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„Nichts ist so konstant wie Veränderung“: Prof. Dr. Ulrike Wehkamp über Führung im Gesundheitswesen

Prof. Dr. Ulrike Wehkamp ist seit Juli 2025 Leiterin Medical Development bei Helios und bringt einen vielseitigen Karriereweg aus Medizin, Forschung und Management mit. In unserer Reihe „Frauen in Führung“ spricht sie über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Bedeutung starker Teams und darüber, warum Vertrauen, Resilienz und klare Prioritäten für sie die Basis nachhaltiger Führung sind.

16.02.2026 Lesedauer: - Min.
Prof. Dr. Ulrike Wehkamp

Welche Herausforderungen haben Sie im Berufsleben bisher gemeistert, und was daraus für sich mitgenommen?

Mein bisheriger beruflicher Weg ist geprägt von verschiedenen Phasen. Nach dem Studium habe ich zunächst als Assistenzärztin in der Allgemeinchirurgie und später in der Dermatologie gearbeitet. Ich habe meinen Facharzt abgeschlossen und parallel intensiv zu einem Spezialthema ("Kutane Lymphome") geforscht. 

Während meiner Tätigkeit als Oberärztin habe ich zusätzlich ein Studium im Krankenhausmanagement absolviert. Es folgten mehrere Jahre in der Krankenhausberatung und eine weitere Zwischenstation, bevor ich als Leitung Medical Development zu Helios gekommen bin. 

Jede dieser Phasen brachte eigene Herausforderungen mit sich. In meinem Fall waren sie auch dadurch bestimmt, dass ich mit zwei Kindern in den Beruf eingestiegen bin. Die Vereinbarkeit von familiären und beruflichen Verpflichtungen spielte daher eine wesentliche Rolle in meinem Alltag. Dank der tollen Unterstützung durch meine Familie und Freunde war es mir trotzdem immer möglich, berufstätig zu sein, wofür ich sehr dankbar bin.

Wie definieren Sie erfolgreiche Führung?

Erfolgreiche Führung beinhaltet aus meiner Sicht ganz viele Facetten. Für mich ist eine Zusammenarbeit wichtig, die auf Vertrauen und Respekt basiert und in der auch problematische Themen offen angesprochen werden können. Ebenso wichtig ist es, die Weiterentwicklung der Mitarbeitenden und des Teams aktiv zu ermöglichen. Darauf baut für mich erfolgreiche Führung auf.

Außerdem lege ich Wert auf Transparenz in Entscheidungen, klare Prioritäten und die bewusste Delegation von Verantwortung.

Wir messen den Erfolg von Projekten heutzutage anhand von Kennzahlen - und das ist auch wichtig. Gleichzeitig zeigt sich erfolgreiche Führung für mich (gerade auch im Krankenhaus- und Gesundheitsbereich) auch darin, die Menschen hinter den Zahlen zu sehen: ihre individuellen Fähigkeiten zu erkennen, sie gezielt einzusetzen und ihnen eine echte Entwicklungsperspektive zu bieten.

 

Welche Strategien oder Prinzipien haben Ihnen geholfen, sich als Führungskraft zu etablieren?

Ich denke, dass es wichtig ist, verlässlich und ansprechbar für das Team zu sein und gut zuhören zu können. Diese Haltung habe ich in meinem Berufsleben immer verfolgt und schätze sie auch bei anderen Personen sehr in der Zusammenarbeit. 

Ich glaube auch, dass es immer Möglichkeiten gibt, Dinge besser zu machen. Deshalb ist es mir wichtig, sich selbst regelmäßig zu hinterfragen und offen für alternative Vorgehensweisen zu sein. Feedback-Gespräche mit Kolleg:innen und Vorgesetzten können hier sehr hilfreich sein, um eigenes Verbesserungspotenzial zu erkennen.