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Nach Fahrradunfall in Lettland: Patientin im Helios Park-Klinikum Leipzig erfolgreich operiert

In Zusammenarbeit mit dem ADAC konnte vergangene Woche eine 70-jährige Patientin von Lettland nach Deutschland ins Helios Park-Klinikum Leipzig überführt und dort behandelt werden. Zuvor zog sie sich auf einer Radtour des Tandemhilfen e.V. im Ausland eine hüftgelenksnahe Fraktur zu. Nach erfolgreicher Operation kann die Patientin Marlies Reinhardt wieder gehen und lächeln.

16.09.2026 Lesedauer: - Min.
Patientin Marlies Reinhardt mit ATZ-Ärzteteam

Ende August bricht Marlies Reinhardt gemeinsam mit ihrem Mann und zwei weiteren sehbeinträchtigen Bekannten zu einer Reise nach Lettland auf. Die 70-Jährige ist selbst seit 2007 sehbeeinträchtigt und engagiert sich ehrenamtlich sowohl als Beisitzerin des Vorstands von Tandemhilfen e.V. als auch als Leiterin der Selbsthilfegruppe in Querfurt für Seh- und Blindenbehinderte sowie als Landesvorständin und stellvertretende Vorsitzende im Stiftungsausschuss für Blinde. „Ich organisiere u.a. internationale Tandemradtouren für junge Leute, die hochgradig seheingeschränkt sind. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus Europa und werden je nach Krankheitsbild immer von einem sogenannten Piloten oder Betreuer begleitet“, erzählt Marlies Reinhardt.

Nach einer 62km langen Tour am 27. August stürzt die 70-Jährige gemeinsam mit ihrem Mann auf dem Tandemrad. „Wir sind mit dem hinteren Pedal an einem Bordstein hängen geblieben und nach rechts umgekippt. Nach dem Sturz konnte ich nicht mehr aufstehen und kam in Lettland in die Klinik“, reflektiert sie den Unfall. Dort verbringt sie fünf Tage liegend, während sie gemeinsam mit dem ADAC versucht, eine Klinik in Deutschland zu finden, die sie operiert. „Bei dem Sturz habe ich mir den Oberschenkel gebrochen; aber die Sprachbarriere in Lettland erschwerte den vertrauensvollen Austausch mit dem Ärzteteam, sodass eine OP dort für mich nicht infrage kam“, so die 70-Jährige.

Nachdem mehrere Kliniken in Deutschland die Übernahme und OP der Patientin aufgrund der größeren Zeitspanne zwischen Sturz und OP abgelehnt hatten, kommt sie über die Empfehlung aus ihrem Freundeskreis in Kontakt mit dem Helios Park-Klinikum Leipzig. Dort übernimmt das Alterstraumazentrum gemeinsam mit dem ADAC und in Austausch mit der Patientin die Organisation des Rücktransports und der Aufnahme.

Helios Park-Klinikum Leipzig

Oberarzt, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Masterzertifikat der DWG

Wir haben Frau Reinhardt am 1. September 2026 bei uns aufgenommen, eingehend untersucht und einen Tag später operiert. Bei dem Sturz hat sie sich eine pertrochantäre Femurfraktur zugezogen. Diese hüftgelenksnahe Fraktur konnte nur operativ behandelt werden.

Nach der Operation hat sich Marlies Reinhardt schnell erholt. Bereits eine Woche danach läuft sie über den Gang und übt mit den Physiotherapeut:innen das Treppensteigen.

Helios Park-Klinikum Leipzig

Funktionsoberärztin der Klinik für Akutgeriatrie und Frührehabilitation

Dass sich Frau Reinhardt so schnell erholt hat, ist wirklich ein sehr positives Behandlungsergebnis. Die längere Liegezeit nach dem Bruch und vor der OP in Lettland hat alle Risiken für die Patientin erhöht und den Mobilitätsprozess erschwert. Unter diesen Umständen sind wir sehr mit dem komplikationslosen Verlauf zufrieden und freuen uns, dass Frau Reinhardt bereits wieder so mobil ist.

„Meine Entscheidung war richtig, hierherzukommen. Alle waren von Beginn an nett und aufgeschlossen. Sowohl die medizinische Behandlung als auch die Organisation einer persönlichen Assistenz aufgrund meiner Erblindung liefen einwandfrei. Hier hatte ich keine Angst und viel Vertrauen. Daher bin ich dem gesamten Team hier sehr dankbar“, resümiert die Patientin Marlies Reinhardt.

Helios Park-Klinikum Leipzig

Leiterin der Klinik für Akutgeriatrie und Frührehabilitation | Zentrum für Altersmedizin | Helios AltersTraumaZentrum Leipzig

Bei hüftgelenksnahen Frakturen setzen wir bei uns standardmäßig auf eine spezifische Osteoporosetherapie (antiresorptive Therapie) z.B. mit Zolendronsäure. Die jährliche Infusion ersetzt eine wöchentliche Einnahme und wirkt einer senilen Osteoporose entgegen. Zusätzlich wird der Vitamin-D-Spiegel ausgeglichen. Beides haben wir auch bei Frau Reinhardt angewendet.