Menü
Schließen

Erster anerkannter ATA in Thüringen: Wie Alpar seinen Weg in den deutschen OP gefunden hat

Alpar wollte als Anästhesietechnischer Assistent (ATA) arbeiten, egal, wie lang der Weg dorthin dauert. Als er nach Erfurt zog, gab es in Thüringen noch keine Blaupause für die Anerkennung ausländischer ATA-Abschlüsse. Er hat sie trotzdem als Erster durchgezogen und arbeitet heute im Anästhesie-Team des Helios Klinikums Erfurt.

27.04.2026 Lesedauer: - Min.
Alpar ATA Thüringen

Wer seinen Berufsabschluss im Ausland gemacht hat und in Deutschland als ATA arbeiten möchte, braucht eine offizielle Anerkennung. Der Weg dorthin führt über eine begleitete Praxisphase mit Praxisanleiter:in und eine abschließende Prüfung. In Thüringen hatte das vor Alpar noch niemand durchlaufen. Kein Musterprozess, keine Anlaufstelle mit fertigen Antworten, aber dafür jede Menge Unsicherheit und Behördenkommunikation.

Alpar hat diesen Weg im Helios Klinikum Erfurt trotzdem konsequent verfolgt, als Erster in Thüringen. Heute ist er festes Mitglied unseres Anästhesieteams. Im Interview erzählt er, was ihn angetrieben hat, wo er fast aufgegeben hätte und was er anderen mitgeben möchte, die vor denselben Hürden stehen.

Was war der entscheidende Moment, der dir den Mut gegeben hat, als Erster diesen Weg der Anerkennung in Thüringen einzuschlagen?

Für mich stand mein Berufsziel schon immer fest: Ich wollte unbedingt als ATA arbeiten. Als ich nach Erfurt zog, war für mich klar, dass ich meinen Traum nicht aufgebe, nur weil der Weg dorthin noch nicht geebnet war. Mein starker Wille, in genau diesem Fachbereich Fuß zu fassen, hat mir den Mut gegeben, nicht nach Alternativen zu suchen, sondern die erste Anerkennung in Thüringen konsequent zu verfolgen.

Erinnerst du dich an deine erste Schicht im Thüringer OP-Saal? Was war der größte Unterschied, der dir gezeigt hat, dass du in einer neuen Arbeitswelt angekommen bist?

Was mich von Anfang an tief beeindruckt hat, war die Kommunikationskultur im OP. Unabhängig von der Berufsgruppe findet hier ein fachlicher und wertschätzender Dialog statt. Alle Gespräche liefen von der ersten Schicht an auf Augenhöhe. Dieses Gefühl, als Experte wahrgenommen und einbezogen zu werden, hat mir sofort gezeigt, dass ich in einer modernen und professionellen Arbeitswelt angekommen bin.

Als Pionier gab es keine Blaupause. Welcher Moment war die größte Hürde, und wie hast du die Kraft gefunden, trotzdem weiterzumachen?

Die größte bürokratische Hürde war die Unsicherheit, als ich zwei verschiedene Anerkennungsbescheide aus Berlin und Thüringen in den Händen hielt und völlig unklar war, wie es nun weitergeht. In dieser Zeit haben mir meine Familie und meine Freunde die nötige Kraft gegeben. Gemeinsam haben wir nach Lösungen gesucht, bis der Weg endlich frei war.

In einem hochsensiblen Bereich wie der Anästhesie ist Vertrauen lebenswichtig. Wie hast du dir den Respekt deines Teams erarbeitet?

Ich bin einfach ich selbst geblieben: offen, engagiert und immer bereit für den fachlichen Austausch. Ich wollte von Anfang an zeigen, dass ich ein vollwertiger Teil des Teams sein möchte. Meine Kolleginnen und Kollegen haben meine Leidenschaft, meinen Ehrgeiz und meine Lernbereitschaft gesehen und mich dafür respektiert. Heute, nach fast zwei Jahren, kann ich mir kein besseres Team mehr vorstellen.

Wie hat es sich angefühlt, als du die offizielle Anerkennungsurkunde in den Händen hieltest?

In diesem Moment war es vor allem eine riesige Erleichterung. Es war dieses Gefühl von: 'Okay, das war es jetzt endlich.' Es bedeutete das Ende der endlosen Telefonate, der Unsicherheiten und der ständigen Kommunikation mit den Behörden. Für diese Urkunde habe ich hart gearbeitet und lange gehofft. Sie in den Händen zu halten war die Bestätigung, dass ich es aus eigener Kraft geschafft habe. Eine Erfahrung, die ich niemals vergessen werde.

Du hast die Tür für viele andere geöffnet. Welchen Rat gibst du einem jungen ausländischen Fachkollegen, der vor denselben Hürden zurückschreckt?

Bleibt dran! Seht bürokratische Hürden nicht als Ausgrenzung, sondern als Teil des Prozesses, den man mit Ausdauer bewältigen kann. Es ist entscheidend, sich ständig weiterzuentwickeln, besonders fachlich und sprachlich. Wer nicht aufgibt und sein Ziel klar vor Augen hat, wird feststellen, dass sich der Einsatz am Ende lohnt.