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Was ist ein Herzklappenfehler?

Das menschliche Herz pumpt täglich bis zu 10.000 Liter Blut durch die Blutgefäße. Liegt eine Herzklappenerkrankung vor, ist die Pumpleistung des Herzens gestört. Was heißt das für Betroffene?

07.08.2026 Lesedauer: - Min.
Medizinisch geprüft von Ilka Ott
Herzkatheteruntersuchung in der interventionellen Kardiologie
Inhaltsverzeichnis

Herzklappenfehler: Fakten im Überblick

  • Die Herzklappen steuern den Blutfluss im Herzen. Arbeiten sie nicht richtig, kann das Herz belastet werden.
  • Herzklappenfehler bleiben oft lange Zeit unbemerkt, da Beschwerden häufig erst spät auftreten.
  • Luftnot, Herzrhythmusstörungen, Wassereinlagerungen, Brustschmerz, Schwindel oder Ohnmacht sind typische Symptome.
  • Das Abhören des Brustkorbs kann erste Hinweise geben. Ein Herz-Ultraschall bestätigt den Verdacht und erlaubt eine Graduierung.
  • Der Schweregrad bestimmt die Behandlung: Sie reicht von Medikamenten bis zu Katheterverfahren oder einem Klappenersatz.

Herzklappenerkrankung: Was steckt dahinter?

Das menschliche Herz ist mit vier Herzklappen ausgestattet: die Aortenklappe und Pulmonalklappe am Übergang der Herzkammern zu den Blutgefäßen sowie die Mitralklappe und Trikuspidalklappe als Verbindung der Vorhöfe mit den Herzkammern.

Die vier Herzklappen funktionieren wie Ventile und sorgen für einen geordneten Ein- und Ausfluss des Blutes zwischen dem Herzen und den herznahen Blutgefäßen.

"Bei einem Herzklappenfehler liegt eine Funktionsstörung einer oder mehrerer Herzklappen vor. Wenn die Herzklappe nicht mehr richtig schließt, handelt es sich um eine Klappeninsuffizienz, bei der das Blut in die falsche Richtung fließen kann. Liegt eine Verengung vor, gelangt nur noch eine verminderte Menge Blut durch die Herzklappe", sagt Prof. Dr. Ilka, Chefärztin für Kardiologie, Rhythmologie und Angiologie am Helios Klinikum Pforzheim.

Man unterscheidet zwei Arten von Erkrankungen der Herzklappen:

  • Verengung (Stenose): Hier öffnen sich die Herzklappen nicht mehr richtig. Dadurch staut sich das Blut vor der beeinträchtigten Klappe und kann nur mit erhöhtem Druck durch die Verengung gepumpt werden.
  • Undichte Herzklappe (Insuffizienz): Hier schließt sich die Herzklappe nicht richtig, wodurch das Blut in die falsche Richtung zurückfließen kann.

Am häufigsten sind die Klappen der linken Herzhälfte betroffen: Die Aortenklappenstenose ist die häufigste Herzklappenerkrankung im Erwachsenenalter. Danach folgen die Mitralklappeninsuffizienz, die Trikuspidalklappeninsuffizienz, die Aortenklappeninsuffizienz und die Mitralklappenstenose. Erkrankungen der Pulmonalklappe treten hingegen überwiegend im Kindesalter auf.

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Helios Klinikum Pforzheim

Chefärztin Kardiologie, Rhythmologie und Angiologie

Bei einem Herzklappenfehler liegt eine Funktionsstörung einer oder mehrerer Herzklappen vor.

Herzklappenfehler im Überblick

Eine Herzklappenerkrankung führt entweder zu einer Verengung (Stenose) oder zu einer Undichtigkeit (Insuffizienz). Häufig tritt auch eine Kombination auf.

Herzklappenstenose

Hierbei handelt es sich um eine Verengung der Herzklappe. Die Stenose führt dazu, dass sich Blut vor der verengten Klappe im Herzen staut und weniger Blut in den Körperkreislauf gelangt.

Ursachen können Ablagerungen auf den Klappentaschen, rheumatisches Fieber oder genetische Veranlagungen sein.

Aortenklappenstenose

Die Herzklappe zwischen linker Herzkammer und Hauptschlagader (Aorta) ist bei diesem Herzklappenfehler verengt. Dadurch muss das Herz deutlich mehr arbeiten, um Blut in den Körper zu pumpen. Die Aortenklappenstenose tritt am häufigsten im hohen Lebensalter auf.

Angeborene Ursachen der Stenose können zum Beispiel Verwachsungen, Verengungen oder fehlende Taschenklappen sein. Erworbene Stenosen der Aortenklappe sind meist auf Entzündungen oder Verschleißerscheinungen zurückzuführen. Am häufigsten, insbesondere bei älteren Patientinnen und Patienten, führen Kalkablagerungen dazu, dass es zu einer Verengung kommt. Beschleunigende Risikofaktoren sind unter anderem Rauchen oder erhöhte Cholesterinwerte und mangelnde Bewegung.

Mitralklappenstenose

Bei dieser Art von Klappenfehler ist die Mitralklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer verengt. Dadurch staut sich das Blut zurück in den linken Vorhof. Dieser kann sich in der Folge stark vergrößern und kann zu Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Vorhofflimmern oder Lungenödem führen.

Sie tritt meist infolge eines rheumatischen Fiebers auf.

Herzklappeninsuffizienz

Bei einer Herzklappeninsuffizienz schließt die Herzklappe nicht mehr richtig. Ein Teil des Blutes fließt zurück. Das Herz muss dadurch mehr arbeiten, um das zurückfließende Blut weiter zu pumpen.

Ursachen können sein:

  • eine erweiterte Herzkammer, -vorhöfe oder Hauptschlagader
  • geschwächtes oder geschädigtes Klappengewebe
  • ein Mitralklappenprolaps (eine Vorwölbung der Mitralklappe)
  • akute Entzündungen, meist durch aggressive Bakterien verursacht
  • genetische Veranlagung

Mitralklappeninsuffizienz

Bei diesem Herzklappenfehler schließt die Klappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer nicht mehr richtig. Es handelt sich um einen der am häufigsten erworbenen Herzklappenfehler, der mit zunehmendem Alter häufiger wird.

Während bei der primären Mitralklappeninsuffizienz die Klappe selbst verändert ist, zum Beispiel durch Verschleiß, entsteht die sekundäre Mitralklappeninsuffizienz durch andere Erkrankungen, zum Beispiel Vorhofflimmern, Herzschwäche oder nach einem Herzinfarkt.

Trikuspidalklappeninsuffizienz

Bei der Trikuspidalklappeninsuffizienz ist die Klappe zwischen rechtem Vorhof und rechtem Ventrikel undicht, wodurch Blut zum Teil zurück Richtung Körper fließt, und zu ausgeprägten Wassereinlagerungen führen kann. Ursächlich ist meist eine Erweiterung der rechten Herzkammer. Die Trikuspidalklappeninsuffizienz tritt häufig zusammen oder als Folge einer Mitralklappeninsuffizienz auf, da eine Vergrößerung der Klappenringe zu Grunde liegt.

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Wie äußert sich ein Herzklappenfehler?

Zu Beginn der Erkrankung sind die meisten Betroffenen beschwerdefrei. Auffälligkeiten werden in diesem Stadium nur zufällig beim Abhören des Herzens oder bei einem Herz-Ultraschall entdeckt.

Erst wenn die Erkrankung fortschreitet und das Herz nicht mehr genügend Blut in den Körper pumpen kann, machen sich Symptome bemerkbar.

Zu den typischen Anzeichen zählen:

  • Luftnot bei körperlicher Belastung
  • unregelmäßiger, schneller oder langsamer Puls
  • Wassereinlagerungen in den Beinen oder der Lunge
  • Druckgefühl in der Brust
  • Schwindel oder Ohnmacht

Rechtsherzklappenfehler gehen mit Luftnot und Wassereinlagerungen in den Beinen einher. Linksherzklappenfehler hingegen mit verstärkter Luftnot sowie rasselnden Atemgeräuschen, die auf Wassereinlagerungen in der Lunge hinweisen können.

Ursachen für Herzklappenfehler

Herzklappenfehler können angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens entwickeln. Mögliche Ursachen sind:

  • altersbedingter Verschleiß und Verkalkung
  • Entzündung der Herzklappen (z. B. als Folge von rheumatischen Fieber oder durch eine Herzinnenhautentzündung)
  • systemischer Lupus erythematodes (eine chronische Autoimmunerkrankung)
  • Herzinfarkt
  • angeborene Fehlbildungen der Herzklappen
  • Erweiterung des Mitra- oder Trikuspidalklappenrings bei Herzschwäche

Sind angeborene Herzfehler häufig?

Jedes Jahr werden in Deutschland über 8.500 Kinder mit einem Herzfehler geboren. Davon erreichen mehr als 95 Prozent das Erwachsenenalter. Bis zur Volljährigkeit werden die Kinder von Kinderärztinnen und Ärzten sowie Kinderkardiologinnen und -kardiologen betreut.

In Deutschland leben laut der Deutschen Herzstiftung über 350.000 Erwachsenen mit einem angeborenen Herzfehler.

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Diagnose des Herzklappenfehlers

Angeborene Herzfehler können bereits während einer U-Untersuchung im Babyalter oder bei Routinekontrollen auffallen. „Beim Abhören des Brustkorbs ist meist ein typisches Herzgeräusch zu vernehmen, das durch die Herzerkrankung verursacht wird und einen ersten Hinweis auf die Erkrankung geben kann“, sagt Prof. Dr. Ilka Ott. Auch bei erworbenen Herzklappenfehlern kann das Abhören bereits erste Hinweise geben.

Um den Verdacht zu bestätigen, schließt sich ein Herz-Ultraschall (Echokardiographie) an, wodurch Art und Ausmaß des Herzklappenfehlers deutlich werden. Dieser erfolgt in der Regel von außen über den Brustkorb. Bei Bedarf kann ein Ultraschall von innen über die Speiseröhre nötig sein, das sogenannte „Schluck-Echo“.

Weitere Untersuchungen können unter anderem sein:

  • Elektrokardiogramm (EKG): Untersuchung der elektrischen Aktivität des Herzens – gegebenenfalls auch unter Belastung oder über einen Zeitraum von 24 Stunden
  • Röntgenuntersuchungen des Brustkorbs: Erkennen von Vergrößerungen des Herzens
  • Herz-Magnetresonanztomographie (Herz-MRT): weitere Aufschlüsse über Zustand von Herzmuskel, Herzbeutel und Herzklappen
  • Herzkatheteruntersuchung: Untersuchung der Auswirkungen des Herzklappenfehlers auf die Herzfunktion, Analyse zugrundeliegender Durchblutungsstörungen oder Veränderungen im Lungenkreislauf

Behandlung einer Herzklappenfehlers

Welche Behandlung infrage kommt, hängt davon ab, wie geschädigt die Herzklappe ist. Auch die vorherrschenden Beschwerden, das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand spielen eine Rolle.

Medikamente können die Beschwerden meist lindern. Dazu zählen:

  • harntreibende Medikamente
  • ACE-Hemmer
  • AT1-Antagonisten (Blutdrucksenker)
  • Betablocker

„Allerdings lässt sich ein Fehler der Herzklappe oft nicht allein durch eine Therapie mit Medikamenten beheben. Diese dienen eher einer Entlastung im Alltag der Patientinnen und Patienten, bis über die weitere Behandlung entschieden ist oder eine Herzklappen-Operation durchgeführt wird“, erklärt Prof. Dr. Ilka Ott.

Prinzipiell kann jede defekte Herzklappe chirurgisch ersetzt werden. Dazu gibt es biologische oder mechanische Herzklappenprothesen. Undichte Klappen können häufig rekonstruiert und wieder voll funktionstüchtig gemacht werden. Eine verengte Herzklappe muss chirurgisch ersetzen werden.

Die Eingriffe erfolgen heute in den meisten Fällen minimal-invasiv, wobei der Zugang zum Herzen über einen kleinen Schnitt am Brustkorb erfolgt oder häufig sogar endoskopisch operiert wird.

In den letzten Jahren hat das Einsetzen von Aorten-Herzklappenprothesen per Herzkatheterverfahren zugenommen. Die transfemorale Transkatheter-Aortenklappen-Implantation, kurz TAVI, stellt ein schonendes Verfahren dar. Dabei wird die Ersatz-Aortenklappe mittels Katheter meist über die Schlagader in der Leiste exakt bis zum Herzen vorgeschoben und in Position eingesetzt.

In manchen Fällen – wenn die Verengung der Aorten- oder Mitralklappe sehr weit fortgeschritten ist und erst sehr spät erkannt wird – kann eine Überbrückungsmaßnahme beziehungsweise ein Notfalleingriff erforderlich sein. Bei der sogenannten Klappensprengung (Valvuloplastie) wird die verengte Herzklappe in einer Behandlung im Herzkatheterlabor mithilfe eines Ballons aufgedehnt.

Für Patienten, die für eine herkömmliche Operation nicht geeignet sind, bieten perkutane Kathetertechniken wie der MitraClip oder der Triclip eine innovative Lösung. Dabei wird ein kleiner Clip über einen Katheter durch die Leistenvene eingeführt. Dieser wird unter Schluckechokontrolle am schlagenden Herzen präzise in die Herzklappe eingesetzt. Der Clip hält die Klappensegel zusammen, reduziert den Rückfluss und kann dadurch die Mitral- oder Trikuspidalinsuffizienz verringern. Diese Methode ist besonders schonend und ermöglicht eine schnellere Genesung.

Leben mit einem Herzklappenfehler

 

Ein Klappenfehler kann je nach Schweregrad zu leichter bis stark eingeschränkter Belastbarkeit führen. Es kann auch zum (akuten) Herzversagen mit Todesfolge kommen. Daher rät Chefärztin Ott: „Es ist wichtig, Herzklappenfehler nicht zu verschleppen, sondern durch regelmäßige Kontrollen in der kardiologischen Praxis den richtigen Zeitpunkt für einen Eingriff zu bestimmen.“

Konnte die Herzklappe rechtzeitig repariert oder ersetzt werden und sind noch keine Folgeschäden am Herzen oder anderen Organen entstanden, ist die Lebenserwartung der Patientin beziehungsweise des Patienten meist normal.

 

Kann einer Herzklappenerkrankung vorgebeugt werden?

 

Ein gesunder Lebensstil kann sich positiv auswirken. Sie können Ihre Herzgesundheit unterstützen und das Risiko für ein Klappenerkrankung senken, wenn Sie ein paar Punkte beachten:

 

  • Ernähren Sie sich ausgewogen.

  • Bewegen Sie sich ausreichend im Alltag.

  • Verzichten Sie aufs Rauchen.

  • Nehmen Sie regelmäßige ärztliche Vorsorgetermine wahr.

  • Achten Sie auf Ihre Zähne und gehen Sie regelmäßig zum Zahnarzt.

FAQ

Herzklappenfehler werden je nach Ausprägung als leicht-, mittel- oder schwergradig eingestuft. Der Schweregrad zeigt an, wie stark eine Herzklappe verengt oder undicht ist und wie sehr das Herz durch diesen Fehler belastet wird.

 

Je nach Herzklappenfehler werden die Grade unterschiedlich zugeordnet. Dafür werden neben den individuellen Beschwerden vor allem die Ergebnisse des Herz-Ultraschalls einbezogen.

 

  • Grad 1: (leichtgradig): Die Herzklappe weist nur geringe Veränderungen auf. Die Herzfunktion ist nur wenig beeinträchtigt und es treten meist keine Symptome auf.
  • Grad 2 (mittelgradig): Erste Symptome wie Atemnot oder verminderte Leistung bei körperlicher Belastung können auftreten.
  • Grad 3 bis 4 (hochgradig): Die Herzklappe ist stark verengt oder undicht, sodass die Funktion des Herzens eingeschränkt sein kann. Symptome wie Atemnot in Ruhe, Schwindel oder Wassereinlagerungen treten auf.

Sportliche Aktivitäten sollten ärztlich besprochen und freigegeben sein. Welcher Sport bei einem Herzklappenfehler empfohlen wird, hängt von der Art und dem Schweregrad der Erkrankung ab:

 

Aortenklappenstenose: Sehr intensive Belastung vermeiden, verträglich sind meist entspanntes Gehen oder leichtes Radfahren.

 

Aortenklappeninsuffizienz: Statische Muskelanspannung, wie Unterarmstütz (Planks) oder Wandsitz vermeiden. Verträglich sind meist leichtes Radfahren oder Walken.

 

Mitralklappen- und Trikuspidalklappenerkrankungen: Belastung langsam steigern, sonst kann es zu Atemnot kommen. Gleichmäßige Bewegungen wie Schwimmen oder Radfahren gelten als empfehlenswert.

Das kommt auf den Schweregrad des Herzklappenfehlers an. Fliegen ist oft möglich, sollte jedoch mit der behandelnden Kardiologin beziehungsweise dem behandelnden Kardiologen abgesprochen werden.

Bleiben Herzklappenschäden dauerhaft unbehandelt, ist das Risiko sehr hoch, daran zu versterben. Beispielsweise kann aufgrund der hohen Beanspruchung des Herzmuskels ein akutes und lebensbedrohliches Herzversagen auftreten.

 

Wird der Herzklappenfehler rechtzeitig behandelt, haben Betroffene in der Regel eine normale Lebenserwartung.

Häufig ist der Körper in der Lage, die Folgen einer verengten oder nicht mehr korrekt schließenden Herzklappe viele Monate oder gar Jahre auszugleichen, ohne dass Beschwerden entstehen. Erworbene Herzklappenfehler bleiben daher oft lange unerkannt und verschlechtern sich meist nur schleichend. Im Falle von Entzündungen kann sich die Erkrankung aber auch sehr rasch verschlechtern.

Betroffene sollten regelmäßig, mindestens einmal jährlich, von Kardiologinnen oder Kardiologen kontrolliert werden. Wie oft Kontrollen nötig sind, hängt von Art und Schweregrad ab. Denn: Herzklappenerkrankungen können sehr langsam, aber auch sehr schnell voranschreiten. 

Bei schweren erworbenen Herzklappenerkrankungen ist die operative oder interventionelle Behandlung meist unumgänglich, ebenso wenn die Patientinnen und Patienten in ihrer Leistungsfähigkeit spürbar eingeschränkt sind.

 

Kinder mit angeborener Herzklappenerkrankung werden in der Regel operativ behandelt, um ihnen eine normale Lebenserwartung zu ermöglichen.

Inzwischen weiß man, dass Herzklappenfehler auch vererbt werden können. Eine mögliche Ursache ist eine Veränderung des Gens ADAMTS19. Dieser Gendefekt kann zu angeborenen Fehlbildungen führen, die mit undichten oder verengten Herzklappen einhergehen.

 

Grundsätzlich gilt: Treten familiär häufig Schwächeanfälle oder Ohnmacht auf oder gibt es gehäuft Herzerkrankungen, sollte frühzeitig eine kardiologische Untersuchung erfolgen. 

Die meisten Schwangerschaften von Frauen mit angeborener Herzerkrankung verlaufen heute für Mutter und Kind gut. Um sicherzustellen, dass ein Herzklappenfehler optimal behandelt wird, sollte eine Frau mit Kinderwunsch vor Eintritt einer Schwangerschaft das Gespräch mit der betreuenden Kardiologin beziehungsweise dem betreuenden Kardiologen suchen.

 

Wichtig sind eine richtige Betreuung und Behandlung, um schwere Herzklappenfehler vor einer Schwangerschaft zu korrigieren. Andernfalls kann das Risiko für Mutter und Kind zu hoch sein.

 

In folgenden Fällen sollte von einer Schwangerschaft abgeraten und vorab ein Eingriff durchgeführt werden, bei

 

  • schwerer Aortenklappenstenose,
  • schwerer Mitralklappenstenose,
  • vorliegendem Marfan-Syndrom,
  • einer Aortenklappe mit zwei statt drei Taschen und vergrößerter Aorta

Das Krankheitsbild „Rheumatisches Fieber“ kann beispielsweise einige Wochen nach einer bakteriellen Streptokokken-Infektion auftreten. Aufgrund einer Autoimmunreaktion greifen die Abwehrkräfte körpereigene Zellen an. Dadurch kann es zu Entzündungen an Organen, Gelenken oder der Haut kommen.

 

Diese Erkrankung hat allerdings nichts mit der rheumatoiden Arthritis zu tun, der entzündlichen, nicht infektiösen Gelenkerkrankung.

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Pocket Leitlinie Herzklappenerkrankungen Online: https://herzmedizin.de/... (Zugriff am 07.08.2026)