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Minimalinvasive Herzchirurgie: Was ist das?

Minimalinvasive Verfahren können unter anderem bei Herzklappenerkrankungen und ausgewählten Bypassoperationen eine Alternative zu klassischen Verfahren darstellen. Erfahren Sie, in welchen Fällen minimalinvasiv operiert werden kann.

21.08.2026 Lesedauer: - Min.
Medizinisch geprüft von Diyar Saeed
Minimalinvasive Chirurgie im Helios Klinikum
Inhaltsverzeichnis

Minimalinvasive Herzchirurgie: Fakten auf einen Blick

  • Die minimalinvasive Herzchirurgie (MICS) umfasst verschiedene schonende Verfahren zur Behandlung von Erkrankungen am Herzen.
  • Der Zugang zum Herzen erfolgt, ohne dass der Brustkorb durchtrennt wird.
  • Bei einigen minimalinvasiven Verfahren, vor allem bei einer Hauptschlagader-Operation oder beim Einbau eines Kunstherzens, muss der obere Teil des Brustbeins geöffnet werden.
  • Bei vielen Verfahren ist der Einsatz einer Herz-Lungenmaschine während des Eingriffs notwendig.
  • Ob ein minimalinvasives Verfahren geeignet ist, entscheidet ein interdisziplinäres Herzteam unter Einbeziehung der Patientin oder des Patienten.

Was ist eine minimalinvasive Herzchirurgie?

„Die minimalinvasive Herzchirurgie, auch Schlüssellochchirurgie genannt, umfasst verschiedene Techniken zur Behandlung von Herzerkrankungen. Sie kann den Körper im Vergleich zur klassischen Herzchirurgie weniger belasten. Dabei können wir einerseits auf die vollständige Durchtrennung des Brustkorbs und andererseits in einigen Fällen auf den Einsatz der Herz-Lungenmaschine verzichten", sagt Prof. Dr. Diyar Saeed, Chefarzt der Klinik für Herzchirurgie und herznahe Gefäßchirurgie im Helios Klinikum Krefeld. Damit ermöglicht es die minimalinvasive Herzchirurgie, komplexe Eingriffe durchzuführen und gleichzeitig das umliegende Gewebe zu schonen.

Der Zugang zum Herzen erfolgt über eine kleine Eröffnung des Brustkorbs zwischen den Rippen oder über eine Teileröffnung des Brustbeins. Ob das Brustbein dabei teilweise durchtrennt oder intakt belassen wird, entscheidet das Herzteam je nach Krankheitsbild.

Für wen ist die MICS geeignet?

Die minimalinvasive Herzchirurgie ist besonders für ältere Patientinnen und Patienten geeignet sowie beim Vorliegen von Begleiterkrankungen, durch die bei einem klassischen Eingriff ein zu hohes Operationsrisiko entstehen würde.

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Helios Klinikum Krefeld

Chefarzt der Klinik für Herzchirurgie & herznahe Gefäßchirurgie

Die minimalinvasive Herzchirurgie, auch Schlüssellochchirurgie genannt, umfasst verschiedene Techniken zur Behandlung von Herzerkrankungen. Sie kann den Körper im Vergleich zur klassischen Herzchirurgie weniger belasten.

Welche Vorteile bietet eine minimalinvasive Herzchirurgie?

Die minimalinvasive Herzchirurgie kann im Vergleich zur vollständigen Sternotomie verschiedene Vorteile bieten:

  • eine erleichterten Wundheilung
  • einen geringeren Bedarf an Schmerzmitteln nach dem Eingriff
  • den Erhalt der Stabilität des Brustkorbs
  • eine schnellen Genesungs- und Erholungsphase
  • einen kürzeren Aufenthalt im Krankenhaus
  • kleinere Narben durch den kleineren Zugang
  • der Möglichkeit, auf die Herz-Lungenmaschine zu verzichten

Chefarzt Prof. Dr. Saeed: „Auch wenn die MICS verschiedene Vorteile bietet, heißt das im Umkehrschluss nicht, dass sie grundsätzlich sicherer ist und mit einem geringeren Risiko einhergeht oder dass die Heilung immer schneller verläuft. Das hängt von vielen Faktoren wie dem Alter, dem Gesundheitszustand und der Erkrankung ab."

Herz-Lungenmaschine: Wird sie immer benötigt?

Auch bei minimalinvasiven Eingriffen kann nicht immer auf den Einsatz der Herz-Lungenmaschine (HLM) verzichtet werden. Oftmals ist sie weiterhin notwendig, um die Funktion von Herz und Lunge zu übernehmen, während das Herz stillgelegt wird. Die HLM kann bei über einen kleinen Hautschnitt in der Leiste angeschlossen werden.

Bei einigen Eingriffen kann auf eine HLM verzichtet werden, zum Beispiel:

  • koronare Bypasschirurgie (MIDCAB)
  • kathetergestützte Interventionen an den Herzklappen

Wann kommt eine minimalinvasive Herzchirurgie infrage?

Die MICS wird in Betracht gezogen, wenn Art und Schwere der Herzerkrankung einen Eingriff notwendig machen oder konservative Maßnahmen wie Medikamente oder eine Anpassung des Lebensstils nicht mehr ausreichen, um die Beschwerden zu lindern.

Sie wird bei verschiedenen Erkrankungen am Herzen eingesetzt, darunter:

  • Koronare Herzkrankheit: Bei verengten Herzkranzgefäßen kann eine Koronararterien-Bypass-Operation minimalinvasiv durchgeführt werden.
  • Herzklappenfehler: Erkrankungen der Mitralklappe können über einen kleinen Schnitt in der seitlichen Brustwand repariert werden. Das Herz wird währenddessen an die Herz-Lungenmaschine angeschlossen. Eine weitere Methode ist das kathetergestützte Mitralklappen-Clipping ohne den Einsatz der HLM.
  • Verengungen der Aortenklappe können mit dem kathetergestützten Verfahren TAVI behandelt werden. Der Einsatz einer Herz-Lungenmaschine ist dann nicht nötig.
  • Vorhofseptumdefekt: Der angeborene Defekt kann bei Beschwerden durch einen minimalinvasiven Eingriff verschlossen werden.
  • Herzrhythmusstörungen: Bestimmte Rhythmusstörungen wie Vorhofflimmern können durch minimalinvasive Verfahren behandelt werden.

Weiter kommt die minimalinvasive Herzchirurgie zum Einsatz bei:

  • Operation an der Hauptschlagader (Aorta)
  • Einbau von Kunstherzen

Welche minimalinvasiven Eingriffe gibt es in der Herzchirurgie?

Ärztinnen und Ärzte können verschiedene Techniken in der minimalinvasiven Herzchirurgie einsetzen. Dazu zählen:

Herzklappenchirurgie

Minimalinvasiver Aortenklappenersatz (MIC-AKE): Isolierte Eingriffe an der Aortenklappe können nach sorgfältiger Bewertung minimalinvasiv behandelt werden.

Minimalinvasive Mitralklappen- und Tripkuspidalklappenchirurgie (MIC-MKR): Sofern es der Befund zulässt, wird die chirurgische Behandlung der Mitral- und Trikuspidalklappe (Einlassventil der linken beziehungsweise rechten Herzkammer) minimalinvasiv durchgeführt.

Bypass-Operation

Minimalinvasive direkte koronararterielle Bypassoperation (MIDCAB): Die direkte koronare Bypasschirurgie ist eine Form der Bypasschirurgie. Sie kommt ohne Herz-Lungenmaschine aus und vermeidet gleichzeitig die vollständige Durchtrennung des Brustbeins. Diese Operation wird bei bestimmten geeigneten Patientinnen und Patienten sogar mithilfe der Roboterchirurgie durchgeführt.

Kathetergestützte Verfahren

Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI): Über einen kleinen Schnitt in der Leiste oder an der linken Brust kann mithilfe eines Katheters eine biologische Ersatzklappe eingesetzt werden.

Hybrid-Technik

Bei der Hybrid-Myokard-Revaskularisation können die Herzkranzgefäße der Vorderwand und/oder der Seitenwand in MIDCAB-Technik mit Bypässen versorgt werden. Die rechte Herzkranzarterie wird im verengten Bereich zusätzlich mit einem Ballonkatheter aufgedehnt und mit einer Gefäßstütze („Stent“) versorgt.

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Chefarzt der Klinik für Herzchirurgie & herznahe Gefäßchirurgie

Ob ein minimalinvasiver herzchirurgischer Eingriff oder eine traditionelle Operation besser geeignet ist, entscheiden wir gemeinsam im Herzteam. Beide Vorgehensweisen haben ihre Vorteile und Risiken, sodass wir für jede Patientin und jeden Patienten individuell abwägen und die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten besprechen.

Wann ist eine klassische Herzoperation sinnvoll?

Eine Operation am offenen Herzen ist in der Regel notwendig, wenn es sich um komplexe Eingriffe handelt, zum Beispiel um das Einsetzen von Mehrfach-Bypässen oder um Kombinationseingriffe.

"Ob ein minimalinvasiver herzchirurgischer Eingriff oder eine traditionelle Operation besser geeignet ist, entscheiden wir gemeinsam im Herzteam. Beide Vorgehensweisen haben ihre Vorteile und Risiken, sodass wir für jede Patientin und jeden Patienten individuell abwägen und die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten besprechen", sagt Prof. Dr. Diyar Saeed.

FAQ

Ja, auch bei einem minimalinvasiven Eingriff sind Hautschnitte notwendig. Diese sind in der Regele allerdings kleiner als bei der klassischen Operation am offenen Herzen. Größe und Lage hängen vom gewählten minimalinvasiven Verfahren ab. 

Ja, das ist möglich. Ob dafür ein minimalinvasiver Eingriff möglich ist, prüfen Ärztinnen und Ärzte dafür individuell. 

In der Regel ist das möglich. Wann und in welchem Umfang Sie wieder Sport treiben können, besprechen Sie mit Ihrer Kardiologin oder Ihrem Kardiologen.

 

Auch die Teilnahme an einer Rehabilitationsmaßnahme oder einer Herzsportgruppe kann sinnvoll sein, um die körperliche Belastbarkeit langsam wieder zu steigern. 

Im Vorfeld der Operation bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt alle relevanten Punkte mit Ihnen. Zudem können noch Untersuchungen anstehen oder bestimmte Medikamente nach ärztlicher Rücksprache verordnet beziehungsweise abgesetzt werden.

 

Welche Maßnahmen konkret erforderlich sind, erfahren Sie vor dem Eingriff.

 

Allgemeine Hinweise, wie Sie sich auf eine Herzoperation vorbereiten, können Sie hier nachlesen.

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