"Ich will mitbestimmen"

Jonas sitzt gern im Sattel - nicht nur auf seinem Bike im Wald, sondern auch auf Arbeit. Er möchte seinen Arbeitsplatz aktiv mitgestalten und schätzt die offene Gesprächskultur in seiner Klinik.

Ich erreiche das etwas abseits, dafür sehr idyllisch gelegene „Kreiskrankenhaus des Bördekreises“ in Neindorf bei Oschersleben über eine malerisch geführte Nebenstraße, entlang des „Hohen Holzes“, dem nahezu einzigen zusammenhängenden Wald im gesamten Umkreis der sonst komplett landwirtschaftlich geprägten Börde. Hier fährt er gern mal Mountainbike, mein Interviewpartner Jonas, Gesundheits- und Krankenpfleger auf der Intensivstation.

„Eigentlich wollte ich mal Hubschrauberpilot werden“ beginnt Jonas und lacht „aber, nö.“ Heute ist ihm die Arbeit auf einer Intensivstation aufregend genug, denn er änderte seine Pläne, begann eine Ausbildung in Neindorf und wurde nach erfolgreichem Abschluss übernommen. Die Klinik im 400-Seelen-Dorf ist eine erstaunlich moderne Einrichtung, verfügt neben den gängigen Fachbereichen wie Chirurgie oder Innere Medizin sogar über eine Plastische Chirurgie und Palliativmedizin.

Ich erwarte heute einfach, dass sich um die Mitarbeiter bemüht wird.

Jonas, Krankenpfleger in der Helios Bördeklinik, schätzt das Engagement seines Arbeitgebers für Mitarbeiter

So richtig zufrieden ist Jonas mit seinem beruflichen Alltag irgendwann nicht mehr, es müssten manche Dinge aus seiner Sicht anders gemacht werden. Er beschließt, eine Veränderung zu wagen und wechselt in einen weiter entfernten, sehr großen Klinikbetrieb. „Vom Gehalt hatte ich mich durch den Wechsel deutlich verbessert. Aber dort war es auch nicht so persönlich wie hier. Eine große Klinik, viele Ärzte, sehr anonym, man kommt sich ein bisschen wie eine Nummer vor“ berichtet er von seinen Erfahrungen. „Es gab dort organisatorische Dinge, die besser waren, als ich es kannte. Aber die grundsätzlichen Arbeitsbedingungen waren nicht so wie erhofft. Heute weiß ich, manche Probleme haben irgendwie alle, das hat einfach damit zu tun, dass es heute schwierig ist, genug Leute zu finden. Neindorf hat da für mich den Vorteil, dass die Klinik einen sehr großen Einzugsbereich hat“.

Ich will genauer wissen, ob sich die Anonymität für ihn konkret ausgewirkt hat oder ob das bloß ein Gefühl war. „Überstunden sollten nicht aufgeschrieben werden, man sollte das gern machen für die Patienten. Im Laufe von zwei Jahren sind da bestimmt 6 oder 7 Leute gekommen und wieder gegangen. Bis das von allein auffällt, dauert das bei einer großen Klinik ewig. Ich habe dann versucht, innerhalb der Klinik einen Ansprechpartner für das Problem zu finden, das ist mir nicht gelungen. Irgendwie schien das allen völlig egal zu sein, dann soll ich halt gehen, kommt halt wer anders.“

„Irgendwann nerven dann auch Dinge, wie zum Beispiel, dass man zum Frühdienst muss und gar nicht weiß, wie früh man noch losfahren soll, wenn weit und breit keine Parkplätze da sind und auch seitens der Klinik der Arbeitsweg für ein privates Problem gehalten wird. Ich habe dann meine ehemalige Pflegedirektorin Frau Lier getroffen und die hat mich schlussendlich überzeugt, nach Neindorf zurückzukehren.“ Wie die Gesprächskultur mit Vorgesetzten im Vergleich ist, will ich wissen. „Natürlich hat man hier auch Leute, zu denen eine Distanz besteht. Aber zur Pflegedirektion hat man schon deutlich mehr Kontakt, auch weil die Klinik kleiner ist, das ist sehr viel direkter. Das ist ein Vorteil. Wenn ich ein Problem habe, schreibe ich eine kurze Mail und kriege auch gleich eine Antwort, so stelle ich mir das vor.“ berichtet er.

Jonas macht auf mich den Eindruck, als ob er etwas loswerden will. Er deutet immer wieder Dinge an, die man aus seiner Sicht tun sollte, um die Attraktivität einer Anstellung zu erhöhen. Er hat sich scheinbar vor unserem Gespräch Gedanken gemacht, dazu will ich mehr erfahren. „Kinderbetreuung ist ein großes Thema. Wenn man Leute hat, die im Schichtdienst arbeiten, ist das mit Kindern sicher eine besondere Herausforderung. Oder Wochenenden: Wenn wir genug Leute hätten, würde sich auch jeder freuen, wenn die Wochenenddienste stärker reduziert werden könnten. Und manchmal würde es für die Reduzierung des Arbeitspensums auch helfen, wenn manche Ärzte nicht alle denkbaren Arbeiten an uns Pflegekräfte delegieren würden. Wenn nur noch reine Pflegetätigkeiten übrigbleiben würden, wäre das aber auch nicht gut, aber man könnte da in dem Bereich sicher durch andere Organisation etwas verbessern“ erläutert er seine Überlegungen. Wir sprechen weiter über Dinge aus dem Alltag, die er anders gestalten würde, wenn es gehen würde oder wenn die politischen Rahmenbedingungen dies hergeben würden. Ich bin beeindruckt, wie dieser offensichtlich engagierte junge Mann das Interview gezielt nutzt, um seinen Beitrag zur Verbesserung der Personalsituation einzubringen.

Ob er es bereut, wieder zurück in Neindorf zu sein, will ich wissen. „Nein. Ich verdiene heute hier so gut wie in der großen Klinik. Ich wohne in Neindorf, mit meiner Freundin, die hier auch in der Klinik arbeitet. Ich habe kurze Wege zur Arbeit, verschwende keine Zeit mit Arbeitswegen, wir haben eine schöne Wohnung. Ob ich für ewig hier wohnen will, weiß ich heute natürlich nicht, aber im Moment passt das schon ziemlich gut zusammen. Und ich weiß heute: Ich muss nicht irgendwo arbeiten, ich tue das freiwillig. Und ich erwarte heute einfach, dass sich um die Mitarbeiter bemüht wird.“

Abschließend interessiert mich, was er persönlich noch erreichen will. „Fachkrankenpfleger für Intensivmedizin und Anästhesie will ich machen, wenn alles klappt, im nächsten Jahr im März. Das ist wirklich gut bei Helios, da werden Fort- und Weiterbildungen stark gefördert. Ich hatte dazu angefragt, ob das möglich sei und gleich Unterstützung und dann auch eine Zusage erhalten. Für alle, die sich weiterqualifizieren wollen, ist Helios auf jeden Fall ein sehr guter Arbeitgeber.“

Behind the scenes

So war das Fotoshooting mit Jonas

Der "Wheelie" auf dem Mountainbike

Zeitraffer: Ein Foto entsteht im Wald

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