dem klinischen Bereich des Krankenhauses bezeichnen“, beschreibt sie die Aufgabe ihrer Teams in Bayern und Baden-Württemberg.
Im Medizincontrolling laufen alle Informationen aus der Behandlung der Patienten zusammen, von hier werden sie an die Krankenkassen zur Abrechnung weitergeleitet. „Werden Leistungen nicht richtig dokumentiert oder falsch verschlüsselt, können wir sie auch nicht abrechnen“, erklärt sie. Dann entgehen der Klinik Erlöse, also bares Geld.
 

Die Ärzte, auch die Chefärzte, in der Dokumentation und der Kodierung zu schulen, ist ebenfalls ein Teil der Tätigkeit. „So stellen wir die Qualität der Kodierung sicher.“ Apropos Qualität: Die Medizincontroller sind auch für den gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätsbericht einer Klinik verantwortlich und erstellen auf Basis der vorhandenen Zahlen verschiedene Berichte und strategische Analysen für die Klinikgeschäftsführer. Und sie fungieren als direkte Ansprechpartner für die Rückfragen der Krankenkassen. Was sollte jemand mitbringen, der im Medizincontrolling arbeiten möchte? „Auf jeden Fall eine hohe Affinität zu Zahlen, zum systematischen Arbeiten und zum Umgang mit dem PC. Medizinische Vorkenntnisse sind natürlich von Vorteil, weil sie den Einstieg und das Verständnis erleichtern“, so Wölk. Sie selbst hat Management für Gesundheitsfachbereiche studiert und ist als Medizincontrollerin zunächst in der Helios Klinik Rottweil gestartet, bevor sie die Regionalleitung übernommen hat. 

Wege in den Beruf

Den Ausbildungsberuf des Medizincontrollers gibt es nicht – wohl aber zahlreiche Möglichkeiten, sich für diese Tätigkeit zu qualifizieren, etwa bei den IHK. Die Mehrheit der Medizincontroller hat eine ärztliche oder pflegerische Ausbildung oder hat ein Studium im Bereich Gesundheitswesen absolviert.