Den Schwachen eine Freude bereitet

Den Schwachen eine Freude bereitet

Leipzig

Ihre Namen und Gesichter kannten die meisten bislang nur aus dem Fernsehen oder der Zeitung. Um so größer waren die Erwartungen jener 60 Kinder und Jugendlichen, die wenige Tage vor Weihnachten am Helios Park-Klinikum Leipzig mit fünf Fußballprofis des 1. FC Lok Leipzig einen entspannten Nachmittag verbrachten.

Lok Leipzig besucht die Kinder- und Jugendpsychiatrie im Helios Park-Klinikum Leipzig

In Nicole Beckers Freizeit gibt der Fußball den Ton an. Wann immer sich eine Gelegenheit bietet, fährt sie mit Freunden dorthin, wo ihr Lieblingsclub gerade auf dem Platz steht. Die Sekretärin des Chefarztes der Kinder- und Jugendpsychiatrie weiß aber auch, dass dieses Glück nicht alle haben. Am wenigsten jene jungen Patienten, die in der Psychiatrie des Helios Park-Klinikum oder einer seiner Außenstellen in Behandlung sind. Was in Becker jedoch den Ehrgeiz weckte, besonders diesen Kindern und Jugendlichen eine kleine Freude zu bereiten. Die Idee, dafür den in Leipzig-Probstheida ansässigen 1. FC Lokomotive Leipzig zu gewinnen, kam auch bei Nicole Beckers Chef Dr. Andries Korebrits gut an.

Klares Ziel

Lok Leipzig besucht die Kinder- und Jugendpsychiatrie im Helios Park-Klinikum Leipzig

Die großen Sternstunden von Lokomotive Leipzig liegen schon etwas zurück. Erster Deutscher Meister 1903, FDGB-Pokalsiege, Finalist im Europapokal 1987 oder ein kurzer Ausflug in die Erste Bundesliga 1993 wecken dennoch bis heute den Stolz von Verein und Fans. Die gegenwärtige Viertklassigkeit soll deshalb spätestens 2020 beendet sein. „Unser Ziel lautet ganz klar: Aufstieg in Liga drei”, betont Mannschaftskapitän Robert Zickert. Die Chancen dazu stehen gar nicht schlecht, bestätigten auch David Urban, Moritz Butzke, Leon Heynke und Milan Senic, die Zickert zu den Jugendlichen ins Klinikum begleiteten. Locker, freundlich und aufgeschlossen beantworteten sie die Fragen ihrer Zuhörer, gaben unablässig Autogramme oder stellten sich dem jungen Nachwuchs beim Torwandschießen oder am Tischkicker.

„Der Verein zeigt immer wieder soziales Engagement im Stadtgebiet. Uns ist durchaus bewusst, dass es viele Menschen gibt, denen es nicht so gut geht. Wenn das vor allem Kinder und Jugendliche betrifft, ist Helfen einfach eine Herzensangelegenheit”, begründet Robert Zickert die schnelle Zusage der Mannschaft auf die Anfrage vom Helios Park-Klinikum.

Willkommene Gäste

Lok Leipzig besucht die Kinder- und Jugendpsychiatrie im Helios Park-Klinikum Leipzig

Empfangen wurden die fünf Fußballer aber nicht nur vom jüngeren Publikum. Neben Organisatorin Nicole Becker ließen es sich auch die Betreuer der Jugendlichen, Chefarzt Dr. Korebrits und der kaufmännische Leiter des Klinikums Julian Zimmer nicht nehmen, dem vorweihnachtlichen Event beizuwohnen. „Dass die Lok-Spieler zu uns gekommen sind, finde ich großartig”, sagte er und gratulierte den fünf nachträglich zum letzten Auswärtssieg gegen die zweite Mannschaft der Berliner Hertha.

Die Freude über den Besuch ins Gesicht geschrieben stand auch Sebastian (Name geändert). Der outete sich gleich zu Beginn des Treffens als Lok-Fan und demonstrierte das offen mit einem Trikot seines Vereins. „Ich besuche jedes Heimspiel und kenne alle Spieler beim Namen”, äußerte er stolz. Seinen Idolen so nah zu kommen, sei für ihn ein schönes Weihnachtsgeschenk, fügte er an und ließ sich sein Shirt von jedem der fünf signieren.