Sie können Ihren Termin entweder telefonisch oder ganz bequem über unser Patientenportal buchen.
Case Management: 0341 864-252490
Mo-Fr 07:30-16:00 Uhr
In unserem interdisziplinären Gefäßteam arbeiten Gefäßchirurgie, interventionelle Radiologie und Angiologie eng zusammen. Wir behandeln akute und chronische Erkrankungen der Venen, Arterien und Lymphgefäße mit modernen, individuell abgestimmten Verfahren – operativ, minimalinvasiv, medikamentös sowie durch pflegerische und manuelle Therapien. So bieten wir Ihnen das gesamte Spektrum der Gefäßmedizin aus einer Hand. Nachfolgend stellen wir Ihnen unsere wichtigsten Behandlungsfelder vor.
Bei der Schaufensterkrankheit (arterielle Verschlusskrankheit) handelt es sich um eine Durchblutungsstörung, insbesondere der Beine. Ein typisches Symptom sind Schmerzen beim Gehen. Um den Schmerz zu lindern, bleiben Betroffene häufig stehen – daher kommt auch der Name „Schaufensterkrankheit“, der im Volksmund häufig verwendet wird.
Die Schwere der Schaufensterkrankheit lässt sich in vier Stadien unterteilen, wobei man ab dem zweiten Stadium eine operative Behandlung empfiehlt.
Risikofaktoren der Schaufensterkrankheit
Ein ungesunder Lebensstil (wenig Bewegung, fettreiche Kost, Nikotin) kann die Schaufensterkrankheit begünstigen.
- langjähriges Rauchen
- erhöhte Blutfettwerte
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- Bluthochdruck
- Übergewicht
- familiäre Veranlagung
Symptome der Schaufensterkrankheit
Die arterielle Verschlusskrankheit kann sich über viele Jahre unbemerkt entwickeln. Meist treten die Symptome im höheren Alter auf. Je nach Schwere der Beschwerden, lässt sich die PAVK in vier Stadien einteilen
- Stadium I: Es treten noch keine Beschwerden auf. Die Engstellen sind noch gering und die Diagnose wird meist zufällig gestellt
- Stadium II: Es treten Muskelschmerzen in Waden, Gesäß oder Oberschenkeln auf, die auf eine geringere Durchblutung deuten. Betroffene können bereits hier nicht mehr längere Strecken zu Fuß zurücklegen. Wird eine Pause eingelegt, bessern sich die Schmerzen schnell wieder.
- Stadium III: Die Schmerzen treten vermehrt auch in den Füßen und Zehen auf und bleiben auch im Ruhezustand (besonders beim Liegen) bestehen.
- Stadium IV: Das Gewebe ist bereits stark geschädigt und es bilden sich Geschwüre. Selbst kleinste Verletzungen heilen nur noch schlecht. Im schlimmsten Fall kann eine Amputation nötig werden.
Behandlung der Schaufensterkrankheit
In unserer Klinik kommt das gesamte Spektrum der modernen Gefäßchirurgie zum Einsatz. Wir behandeln Gefäßverengungen und -verschlüsse im Becken, Ober- und Unterschenkeln sowie an den Füßen.
Operative Verfahren
Ist die Schaufenstererkrankung bereits fortgeschritten, empfehlen wir eine operative Behandlung. Hierbei können verschiedenen Verfahren zum Einsatz kommen.
Bypass-Operation: Bei einer Bypass-Operation werden verengte Gefäße mittels einer Umleitung, dem Bypass, überbrückt. Immer wenn es möglich ist, verwenden wir hierfür eine körpereigene Vene. Alternativ verwenden wir Kunststoffbypässe oder Erweiterungsplastiken mit sogenannten Kunststoffpatches.
Ausschälplastik: Engstellen der Bein und Beckenschlagader können wir mittels einer Ausschälung wieder eröffnen. Dafür wird die Engstelle freigelegt, das Gefäß eröffnet und die Ablagerungen an der Gefäßwand beseitigt.
Interventionelle Verfahren
Die perkutane transluminale Angioplastie (PTA) ist ein minimal-invasives Verfahren zur Erweiterung oder Wiedereröffnung von verengten oder verschlossenen Blutgefäßen, bei dem unter radiologischer Kontrolle mittels Katheter ein kleiner Ballon ins Gefäßsystem eingeführt wird. Die perkutane transluminale Angioplastie (PTA) wird deshalb auch als Ballondilatation bezeichnet.
Konservative Verfahren
Zur Behandlung der Schaufensterkrankheit können Medikamente zum Einsatz kommen, die verhindern, dass sich Ablagerungen (Plaques) an den Gefäßwänden bilden. Auch die Neuromodulation, eine besondere Form der Schmerztherapie, bei der die Weiterleitung des Schmerzreizes ans Gehirn unterbrochen wird, finden hier Anwendung.
Der akute Gefäßverschluss
Beim akuten Gefäßverschluss kann das Blut nicht mehr durch die Gefäße transportiert werden, die Zufuhr mit Sauerstoff wird unterbrochen. Der akute Gefäßverschluss einer Arm- oder Beinarterie ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der sofort behandelt werden muss.
Warnsignale sind:
- Plötzlich auftretender Schmerz in Armen oder Beinen
- Blässe
- Schwäche, Erschöpfung
- Geringer Puls
- Taubheit, Gefühlslosigkeit
Das Gefäß muss umgehend wieder geöffnet werden. Dies geschieht über kathetergestützte oder andere, oben aufgeführte, operative Verfahren.
Eine Verengung der Halsschlagader wird als Carotisstenose bezeichnet. Sie kann symptomlos verlaufen oder aber zu einem Schlaganfall führen. Die Symptome können innerhalb von wenigen Sekunden oder Minuten auftreten oder über Stunden anhalten. Die Gefahr, an einer Halsschlagaderverengung zu erkranken, nimmt mit dem Alter zu. Oft bahnt sich eine Verengung über einen längeren Zeitraum an, ohne, dass der oder die Betroffene etwas davon bemerkt.
Ursachen der Carotisstenose
Wie bei den meisten Gefäßerkrankungen ist auch die Halsschlagaderverengung oft auf eine Gefäßverkalkung (Arterisklerose) zurückzuführen. Hierbei bilden sich Ablagerungen (sogenannte Plaques), die das Gefäß immer weiter einengen und es sogar ganz verschließen können (LINK Gefäßverschluss). Die Plaques können sich aber auch teilweise lösen und als Stückchen mit dem Blutstrom durch das Gefäß bis zum Gehirn wandern und sich dort ablagern, wodurch Gehirngefäße verengt oder verstopft werden können. Als Folge kann nicht mehr die benötigte Menge an Blut und Sauerstoff durch das Gefäß transportiert werden. Bricht der Blutstrom gang ab, wird das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, was zu einem Schlaganfall führt.
Risikofaktoren der Carotisstenose
Die Verkalkung von Gefäßen ist ein alterungsbedingter, natürlicher Prozess. Es gibt aber viele Faktoren, die eine Bildung von Plaques beschleunigen können, die unmittelbar mit dem Lebensstil zusammenhängen. Dazu zählen:
- Rauchen
- Diabetes mellitus
- Übergewicht und Adipositas
- Bluthochdruck
- erhöhte Blutfettwerte
Symptome der Carotisstenose
Es gibt unterschiedliche Symptome, die auf eine Halsschlagaderverengung hinweisen können. Viele ähneln denen eines Schlaganfalls:
- Seh- und Sprachstörungen
- Schwindel
- Lähmungen an Armen, Beinen oder im Gesicht
- Kopfschmerzen
Behandlung der Carotisstenose
Treten die ersten Symptome auf oder ist das Risiko groß, einen Schlaganfall zu erleiden, so kann man die Halsschlagaderverengung operativ behandeln. Hierzu gibt es verschiedene Verfahren, die sich etabliert haben, um die verkalkte Engstelle zu entfernen.
Über einen kleinen Schnitt an der Halsseite wird die Halsschlagader freigelegt. Bei der sogenannten Thrombendarteriektomie (TEA) wird das Gefäß längs eröffnet und die verengte Stelle sowie das erkrankte Gewebe ausgeschält. Anschließend wird der Längsschnitt durch einen Patch wieder verschlossen.
Eine andere Methode ist die Eversionsendarteriektomie (EEA). Hierbei wird die Arterie an der Verschlussstelle durchtrennt und die Arterienwand nach außen umgestülpt, sodass die Ablagerungen entfernt werden können. Anschließend wird das gesäuberte Gefäß wieder eingenäht.
Während des gesamten Eingriffs überwachen wir die Hirnfunktion mittels Neuromonitoring, sodass wir schnell auf Veränderungen der Durchblutung reagieren können.
Krampfadern sind erweiterte Blutgefäße des Venensystems. Oft treten sie deutlich hervor und sind bereits mit bloßem Auge sichtbar. Die Wahrscheinlichkeit für Krampfadern steigt mit dem Alter, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer.
Wer unter Krampfadern leidet, hat meist eine genetische Veranlagung dazu. Daher ist eine vollständige Heilung oft nicht möglich. Frühzeitig erkannt, stehen die Aussichten jedoch gut, dass sich die Krampfadern nicht verschlimmern. Krampfadern lassen sich mit modernen, minimalinvasiven, also besonders schonenden, Operationen behandeln.
Meist kann die Operation ambulant erfolgen, das heißt die Patientin bzw. der Patient muss nicht über Nacht in der Klinik bleiben. Voraussetzung für die Behandlung ist eine sorgfältige Diagnostik, bei der wir auf die Bedürfnisse unserer Patient:innen eingehen und die geeignete Therapieform finden.
Stripping-Operation
Die Stripping-Operation ist die häufigste Behandlungsform, um Krampfadern zu beseitigen. Hierbei wird die erkrankte Stammvene chirurgisch abgetrennt und mit einem Draht herausgezogen.
Thermische Verfahren
In geeigneten Fällen können wir Krampfadern auch mit modernen thermischen Verfahren behandeln. Hierbei wird die erkrankte Stammvene mit speziellen Katethern und sehr großer Hitze verschlossen und damit vollständig ausgeschaltet. Im Vergleich zur Stripping-Operation entstehen bei thermischen Verfahren weniger Blutergüsse und die Patient:innen haben an den Folgetagen nach dem Eingriff weniger Schmerzen.
Schaumverödung (Sklerosierung)
Kleinere Krampfadern und Besenreißer lassen sich am besten mittels Verödung am einfachsten behandeln. Hierbei wird ein Mittel in die betroffene Vene gespritzt, das die betroffenen Gefäße von innen verklebt und somit verschließt.