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Pflegeausbildung Pädiatrie: Lilly über ihren Weg, ihren Alltag und ihre Motivation

Lilly ist im 3. Lehrjahr der Pflegeausbildung mit Vertiefung Pädiatrie am Helios Klinikum Erfurt. In ihrem Erfahrungsbericht erzählt sie, warum die Arbeit mit Kindern für sie anspruchsvoll, emotional und gleichzeitig genau der richtige Weg ist.

11.02.2026 Lesedauer: - Min.
Auszubildende Lilly

Seit 2020 gibt es in Deutschland die generalistische Pflegeausbildung. Sie hat unter anderem die früher bekannte Ausbildung zur Kinderkrankenschwester abgelöst. Wer heute mit Kindern arbeiten möchte, entscheidet sich für die Pflegeausbildung mit Vertiefung Pädiatrie. Dabei absolvieren Auszubildende zunächst zwei Jahre eine generalistisch ausgerichtete Ausbildung, in der alle Altersgruppen berücksichtigt werden – vom Neugeborenen bis zum alten Menschen. Im dritten Lehrjahr liegt der Schwerpunkt dann auf der Pflege von Kindern und Jugendlichen.

Lilly hat sich für diesen Weg entschieden. Sie ist 22 Jahre alt und absolviert ihre Ausbildung im Helios Klinikum Erfurt. Im Interview berichtet sie offen von ihrem Weg, ihrem Alltag auf den Kinderstationen und davon, warum sie sich immer wieder für genau diesen Bereich entscheiden würde. Ein ehrlicher Einblick für alle, die überlegen, ihre Ausbildung in der Pflege mit Vertiefung Pädiatrie zu starten.

 

Warum hast du dich bewusst für die Vertiefung Pädiatrie entschieden?

Ich wollte schon immer mit Kindern arbeiten. Alles rund um den menschlichen Körper finde ich faszinierend und bewundernswert – und ich habe schon immer gerne anderen geholfen. Die Pädiatrie verbindet für mich genau das.

Helios Klinikum Erfurt

Auszubildende zur Pflegefachfrau mit Vertiefung Pädiatrie

Schon auf der ersten Station wusste ich: Das ist mein Beruf!

Gab es einen Moment, in dem du wusstest, dass Pädiatrie genau dein Bereich ist?

Meine erste Station war die Wochenbett-Station. Bereits dort habe ich gemerkt: Ich liebe meinen Beruf. Alle weiteren Kinderstationen haben mich in dieser Erkenntnis nur bestärkt.

 

Was unterscheidet die Arbeit mit Kindern von der Pflege Erwachsener?

Kinder haben oft Angst. Deshalb braucht man besonders viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Häufig sind auch die Eltern mit auf Station. Man kümmert sich also nicht nur um das Kind, sondern hat auch die Sorgen, Ängste und Emotionen der Eltern im Blick. Diese Verantwortung gehört ganz selbstverständlich dazu.

 

Wie sieht ein typischer Tag für Azubis auf einer Kinderstation aus?

Jeder Tag und vor allem jede Station ist anders. Zu meinen Aufgaben gehören zum Beispiel:

  • Medikamente vorbereiten und intravenöse Medikation aufziehen
  • allgemeine pflegerische Tätigkeiten
  • Hygieneaufgaben wie Flächen- und Umfeldreinigung

Mit jedem Lehrjahr übernimmt man mehr Verantwortung, bis hin zur selbstständigen Versorgung eigener Patient:innen.

 

Was war bisher dein bewegendster Moment in der Ausbildung?

Ich werde nie vergessen, wie ich Eltern getröstet habe, nachdem ihnen gesagt wurde, dass ihr Neugeborenes nicht überleben wird.
Gleichzeitig gibt es auch wunderschöne Momente: Zu sehen, wie Zwillinge zunehmen, selbstständig trinken, ohne Beatmungshilfe atmen können… Das sind Erlebnisse, die man nie vergisst.

 

Wie gehst du mit schweren oder traurigen Situationen um?

Ich lasse es kurz raus und nehme mir bewusst Zeit für mich. Auf dem Nachhauseweg höre ich laut Musik, um den Kopf frei zu bekommen. Außerdem hilft mir mein Ausgleich als Trainerin und Tänzerin in einem Tanzsportverein sehr.

 

Ist die Arbeit mit Kindern emotional belastender als die mit Erwachsenen?

Das hängt stark von der eigenen Persönlichkeit ab.

Pflege kann in jedem Bereich emotional herausfordernd sein, egal ob mit Kindern oder Erwachsenen. In der Pädiatrie geht es einem zum Beispiel sehr nah, wenn scheinbar gesunde Kinder plötzlich auf der Intensivstation liegen und vielleicht nie wieder so werden wie zuvor. Gleichzeitig erlebt man hier aber auch viele positive Momente und kleine Fortschritte, die unglaublich viel zurückgeben. Auch in der Erwachsenenpflege können die Lebensgeschichten der Patient:innen oder fehlende Angehörige emotional belasten. Entscheidend ist, wie man mit diesen Situationen umgeht und welchen Rückhalt man im Team und im privaten Umfeld hat.

 

Was kannst du heute, was du dir zu Beginn der Ausbildung nicht zugetraut hättest?

Ich bin viel selbstbewusster geworden. Zum Beispiel kann ich heute problemlos andere spritzen. Früher hatte ich große Angst, Patient:innen weh zu tun. Diese Sicherheit kommt mit der Zeit und mit der Praxis.

 

Wie geht es für dich nach der Ausbildung weiter?

Ich möchte sehr gern auf einer Kinderintensivstation arbeiten und dort die Fachweiterbildung für Kinderintensiv- und Anästhesiepflege machen.
Außerdem möchte ich unbedingt Praxisanleiterin werden. Und wer weiß, vielleicht studiere ich später nochmal, um als Berufsschullehrerin mein Wissen und meine Erfahrungen weiterzugeben. Ich habe auf jeden Fall noch viele Pläne.

Was würdest du jemandem sagen, der überlegt, die Vertiefung Pädiatrie zu wählen?

Mach es!
Es ist nicht immer der leichteste Job, aber ein wunderschöner. Es gibt schwere Tage – aber sobald ein Kind dich anlächelt, vergisst man alles Schlechte.