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Steinerkrankungen an Niere, Harnleiter und Blase

Steinerkrankungen an Niere, Harnleiter und Blase

Steine im Harntrakt können an allen Stellen vorkommen. Befinden sie sich im Nierenbecken oder den Nierenkelchen, spricht man von „Nierensteinen“. Befinden sie sich im ableitenden Harnweg zwischen Nierenbecken und Blase, spricht man Harnleitersteinen. Die Behandlungsmethode des Steinleidens hängt wesentlich vom Steinort, der Größe bzw. der Anzahl der Steine und den individuellen Begleitumständen ab.

Unsere Schwerpunkte liegen in den folgenden Bereichen:

  • Ist der Stein größer als der Durchmesser des Harnleiters, muss er zunächst in Einzelfragmente zerkleinert (lithotripsiert) werden, um danach die Einzelfragmente nacheinander durch das Endoskop zu entfernen. Entweder kommt ein Holmium-Laser der neusten Generation oder verschiedene pneumatische Systeme zur Anwendung.
  • Bei der endoskopischen Steinentfernung im Harnleiter (URS = Ureterorendoskopie) werden Steine ohne einen Schnitt durch die Haut aus dem Harnleiter entfernt. Sollten die Steine zu groß für eine Entfernung sein, so können diese auch zuvor zertrümmert werden. Zur Vermeidung schwellungsbedingter erneuter Harnabflussstörungen mit Schmerzen ist häufig für ein bis zwei Wochen die Anlage einer inneren, d. h. komplett versenkten Harnleiterschiene aus Silikon, erforderlich.
  • Die Entfernung von Steinen im Nierenbecken erfolgt ebenso endoskopisch. Dazu wird ein bewegliches Instrument eingesetzt und das Nierenbecken „gespiegelt“. Sind die Steine jedoch seitlich in einem Nierenkelch positioniert, gibt es dünne und sehr flexible Instrumente, mit denen man im Nierenbecken „um die Ecke“ arbeiten und die Steine mit einem Fangkörbchen entfernen oder einer Mikrolaserfaser pulverisieren kann.

Bei großen Steinen im Hohlsystem der Niere ist die Zertrümmerung per Schallwellen (ESWL) in aller Regel nur unvollständig möglich. Die verbleibenden Steinreste können durch den dünnen Harnleiter nicht ausgeschieden werden und führen zu Schmerzen oder einem erneuten Steinwachstum. Deshalb werden Steine größer als 2 cm im Durchmesser auf direktem Wege per Schlüssellochchirurgie durch die Haut entfernt.

Blasensteine entstehen häufig als Folge von chronischen Blaseninfektionen oder deutlichen Restharnmengen bei einer Entleerungsstörung der Blase. Häufigste Ursache einer Restharnbildung ist die gutartige Vergrößerung der Prostata. Je nach Größe der Steine können diese mit miniaturisierten Instrumenten durch die Harnröhre entfernt werden. Sie müssen jedoch vorher mittels Lasertechnologie oder durch pneumatische Systeme zertrümmert werden. Ist die Ursache der Steinbildung eine vergrößerte Prostata, wird diese in der gleichen Operation mit Laser oder Hochfrequenzstrom verkleinert. 

Bei ca. 25 Prozent aller Patienten mit einer Nierensteinbildung kommt es zu einem Rückfall (Rezidiv). Diese hohe Rate könnte prinzipiell durch konsequente Anwendung einer Vorbeugung (Prophylaxe) unter 10 Prozent gesenkt werden.

Grundvoraussetzung jeder Steinbildung ist die Vereinigung von Kristallpartikeln  bzw. Mineralstoffen zu großen Aggregaten. Diese Kristallaggregation kann durch eine hohe Verflüssigung (hohe Trinkmenge) verhindert werden. Deshalb sollten Steinpatienten auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit (zwei bis drei Liter am Tag) achten, die gleichmäßig über den Tag verteilt werden sollte. Wenn der Urin durchsichtig bzw. hell ist, ist er ausreichend verdünnt. Die dafür erforderliche Trinkmenge hängt auch von der Umgebungstemperatur, Körperanstrengung und anderen Faktoren ab. Außerdem sollten Patienten stets auf eine ausgewogene, mit genügend Ballaststoffen versehene Ernährung achten, also eine ausgewogene Mischkost.  

Allgemeine Vorbeugemaßnahmen

Grundvoraussetzung jeder Steinbildung ist die Vereinigung von Kristallpartikeln  bzw. Mineralstoffen zu großen Aggregaten. Diese Kristallaggregation kann durch eine hohe Verflüssigung (hohe Trinkmenge) verhindert werden, da es durch eine Senkung der Konzentration der Kristalle als auch die Erhöhung der Fließgeschwindigkeit zu keiner Steinbildung mehr kommen kann. Deshalb sollten Steinpatienten auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit achten, die gleichmäßig über den Tag verteilt werden sollte. Als Richtwert können dabei rund 2–3 Liter am Tag gelten.
Hilfreicher ist die Empfehlung, dass der Urin durchsichtig bzw. hell sein sollte, da er dann ausreichend verdünnt ist. Die dafür erforderliche Trinkmenge hängt von der Umgebungstemperatur, Körperanstrengung und anderen Faktoren ab. Einschränkungen durch andere Erkrankungen wie zum Beispiel eine Herzschwäche sind dabei natürlich ebenfalls zu berücksichtigen.
Darüber hinaus wird die Steinbildung durch die chemische Zusammensetzung des Urins beeinflusst. Diese wird natürlich von den Ernährungsgewohnheiten mitbestimmt. Im Allgemeinen sollte man auf eine ausgewogene, mit genügend Ballaststoffen versehene Ernährung achten, also eine ausgewogene Mischkost. Eine medikamentöse Unterstützung bleibt der individuellen Situation vorbehalten.

Spezielle Vorbeugemaßnahmen

Das Risiko, dass eine Stoffwechselstörung vorliegt, steigt mit der Anzahl der Steinereignisse pro Jahr. Ausgehend von dem Ergebnis der Steinanalyse können dann weitergehende diagnostische Untersuchungen und dann spezifische Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Entsprechende Beratungen und weiterführende Literatur erhalten Sie bei Ihrem Urologen. 

Weiterführende Informationen

Patientenmerkblatt „Austreibung von Reststeinen aus der Niere“
Patientenmerkblatt „DJ-Harnleiterschiene“