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Arthrose: Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten

Besteht der Verdacht auf eine Arthrose werden vorwiegend bildgebende Verfahren eingesetzt. Wurde die Diagnose Arthrose gestellt, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um die Beschwerden zu lindern. Verschaffen Sie sich einen Überblick.

12.06.2026 Lesedauer: - Min.
Medizinisch geprüft von Martin Thaler
Nordic walking legs in mountains

Diagnose von Arthrose

Fachärztinnen und -ärzte erkennen Arthrose oft schon an den beschriebenen Symptomen, wenn sie die Krankengeschichte (Anamnese) erheben. Im Anschluss tasten sie die Gelenke ab, überprüfen deren Funktion und die Stabilität der Bänder sowie der umgebenen Muskeln.

Um den Verdacht zu bestätigen, werden zusätzlich bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall und Magnetresonanztomographie eingesetzt. So kann das Röntgenbild das Ausmaß der Erkrankung und typische Veränderungen wie einen schmalen Gelenkspalt aufzeigen. Risse am Knorpel werden durch das MRT sichtbar. Mittels Blut- und Ultraschalluntersuchung lässt sich eine rheumatische Erkrankung oder Gicht ausschließen.

Eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) kommt hingegen nur zum Einsatz, wenn therapeutischer Handlungsbedarf besteht.

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Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose

Eine Arthrose ist zwar nicht heilbar, dennoch lassen sich die Beschwerden – je nach Schweregrad – oft lindern und behandeln. Ein wichtiger Bestandteil der Therapie, den Betroffene selbst umsetzen können, ist die Anpassung des Lebensstils. Um die Schmerzen zu lindern und gleichzeitig die Beweglichkeit des betroffenen Gelenkes zu erhalten und zu fördern, werden zudem meist mehrere Therapiestränge kombiniert.

Konservative Behandlung der Arthrose

Die konservative Behandlung zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, entzündliche Prozesse zu therapieren sowie die Muskelkraft und Koordination zu stärken.

Bewegung

In den frühen Stadien einer Arthrose zählt vor allem eins: Bewegung. Denn Bewegungsmangel beschleunigt den Knorpelabbau und schwächt zudem die Muskeln. Welche Bewegung und in welchem Umfang diese erfolgen sollte, ist vom betroffenen Gelenk abhängig. Im Rahmen einer Physio- und Ergotherapie lernen Erkrankte, wie sie das Gelenk richtig be- und nicht überlasten und welche Übungen helfen, die Sehnen und Muskeln zu stärken.

Medikamentöse Therapie

Eine Arthrose ist schmerzhaft. Im Rahmen der medikamentösen Therapie können verschiedene Wirkstoffe zum Einsatz kommen. Deren Wahl richtet sich nach individuellen Risikofaktoren und dem Alter der Patientin oder des Patienten.

Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) werden in Tablettenform, als Salbe oder als Pflaster am Gelenk eingesetzt. Sie können die Entzündung hemmen und gleichzeitig den Schmerz mildern. Sie sind jedoch nicht für eine Langzeittherapie vorgesehen, da sie den Magen und Darm angreifen können. Oft werden zusätzlich Magenschutzmittel verordnet.

Kortisonspritzen ins Gelenk sollten sparsam eingesetzt werden, da hohe Dosierungen den Knorpel zusätzlich schädigen können. Kortison wird direkt ins Gelenk gespritzt. Auch eine Eigenbluttherapie (PRP) kann eine Alternative darstellen.

Physikalische Therapie

Wärme, Kälte sowie die Stärkung der umliegenden Muskulatur, Dehnungsübungen, Stromtherapie oder apparativ unterstützte Massagen können eingesetzt werden. Patientinnen und Patienten sollten jedoch im Vorfeld einer Behandlung immer mit ihrer Krankenkasse klären, ob die Kosten übernommen werden oder es eine Selbstzahlerleistung ist.

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Frag die Docs: Wie behandelt man Arthrose?

 

In dieser Folge von „Frag die Docs" besucht Dr. Carola Holzner, auch bekannt als Doc Caro, die Helios ENDO-Klinik in Hamburg, um alles über Arthrose zu erfahren. Sie spricht mit Dr. Thorsten Gehrke, Ärztlicher Direktor, über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Gelenkkrankheit.

 

Caro begleitet den Helios-Experten auch in den OP, um zu zeigen, wie ein operativer Eingriff abläuft.

Operation bei Arthrose

Wenn die konservativen Maßnahmen die Beschwerden nicht mehr ausreichend lindern können, stehen Orthopädinnen und Orthopäden verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung. Sie reichen von gelenkerhaltenden Eingriffen bis hin zum Komplettersatz mit einem künstlichen Gelenk.

Gelenkerhaltende Operation

Zu den gelenkerhaltenden Operationen zählen die Arthroskopie, die Knorpeltransplantation sowie die Osteotomie (Achsenumstellung). 

Arthroskopie: Minimal-invasiver Eingriff, der dazu dient, den Gelenkraum zu spülen und von abgelösten Knorpelstückchen zu säubern. Dieser Eingriff kann nur im Anfangsstadium der Arthrose unter speziellen Umständen durchgeführt werden. Bei einer klinisch und radiologisch gesicherten Gonarthrose ist die alleinige Arthroskopie laut Leitlinie nicht empfohlen.

Knorpeltransplantation: Nur sinnvoll, wenn die Knorpel noch nicht zu stark durch die Arthrose geschädigt sind. Dazu wird eine kleine Menge Knorpelgewebe aus einem weniger belasteten Teil des Kniegelenks entnommen, im Labor vermehrt und nach sechs Wochen wieder an der betroffenen Stelle eingesetzt.

Osteotomie: Ziel ist, Fehlstellungen des Knochens zu korrigieren, um die Belastung des Gelenks zu normalisieren und so einen Verschleiß durch eine einseitige Überlastung zu vermeiden beziehungsweise zu verringern.

Gelenkersetzende Operation

Orthopädinnen und Orthopäden unterscheiden zwischen einem Teilkunstgelenk und einem Vollkunstgelenk. Bei ersterem wird nur ein Teil der Gelenkoberfläche operativ ersetzt. Bei fortgeschrittener Arthrose ist der komplette Ersatz des Gelenks nötig. Der Einsatz eines künstlichen Gelenks soll Schmerzen beseitigen und die Beweglichkeit wieder verbessern.

FAQ

Bei einer Arthrose passen Schmerzen und Röntgenbefund nicht immer zusammen. Vor allem im Frühstadium können im Röntgenbild nur geringe Veränderungen sichtbar sein, obwohl Betroffene bereits starke Beschwerden haben.

 

Beispielsweise können Entzündungen der Gelenkhaut zu starken Schmerzen, Überwärmung und Schwellungen führen, während gleichzeitig Risse am Knorpel im Röntgenbild nicht eindeutig darstellbar sind. 

Wenn die Ursache der Schmerzen auch nach dem Röntgen unklar bleibt, kann ein ergänzendes MRT sinnvoll sein. Es kann Knorpel, Sehnen, Bänder und Flüssigkeitsansammlungen besser darstellen und helfen, die Ursache der Schmerzen einzugrenzen. 

Nein, durch einen Bluttest ist eine Arthrose nicht nachweisbar. Die Diagnose setzt sich unter anderem aus der Anamnese, einer körperliche Untersuchung und einer Röntgenaufnahme zusammen. Ergänzend können bei nicht eindeutigem Befund weitere bildgebende Verfahren wie ein Ultraschall oder MRT veranlasst werden.

 

Mit einer Blutuntersuchung können andere mögliche Ursachen der Beschwerden wie Rheuma, Gicht oder Entzündungen abgeklärt werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie spricht sich in der S3-Leitlinie „Gonarthrose“ (Kniegelenkarthrose) gegen eine Behandlung mit Glucosamin aus, da es keine eindeutigen Beweise für den Nutzen gibt. Auch für Chondroitin gibt es keine eindeutigen wissenschaftlichen Nachweise über die Wirkung.   

Das richtet sich ganz nach dem Empfinden und den Beschwerden der Betroffenen. Die Leitlinie empfiehlt, dass Ärztinnen und Ärzte ihre Patientinnen und Patienten ausführlich über Behandlungsmöglichkeiten informieren.

 

Wenn die konservativen Maßnahmen erschöpft sind und keinen ausreichenden Erfolg mehr bringen, kann über passende operative Maßnahmen gesprochen werden.

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