Wacher Blick: Kinderschutz geht alle an

Wacher Blick: Kinderschutz geht alle an

Wacher Blick:  Kinderschutz geht alle an

Die Kinderschutzambulanz koordiniert die Maßnahmen bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung und zeigt Kindern und Eltern Wege aus der Krise.

„Die Menschheit schuldet dem Kind das Beste, was sie zu geben hat.“ (Unicef)

Kinderschutz geht alle an! 

Jedes Kind hat ein gesetzlich verbrieftes Recht auf Schutz seiner körperlichen, geistigen und psychischen Unversehrtheit. Das heißt im Klartext, dass Kinder nicht geschlagen, gedemütigt oder in ihrer natürlichen Entwicklung behindert werden dürfen. Wenn der Verdacht einer Kindeswohlgefährdung besteht, sind wir mit koordiniertem und professionellem Handeln für die Kinder da. Die Kinderschutzambulanz geht Verdachtsfällen von Misshandlung, Vernachlässigung und Missbrauch nach und ordnet sie professionell durch Gutachten und Diagnosen ein. Die Betroffenen und ihre Angehörigen möchten wir stärken, begleiten und unterstützen, damit solche Situationen in der Zukunft verhindert werden. Dabei arbeiten wir mit internen und externen Kooperationspartnern zusammen.

Kinderschutz im Helios Klinikum Berlin-Buch

Um den Kinderschutz in unserem Klinikum zu koordinieren, wurde 2007 die Arbeitsgemeinschaft (AG) Kinderschutz gegründet. Die AG arbeitet fachübergreifend und erarbeitet Handlungsleitlinien bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung, schult das Fachpersonal und steht bei akuten Fällen beratend zur Seite. 2009 trat das Berliner Gesetz zum Schutz und Wohl des Kindes in Kraft und seit 2016 hat der Senat an fünf Standorten Kinderschutzambulanzen eingerichtet, um Berliner Kinder besser vor Gewalt zu schützen, davon eine an unserem Klinikum. Die anderen Kinderschutzambulanzen des Berliner Netwerkes „Kinderschutz“ befinden sich im Charité Campus Virchow-Klinikum im Wedding, in den DRK Kliniken Westend, im St. Joseph Krankenhaus Tempelhof und im Vivantes Klinikum Neukölln.

Unser Team besteht aus Kinderärzten und Ärzten anderer relevanter Fachrichtungen, Psychologen, Sozialarbeitern, Gesundheitspflegern und Kinderkrankenschwestern. Wir sind Anlaufstelle für Ärzte, Pädagogen, Sozialarbeiter, Gesundheitsdienste, Polizei, Jugendamtsmitarbeiter und alle anderen, die einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung nachgehen. 

Die Kinderschutzambulanzen bieten aber auch Kindern, Jugendlichen und Eltern direkte Hilfestellung und Kontaktmöglichkeit. Neben dem Erkennen und Behandeln misshandelter und vernachlässigter Kinder, bieten wir vor allem Beratung und vermitteln Hilfsangebote. Wenn notwendig, führen wir einfühlsam und angemessen körperliche Untersuchungen durch, diagnostizieren medizinisch und psychologisch – auch um zunächst unbemerkte, weitere Schädigungen auszuschließen - und erstellen ärztliche Gutachten.

Wenn bei einem Kind, das in der Klinik behandelt wird, durch bestimmte Verletzungen und Risikofaktoren ein Verdacht auf Kindeswohlgefährung besteht, werden Diagnostik und Therapie, Einbindung der Angehörigen und die mögliche Kooperation mit Hilfeeinrichtungen im Sinne des Kinderschutzes zwischen den Beteiligten koordiniert. Durch Schulungen und Sensibilisierung unseres medizinischen und pflegerischen Fachpersonals können bei Kindeswohlgefährdungen schnell reagieren.

Wir achten auf Alarmsignale wie:

  • nicht nachvollziehbarer Erklärung des Unfalls
  • verzögerter Arztbesuch trotz schwerer Verletzungen
  • „Doctorhopping“
  • frühere wiederholte Krankenhausaufenthalte wegen Verletzungen oder unklarer Erkrankungen
  • schwere Verletzungen angeblich durch das Kind selbst oder durch Geschwister verursacht
  • auffälliges Verhalten des Kindes
  • Verdächtige Verletzungen, die auf Schläge hindeuten

Häufiger betroffene Risikogruppen:

  • Säuglinge und Kleinkinder
  • unerwünschte oder nicht leibliche Kinder
  • kranke oder behinderte Kinder
  • Kinder, die Erwartungen ihrer Eltern nicht erfüllen

Wenn Eltern ihrem Kind Gewalt antun oder es vernachlässigen, spielen verschiedene Risikofaktoren eine Rolle. Wie wollen den Betroffenen helfen, sich ihres Handelns bewusst zu werden, die Auslöser zu erkennen und in den Griff zu bekommen, sich rechtzeitig Hilfe zu holen,  um zukünftig Misshandlungen und Vernachlässigungen ihrer Kinder auszuschließen.

Bei folgenden Risikofaktoren können Hilfsangebote greifen:

  • Stress und Unerfahrenheit in der Kindererziehung
  • fehlende Unterstützung oder Vernetzung
  • soziale Not, Isolation, Sucht
  • psychische oder psychiatrische Krankheit
  • Eltern-Kind-Bindungsstörungen
  • eigene Erfahrung von Kindesmisshandlung
  • Schrei-Babys

Sprechen Sie uns an!

Suchen Sie Rat oder brauchen Sie unsere Hilfe? Egal ob Sie eines Kindeswohlgefährdung privat oder in professionellen Zusammenhängen bemerken: bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung.

Wir sind für Sie da:

  • in der Kinderschutzambulanz im Hauptgebäude des Helios Klinikum Berlin-Buch im Erdgeschoss-Atrium des Bereichs D2 (orangener Bereich)
  • von Montag bis Freitag von 9:00 bis 15:00 Uhr
  • telefonische Erreichbarkeit von Mo. - Fr. 09:00 bis 15:00 Uhr: (030) 94 01-15555
  • über E-Mail: kinderschutz.berlin-buch@helios-gesundheit.de

In Notfällen, nach 15 Uhr, an den Wochenenden und Feiertagen:

Im Notfall (Kinderschutzfall) können die Kinder außerhalb der Öffnungszeiten der Kinderschutzambulanz in der Rettungsstelle vorgestellt werden. Beratung außerhalb der Öffnungszeiten der Kinderschutzambulanz kann nur über die Kinderschutzhotline (030) 94 01-15555 erfolgen.

  • Das Notfallzentrum im Hauptgebäude ist für Sie da. Die Pförtner weisen Ihnen den Weg.
  • Rettungsstelle: Telefon: (030) 94 01-12431