Mitralklappen-Clipping: Das Wichtigste auf einen Blick
- Das Mitralklappen-Clipping dient dazu, eine undichte Mitralklappe zu behandeln.
- Der Eingriff erfolgt minimal-invasiv über die Leiste per Katheter.
- Der Clip hält die Klappensegel zusammen, sodass weniger Blut zurückfließen kann.
- Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind wichtig, um Herzfunktion, Klappe und Medikamente zu kontrollieren.
Wann liegt eine Mitralklappeninsuffizienz vor?
"Eine Mitralklappeninsuffizienz liegt vor, wenn die Herzklappe zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer nicht mehr richtig schließt und undicht wird", sagt Dr. Alexander Wolf, Chefarzt der Kardiologie – Strukturelle Herzerkrankungen im Helios Universitätsklinikum Wuppertal. Dadurch fließt das Blut in umgekehrter Richtung zurück in den linken Vorhof und kann sich bis in die Lunge zurückstauen. Das Herz muss stärker arbeiten, um den Körper ausreichend mit Blut zu versorgen.
Typische Beschwerden sind
- Luftnot,
- Wassereinlagerungen,
- Müdigkeit,
- Herzrhythmusstörungen und
- eingeschränkte Belastbarkeit.
Behandlung einer Mitralklappeninsuffizienz
Zur Behandlung einer schweren Mitralklappeninsuffizienz kann entweder ein operatives oder ein minimal-invasives Verfahren gewählt werden.
Operativ: Bei der konventionellen Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz wird der Brustkorb unter Vollnarkose geöffnet. Dafür muss das Herz stillgelegt und die Patientin oder der Patient an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden.
Minimal-invasiv: Das MitraClip-System per Herzkatheter kann für Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Operationsrisiko, etwa aufgrund anderer Erkrankungen, besser geeignet sein.
Welche Methode gewählt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Für jüngere, gesunde Patientinnen und Patienten ist oftmals die Operation die geeignete Wahl, während für ältere oder schwerkranke Personen das minimal-invasive Verfahren vorgezogen wird. Die Entscheidung, ob eine OP oder das Mitralklappen-Clipping infrage kommt, trifft ein Team aus den Fachbereichen der Kardiologie, Herzchirurgie und Anästhesie.
Für wen kommt das Mitralklappen-Clipping infrage?
Das Verfahren ist insbesondere geeignet:
- für hochbetagte Patientinnen und Patienten
- bei Vorliegen schweren Begleiterkrankungen, wie zum Beispiel chronischer Niereninsuffizienz oder nach einem Herzinfarkt
- bei Vorliegen einer fortgeschrittenen Herzschwäche
- bei hohem Operationsrisiko unter dem Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine
So funktioniert das MitraClip-System
Beim Mitralklappen-Clipping werden die Segel der Mitralklappe mit einem Clip gefasst, der wie eine Klammer wirkt.
Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose. Ein Katheter wird über die rechte Leistenvene in den rechten Vorhof des Herzens eingeführt. Von dort wird die Vorhofscheidewand punktiert, sodass ein kleines Loch entsteht, um den Katheter weiter in den linken Vorhof direkt über der Mitralklappe geschoben.
An der Spitze des Katheters befindet sich der Clip. Unter ständiger Ultraschallkontrolle wird der Clip an die richtige Stelle zwischen den Mitralklappensegeln geführt. In der richtigen Position hält er die Segel der Klappe zusammen und verringert die Undichtigkeit der Herzklappe.
Noch während des Eingriffs wird überprüft, ob die Undichtigkeit geringer geworden ist. Sollte das Ergebnis nicht zufriedenstellend sein, kann die Position angepasst werden. In einigen Fällen kann zudem ein zweiter oder dritter Clip notwendig sein, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.
Welche Risiken und Grenzen gibt es?
Wie bei jedem Eingriff bestehen auch beim Mitralklappen-Clipping Risiken. Möglich sind:
- Blutungen und Blutergüsse an der Einstichstelle in der Leiste
- Gefäßverletzungen
- Komplikationen durch Narkose oder die Ultraschalluntersuchung über die Speiseröhre (Schluckecho)
- selten: Bildung von Blutgerinnseln
Zudem kann es passieren, dass die Undichtigkeit der Mitralklappe bestehen bleibt und das MitraClip-System nicht den gewünschten Erfolg bringt.
Über alle möglichen Risiken und Komplikationen werden Sie im Vorfeld des Eingriffs aufgeklärt und haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
Mitralklappen-Clipping: Nachbehandlung
Nach dem Eingriff bleiben Sie eine Nacht zur Beobachtung auf der Überwachungsstation (Intermediate Care).
In aller Regel dürfen Sie bereits am nächsten Tag wieder aufstehen und werden auf die Normalstation verlegt. Der gesamte stationäre Aufenthalt beträgt meist etwa fünf Tage.
Worauf sollte ich nach dem Eingriff achten?
Nach dem Setzen des Clips sollten Sie zunächst für circa 30 Tage auf anstrengende Tätigkeiten wie Heben und Tragen verzichten. In Herzsportgruppen lernen Sie, wie Sie Ihre körperliche Ausdauer schrittweise steigern können und was Sie dabei beachten sollten.
Regelmäßige Nachuntersuchungen sind wichtig, um die Funktion Ihres Herzens und der Klappen im Verlauf zu überprüfen und die Medikation entsprechend anzupassen.
Die vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich stattfindenden Nachsorgetermine umfassen einen Herzultraschall, Elektrokardiogramm (EKG) und eine Blutuntersuchung. Wie häufig Sie zur Nachkontrolle sollten, wird individuell entschieden.
Wichtig: Wenn erneute Beschwerden auftreten, wenden Sie sich umgehend an Ihre kardiologische Praxis und warten Sie nicht bis zum nächsten Kontrolltermin.
FAQ
Nicht ganz, auch wenn die Begriffe oftmals synonym verwendet werden.
Beim Mitralklappen-Clipping handelt es sich um das medizinische Behandlungsverfahren.
MitraClip hingegen ist der Name des Clip-Systems, das während des Eingriffs eingesetzt wird, um die undichte Mitralklappe zu reparieren.
Nein, es ist keine Operation am offenen Herzen nötig, um den Clip einzusetzen. Im Rahmen eines minimal-invasiven Verfahrens wird der Clip per Katheter über die Leiste zum Herz vorgeschoben.
Ja. Das Mitra-Clip-System ist so ausgelegt, dass es dauerhaft im Herzen verbleiben kann.
Das ist möglich. Denn auch trotz Mitralklappen-Clipping kann im Laufe der Zeit eine erneute Undichte auftreten. Das passiert jedoch eher selten, ist aber ein Grund dafür, regelmäßige Nachsorgetermine wahrzunehmen.